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Reiden will mit Bauprojekt Altlasten beseitigen

Der Gemeinderat will mit einem Sanierungsprojekt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Doch an der Informationsveranstaltung gab es auch kritische Stimmen – vor allem betreffend Prioritäten und Kosten.
Ernesto Piazza

Die Weihermattstrasse in Reiden befindet sich seit Jahrzehnten in einem sehr schlechten Zustand. Jetzt soll sie saniert werden. Am 10. Februar entscheidet der Reider Stimmbürger an der Urne über einen Sonderkredit von 3,45 Millionen Franken. Dieser Betrag ist zweigeteilt und beinhaltet 1,58 Millionen Franken für die Strassensanierung; 1,87 Millionen betreffen das Kanalsystem Weihermattstrasse und Bifangrain. Die Bauarbeiten erstrecken sich über drei Jahre. Start ist – vorausgesetzt das Volk stimmt dem Projekt zu – bereits im Herbst.

Die Strassenraumgestaltung bei der Weihermattstrasse gliedert sich in drei Abschnitte. Auf Abschnitt eins und drei ist ein zwei Meter breites Trottoir vorgesehen. Der dazu notwendige Landerwerb sei schon früher sichergestellt worden, schreibt der Gemeinderat in der Botschaft. Die Strassenbreite von fünf Metern lasse ein Kreuzen von zwei Fahrzeugen zu. Der zweite Abschnitt bilde die grösste Herausforderung, erklärte Markus Obrist vom Planungsbüro Tagmar anlässlich einer Infoveranstaltung. Dort ist die Realisierung eines Trottoirs wegen der zu geringen Breite der Strassenparzelle nicht möglich. Auf den dazu benötigten Landerwerb will Reiden verzichten.

Zudem müssten auf besagtem Abschnitt Anpassungsarbeiten an Vorplätzen und an angrenzenden Gartenmauern vorgenommen werden. Und weil die Weihermattstrasse vor einigen Jahren zu einer Gemeindestrasse erster Klasse umgeteilt wurde, gingen diese Kosten zu Lasten der Kommune. Wäre es eine Strasse zweiter Klasse, müssten die Anstösser zahlen. Zudem soll die Weihermattstrasse zu einer Tempo-30-Zone und mit verkehrsberuhigenden Massnahmen ausgestattet werden.

Beim Wasserbauprojekt ist geplant, bei der Weihermattstrasse das aktuelle Mischsystem in ein Trennsystem zu überführen. Das heisst konkret: Auf diesem Abschnitt werden das Sauberwasser und das Schmutzwasser separiert. Die aktuelle Mischwasserleitung will man aufgrund des schlechten Zustands durch eine Meteorwasserleitung ersetzen und parallel dazu eine neue Schmutzwasserleitung bauen. Zudem wird im Bifangrain die Kanalisation aufgetrennt.

Reserve im übrigen Aufwand eingebaut

Die Kosten von 3,45 Millionen Franken seien im Budget 2019 sowie im Finanz- und Aufgabenplan 2020 und 2021 enthalten, hiess es an der Info. Sie führten zu keinen weiteren Investitionen. Die Verantwortlichen rechnen mit einer Kostengenauigkeit von plus 0/minus 10 Prozent. Man habe, um ein maximales Kostendach zu bekommen, im übrigen Aufwand eine Reserve eingebaut.

Bei der Fragerunde standen vor allem das geplante Trottoir an der Weihermattstrasse und die Bifangstrasse im Fokus. Es wurde moniert, diese Strasse sei eine der schönsten in Reiden. Und gleichzeitig wurde das Unverständnis ausgedrückt, diese aufzureissen. Die Schmutzwasserleitung sei in schlechtem Zustand, man müsse sie öffnen und trennen, entgegnete Gemeinderat Willi Zürcher. Beim Trottoir plädierte ein Votant dafür, dieses wegzulassen, man fahre ohne sicherer durch diesen Abschnitt.

Die Finanzen waren mit ein Thema. So wurde gesagt, «man könnte bescheidener bauen» und mit dem Projekt «wird Geld aus dem Fenster hinaus geworfen». Eine Votantin sorgte sich, ob wegen dieser Investition andere Projekte auf der Strecke bleiben. Gemeindepräsident Hans Kunz gab Entwarnung.

Der durch das besagte Gebiet fliessende Sertenbach führte – obwohl nicht Gegenstand dieses Projekts – ebenfalls zu Diskussionen. Denn er soll offengelegt und mittelfristig direkt in die Wigger geleitet werden. Dadurch können bei der Spezialfinanzierung Entwässerung finanzielle Mittel gespart werden. Aktuell sind dazu aber erst Varianten vorhanden.

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