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Rekord-Wassertemperaturen vom Sommer 2003 könnten gebrochen werden

Die Wassertemperaturen sind aktuell vergleichbar hoch wie im Jahrhundert-Sommer 2003. Und übertreffen die damaligen Werte vielleicht bald. Die Hitze führt aber auch dazu, dass das Seegras schneller wächst als sonst und dass wegen des tiefen Wasserstands Sprungtürme geschlossen wurden.
Yasmin Kunz

Bis zu 26 Grad warm wird das Wasser im Strandbad Lido am Vierwaldstättersee derzeit, wie Marcel Wiesler sagt. Er ist seit 2006 Geschäftsführer des Strandbads. Das Wasser sei derzeit nicht nur an der Oberfläche, sondern auch in den tieferen Lagen warm. Er kennt auch den Grund: «Die Gewitter, welche das Wasser in den Regel durchmischen und abkühlen, sind noch nicht eingetroffen.»

In der Nacht würde die Wassertemperatur um rund ein bis zwei Grad sinken. Am Vormittag würde sich das Wasser aber jeweils schnell wieder aufheizen. Diese Konstellation - das warme und sonnige Wetter - hat auch zur Folge, dass das Seegras schnell wächst und fortlaufend geschnitten werden muss. «Und der niederere Wasserstand – der Pegel liegt etwa 30 Zentimeter tiefer als gewöhnlich im Sommer – beschleunigt das Wachstum des Seegras zusätzlich.» Im Lido ist die Stadt Luzern verantwortlich für das Schneiden. «Seegras ist in der Schweiz geschützt und darf nicht ohne Erlaubnis geschnitten werden», weiss Wiesler. Das Kürzen des Grases dient der Sicherheit der Badegäste und ist deshalb notwendig. «Wenn das Seegras zu lange ist und bis knapp unter die Wasseroberfläche kommt, kann man sich darin verfangen.»

14-stündige Arbeitstage sind die Regel

Für das Strandbad Lido ist es bisher eine «gute Saison», wie der Geschäftsführer sagt. «Sicher noch nicht vergleichbar mit dem Sommer 2003», fügt er an. «Damals hatten wir drei Monate in Folge heiss und sonnig.» Bis dato seien sie vor allem im Juli und August mit gutem Wetter beschenkt worden, so Wiesler, der hofft, dass es so weitergeht, «selbst wenn es für uns zuweilen sehr anstrengend ist». Man arbeite derzeit rund 14 Stunden pro Tag und sei beispielsweise als Bademeister viel der Sonne und Hitze ausgesetzt, was ermüdend sein könne. Wiesler will sich aber nicht beklagen: «Wir freuen uns über das gute Wetter.»

Rekord von 2003 könnte gebrochen werden

Erfreut über das lang anhaltend schöne Wetter ist auch René Bühlmann. Er ist seit dem Jahrhundertsommer im Jahr 2003 Leiter im Strandbad Sursee. Grundsätzlich, so Bühlmann, könnte er heuer schon fast Werbung für Sahara-Ferien machen. «Die Liegewiese ist derart trocken, dass die Farbe an die Wüste erinnert», sagt er und lacht.

Der Sommer vor 15 Jahren ist ihm in bester Erinnerung. Er könnte sich vorstellen, dass heuer der Rekord von damals gebrochen werden könnte. Ausschlaggebend seien jedoch die Monate August und September. Das Wasser sei im Sempachersee jedenfalls schon gleich warm wie 2003. «Um 17 Uhr messen wir jeweils nahezu 28 Grad.» Von einer Abkühlung kann da nicht mehr die Rede sein. «Doch, doch», sagt Bühlmann mit einem Lachen und fügt an: «Wir haben eiskalte Duschen.» Er selber gönne sich auch ab und zu eine.

Sursee: Nur noch 4-Meter-Sprungturm in Betrieb

Im Gegensatz zum Lido kennt Bühlmann das Problem mit dem schnell wachsenden Seegras nicht. Dafür musste er die ein und zwei Meter hohen Sprungtürme bereits vor rund zwei Wochen schliessen, weil der Wasserstand am Seeufer, wo die Sprungtürme angebracht sind, zu tief ist. «Die Sicherheit ist das oberste Gebot». Es würden deshalb auch nicht weniger Gäste in die Badi kommen, sagt René Bühlmann. Der 4 Meter hohe Sprungturm draussen im See kann noch benutzt werden. «Er ist allerdings mittlerweile zu einem 4,5 Meter Sprungturm mutiert, da der Wasserpegel rund 50 Zentimeter zurückgegangen ist.»

Die Liegewiese ist derart trocken, dass die Farbe an die Wüste erinnert.

René Bühlmann, Leiter Strandbad Sursee

Wasserstand beim Rotsee kaum gesunken

Türkisgrün und etwas matt zeigt sich derzeit der Rotsee. Warum die Farbe des Wassers oftmals Anfang August so intensiv ist, ist auch für den Geschäftsführer der Badi, Patrick Widmer, nicht restlos geklärt. Er vermutet, dass die Sonneneinstrahlung und die Temperaturen zu dieser Farbe beitragen. Alles andere als matt ist aus wirtschaftlicher Sicht hingegen die Saison. Dieser Tage ist in der Rotsee-Badi Hochbetrieb, auch wenn das Wasser mit mittlerweile mehr als 26 Grad nicht mehr allzu erfrischend sein dürfte. Nichtsdestotrotz tummeln sich etliche Gäste im See. Auch der Sprungturm ist noch in Betrieb, da das Wasser an dieser Stelle zwischen 3,5 und 6 Meter tief ist. «Wir haben Schwankungen von maximal 20 Zentimeter, was den Wasserstand betrifft», sagt Widmer.

Ambivalente Gefühle punkto Hitzesommer

Letztes Jahr sei der Wasserstand deutlich tiefer gewesen. Was erstaunt, zumal eine lange Trockenphase unsere Region fest im Griff hat. Widmer erklärt: «Wir hatten einen vergleichsweise nassen Winter, dadurch konnte der See viel Wasser speichern.» Trotz dem Super-Sommer ist Widmer auch nachdenklich – in Bezug auf den Klimawandel. «Auch wenn wir jetzt von diesem heissen und sonnigen Wetter profitieren, frage ich mich schon, wie sich das Klima in den nächsten Jahren weiter entwickelt.»

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