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Rektor der Universität Luzern sorgt sich um Ruf der Theologischen Fakultät

In einem Brief äussert sich der Rektor der Universität Luzern zu den Umständen der Freistellung von Professor Martin Mark. Klarheit schafft er damit nicht.
Alexander von Däniken
Der Rektor der Uni Luzern, Bruno Staffelbach (rechts), zusammen mit CVP-Regierungsrat Reto Wyss (l.), Präsident des Universitätsrats, anlässlich der Eröffnung der Wirtschaftsfakultät. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 6.September.2016))

Der Rektor der Uni Luzern, Bruno Staffelbach (rechts), zusammen mit CVP-Regierungsrat Reto Wyss (l.), Präsident des Universitätsrats, anlässlich der Eröffnung der Wirtschaftsfakultät. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 6.September.2016))

Es ist das neuste Kapitel in der Geschichte um die Entlassung des Luzerner Theologieprofessors Martin Mark – geschrieben von seinem Vorgesetzten. Unserer Zeitung liegt ein Brief von Rektor Bruno Staffelbach an die Angehörigen der Theologischen Fakultät der Uni Luzern vor. Darin begründet er, weshalb sich die Uni nicht zum Fall äussern darf: Weil Martin Mark rechtlich gegen die Entlassung vorgeht (Artikel vom 25. Juli) und es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Geschwiegen wird aber auch, weil «der Persönlichkeitsschutz der Betroffenen wichtig» sei.

Offen ist, warum von mehreren Betroffenen die Rede ist. Staffelbach sorgt sich zudem um den Ruf der Fakultät: «Und vor allem tut es mir leid, wenn deswegen die Reputation einer ganzen Fakultät in Frage gestellt wird.»

Erste Freistellung überhaupt

Es folgt ein Werbespot über die erfolgreiche Geschichte der Theologischen Fakultät. So ist die Zahl der Studenten von 148 im Jahr 2000 auf 321 im letzten Jahr gewachsen. Dazu kommen weitere Errungenschaften wie das Fernstudium oder «eine interessante Kombination von Präsenz- und Distanzunterricht». Am Schluss dankt Staffelbach allen Fakultätsangehörigen für ihr Engagement.

Der Theologieprofessor Martin Mark wurde von der Uni Luzern freigestellt. Über die Gründe für die Entlassung schweigen sich die Verantwortlichen aus. (Bild: PD)

Der Theologieprofessor Martin Mark wurde von der Uni Luzern freigestellt. Über die Gründe für die Entlassung schweigen sich die Verantwortlichen aus. (Bild: PD)

Vom blauen Brief zum Rektorenbrief: die Chronologie

Das ist seit der Entlassung des Theologieprofessors Martin Mark passiert:

21. Juli: Unsere Zeitung macht die Entlassung von Martin Mark publik. Per Ende Juli wird der Theologieprofessor und ehemalige Dekan freigestellt. Offizieller Grund: «Das Vertrauensverhältnis für eine Weiterführung der Anstellung fehlte.»

23. Juli: Eine interne E-Mail von Martin Mark an die Fakultätsleitung gelangt an die Öffentlichkeit. Im Schreiben kritisiert er, dass die Verteilung der Ressourcen in Verwaltung und Lehre ausser Balance geraten und Kontrollmechanismen gefehlt hätten.

24. Juli: Studenten der Theologischen Fakultät starten eine Petition. Sie wollen die Gründe der Freistellung erfahren – und auch, warum Mark 2017 als Dekan abgesetzt worden ist.

31. Juli: Kantonsrat Urban Frye (Grüne) reicht einen Vorstoss ein.

2. August: Rektor Bruno Staffelbach schreibt einen Brief an die Fakultätsangehörigen. (red)

Die Gründe, die zur Freistellung von Mark geführt haben, bleiben also weiterhin unklar. Es ist die erste an der ältesten katholisch-theologischen Forschungsinstitution der Schweiz. Gemäss einer internen E-Mail von Mark soll dieser gemobbt worden sein, weil er sich mehrfach über finanzielle und administrative Missstände beschwert habe.

Aufklärung könnte neben dem Rechtsverfahren auch ein politischer Vorstoss bieten. Der Stadtluzerner Kantonsrat Urban Frye (Grüne) hat kürzlich eine dringliche Anfrage eingereicht. Darin stellt er dem Regierungsrat 16 Fragen über das Kündigungsverfahren, über die Kritik von Martin Mark an die Universitätsleitung und über Lehren aus dem Vorfall. An der Session von Mitte September wird das Kantonsparlament über die Dringlichkeit des Vorstosses beraten. Die dringliche Anfrage ist an CVP-Regierungsrat Reto Wyss gerichtet – er ist nicht nur Bildungsdirektor, sondern auch Präsident des Universitätsrats, des strategischen Gremiums der Uni.

Antworten wollen schliesslich auch die Theologiestudenten. Sie haben eine Petition mit 535 Unterschriften eingereicht, darunter viele von Sympathisanten. Würden die geforderten Antworten ausbleiben, «so wäre dies erst recht ein Skandal», schrieben die Petitionäre.

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