Rektor zweifelt an Medizin-Studium

Die Regierung will ein Medizinstudium an der Uni Luzern prüfen. Der Rektor mahnt, dass die Umsetzung zur Konkurrenz zwischen den Unis führen würde.

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Rektor Paul Richli. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Rektor Paul Richli. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Uni-Rektor Paul Richli hat Bedenken, was die Machbarkeit eines Masterstudiums Medizin in Luzern anbelangt. Die Zusammenarbeit mit anderen Schweizer Universitäten würde sich schwierig gestalten. Denn keine würde ihre Medizin-Bachelors einfach so «abgeben». In Bezug auf eine volle Medizin-Fakultät ist Richli ebenfalls skeptisch: «Wer soll dies bezahlen?» Richlis Aussagen sind eine Reaktion auf die Pläne der Regierung, welche die Machbarkeit eines Masterstudiums Medizin prüfen will.

Was sagen Sie zu den Plänen zum Medizinstudium in Luzern?

Paul Richli: Ich habe grundsätzlich nichts gegen ein Medizinangebot. Aber beide Varianten – nur das Master-Studium anzubieten oder eine ganze Fakultät zu gründen – bringen Probleme mit sich.

Für den Master-Studiengang rechnet man mit Kosten von 8 Millionen Franken. Gibt es daneben weitere Schwierigkeiten?

Richli :Diese Zahl stammt von der Uni Tessin, welche die Einführung des Medizin-Masters realisieren will. Unabhängig von den Kosten stellt sich einfach die Frage, wo soll man die Bachelor-Studenten für den Master-Studiengang hernehmen? Die Bachelor-Ausbildung ist kostenintensiv, keine Uni möchte, dass die Studenten danach weggehen, weil das System auf den Numerus clausus abgestimmt ist.

Für andere Unis wäre es also gar nicht attraktiv, Bachelor-Studenten auszubilden und an Luzern «abzugeben»?

Richli: Ich habe bei anderen Rektorenkollegen nachgefragt, und diese sind wirklich nicht begeistert über reine Master-Studiengänge. Bei den Unis würde so eine regelrechte Konkurrenzsituation entstehen. Es würde eine «Jagd» auf Master-Studenten stattfinden. Für die Lösung des Ärztemangels wird es als die falsche Therapie angesehen.

Sasa Rasic

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