Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

RELIGION: 5000 Christen an der «Explo 17» in der Messe Luzern – auch den Katholiken gefällt’s

Diese Tage findet in der Messe Luzern der christliche Mega-Event «Explo 17» statt. Die katholische Kirche ist zum ersten Mal aktiv mit dabei – auch weil ihre Angehörigen immer offener werden.
In der Messehalle auf der Allmend findet derzeit die «Explo 17» statt, an der sich Tausende Christen aus der ganzen Schweiz treffen. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 29. Dezember 2017))

In der Messehalle auf der Allmend findet derzeit die «Explo 17» statt, an der sich Tausende Christen aus der ganzen Schweiz treffen. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 29. Dezember 2017))

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Tausende Menschen haben sich in der Halle versammelt, auf der Bühne bietet sich ein Spektakel aus Livemusik, Tanz, Akrobatik und Lichtshow. Die Menschen singen begeistert mit. Es ist kein profanes Popkonzert, sondern die Eröffnungsfeier der «Explo 17». Der Unterschied: Die Band spielt und singt moderne Lieder mit religiösem Inhalt, sogenannte Worship-Musik.

Die «Explo 17» unter dem Motto «Neuland» ist ein christlicher Grossanlass, der diese Tage in der Messe Luzern stattfindet. Hier treffen sich über 5000 Christen aus der ganzen Schweiz – Reformierte, Katholiken und Angehörige verschiedener Freikirchen. Der Event beinhaltet gemeinsames Beten und Singen, Vorträge, Seminare, Popkonzerte und Stände von christlichen Organisationen. 60 bis 120 Franken pro Tag kostet der Eintritt. 2015 fand die Explo zum ersten Mal in Luzern statt – mit rund 6000 Besuchern. Organisiert wird sie von der Organisation Campus für Christus.

Gemeinsamkeit wird betont

Auch Peter Jans lässt sich den Anlass nicht entgehen. Der Katholik ist Mitglied der Luzerner Synode und engagiert sich in der Pfarrei St. Paul. Im Rahmen der Explo organisiert er mit anderen Christen aus Luzern eine Lichterfeier, die am Sonntag an der Reuss stattfindet. Anders als 2015 beteiligen sich die Landeskirchen heuer offiziell am Mega-Event. «Die katholische Kirche wird offener und weniger vorverurteilend», stellt Peter Jans fest. Das Phänomen ziehe sich durch die ganze Kirche. «Wir lernen die Vielfalt innerhalb des Christentums zu schätzen, und dazu trägt die Explo bei.»

An einem der Stände trifft er Laura Jacober (27), die für den katholischen Sender Radio Maria arbeitet. Sie hatte an der Explo vor zwei Jahren den ersten Arbeitstag. «Der Funke ist gleich übergesprungen», sagt sie. Die Offenheit für Christen aller Konfessionen sei für sie zur Herzenssache geworden: «Junge Leute kümmern sich nicht mehr so um die Unterschiede wie frühere Generationen. Wir betonen unseren gemeinsamen Nenner: Christus.» Auch für Medea Sarbach (23), Theologiestudentin aus Basel, ist die Explo ein Anlass, um Vorurteile abzubauen. Ihr gefällt, «der persönliche Austausch und der Fokus auf Gemeinsamkeiten».

An der Explo sieht man lauter fröhliche Menschen, «Glaube» ist wohl eines der Wörter, die am häufigsten fallen. Dennoch nennt sich der Anlass «Konferenz», was etwas Geschäftsmässiges an sich hat. Von religiöser Andacht spürt man in den grossen Messehallen wenig, auch wenn die Stimmung durchaus mitreisst. «Die Explo ist nicht ein eigentlicher Gottesdienst, sondern besteht aus vielen Elementen, die auch den Intellekt ansprechen sollen, so etwa die Vorträge», sagt dazu Peter Jans. Gleichwohl gebe es Räume, in denen der meditative Aspekt des Glaubens gelebt werden könne. Und was hält Jans von den Popkonzert-ähnlichen Lobpreisungen Gottes? «Es ist am Ende eine Stilfrage, ob einem diese Art des Gottesdienstes gefällt.» Zudem werde auch in hiesigen Pfarreien mit solchen Methoden gearbeitet, gerade wenn Jugendliche angesprochen werden sollen.

Davon kann Ivan Beeler (28) aus Steinen SZ aus erster Hand erzählen. Er engagiert sich bei Adoray, einer Jugendbewegung in der katholischen Kirche. Dabei trifft er sich regelmässig mit anderen jungen Katholiken zur Anbetung und Lobpreisung Gottes. Worship ist ein fester Bestandteil dieser Treffen. «Durch die Lieder hat man einen einfacheren Zugang zur Religion als durch die Sonntagsmesse. Das ‹Gross bist du, Gott› begleitet einen im Alltag, es wird zur Haltung, wenn man es regelmässig singt und hört», erklärt Ivan Beeler. Da er in einem katholischen Umfeld gross geworden ist, schätzt er die Explo, weil man so viele Mitglieder anderer Konfessionen kennen lernt. «Hier kann man aneinander schnuppern und seine Neugier befriedigen.»

Hinweis

Die «Explo 17» dauert bis 1. Januar, 15.30 Uhr. Programm und weitere Infos: www.explo.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.