RELIGION: Regierung: Kruzifixe sollen hängen bleiben

Sollen Kruzifixe aus Klassenzimmern verschwinden? Regierung und Parlament sagen nun, wie Schulen in einem künftigen Streit handeln sollen.

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Um Kreuze und Kruzifixe wird wieder intensiv diskutiert. (Symbolbild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Um Kreuze und Kruzifixe wird wieder intensiv diskutiert. (Symbolbild Boris Bürgisser/Neue LZ)

In der ganzen Schweiz sorgte der Kruzifix-Streit von Triengen für Aufsehen. Am Dienstag äusserten sich erstmals die Luzerner Regierung und das Parlament zu dem Fall. Sie sprachen sich eindeutig für die Beibehaltung von Kruzifixen – also Kreuze mit der Jesusfigur – und blossen Kreuzen in Schulzimmern aus. Argumentiert wurde mit dem Verweis auf die christliche Tradition und die Kultur der Region.

«Kreuze werden heute als Symbole betrachtet, denen nicht ausschliesslich eine religiöse Bedeutung zukommt», schreibt die Regierung in einer Antwort ans Parlament. Sie könnten als Zeichen der christlichen Kultur verstanden werden. «Eine grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung gehört dem christlichen Glauben an. Diese Kultur muss von der Politik und der Schule anerkannt werden», sagte SVP-Kantonsrat Christian Graber gestern im Parlament.

Kruzifixe durch Kreuze ersetzen
Das Bundesgericht entschied 1990, dass Kruzifixe in Schulzimmern gegen die religiöse Neutralität verstossen. «Dieser Entscheid bedeutet nicht, dass Kruzifixe grundsätzlich aus Schulzimmern zu entfernen sind. Dies ist nur nötig, wenn es im Einzelfall gefordert wird», ist die Regierung der Meinung. Kommt es an Luzerner Schulen zum Streit, empfiehlt die Regierung, die Kruzifixe durch Kreuze zu ersetzen. Denn: «Zu Kreuzen liegt noch kein Entscheid des Bundesgerichts vor.»

Das Luzerner Kantonsparlament überwies gestern ein entsprechendes Postulat ohne Gegenstimme. An diesem sollen sich Schulen bei ähnlichen Streitfällen wie dem in Triengen orientieren.

Thomas Oswald

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.