Religion

Zum ersten Mal eine ökumenische Feier: Der Weihnachtsgottesdienst der drei Luzerner Landeskirchen

Die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche im Kanton Luzern haben einen gemeinsamen Gottesdienst an Weihnachten abgehalten. Wegen der coronabedingten Unsicherheiten feierten sie erstmals ökumenisch das Fest der Geburt Jesu am 25. Dezember.

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Lesen Sie hier die Weihnachtsbotschaft der drei Landeskirchen im Original

Sehr geehrte Weihnachtsgemeinde

«Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; Über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.»

Mit diesen Worten hat der Prophet Jesaja die Geburt des Messias angekündigt, als neue Hoffnung für ein unterdrücktes Volk. Gerade in diesem Jahr der Corona- Pandemie passt diese Botschaft zum Weihnachtsfest besonders gut – das Licht der Hoffnung. Wir alle haben ein Jahr voller Finsternis und Dunkelheit durchlebt und durchleben es noch immer. Corona hat zentrale Bereiche unserer Gesellschaft, unseres Kulturlebens, unserer Politik, unserer Wirtschaft und unserer Kirchen hart getroffen. Unvorbereitet standen wir plötzlich mitten in einer globalen Krise, welche die Gesundheit der Weltbevölkerung in Gefahr bringt. Die Krise dauert weiter an und lässt uns mit unseren Ängsten, Verunsicherungen und Fragen oftmals allein zurück. Gerade jetzt brauchen wir es ganz besonders – das Licht der Hoffnung.

Viele Menschen trauern um verstorbene liebe Angehörige oder Freunde, sind selbst erkrankt oder sorgen sich um an Covid Erkrankte. Neben der Gesundheit prägen existenzielle Sorgen, Ängste, Einsamkeit und Erschöpfung gegenwärtig die Weihnachtszeit. In diesen schwierigen und dunklen Tagen möchten wir der mittlerweile über 6‘000 in der Schweiz Verstorbenen gedenken. Mit ihnen wollen wir uns verbinden, an sie wollen wir uns erinnern. Ihren Angehörigen lassen wir unsere aufrichtige Anteilnahme zukommen. Sie und ihr Leid sind nicht vergessen.

Danken möchten wir all den Menschen, die in dieser Zeit der Krise Solidarität gelebt haben mit Erkrankten, mit Trauernden und mit allen Leidtragenden dieser Pandemie: Wir danken den Mitarbeitenden in Spitälern, Alterszentren, Spitex-Organisationen, Betreuungsdiensten für ihren enormen Einsatz. Wir danken den Menschen in den Kirchgemeinden und Pfarreien, welche sich seelsorgerlich und solidarisch – gelebte Nähe trotz Distanz – engagiert und die auch unter Einschränkungen sichergestellt haben, dass Kirche trotzdem stattfindet. Und nicht zuletzt danken wir den Behörden, Freiwilligen und jeder einzelnen Person, die sich solidarisch dafür eingesetzt hat, die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern und dessen Auswirkungen aufzufangen.

Das Licht der Hoffnung, das in diesem besonders dunklen Jahr heller denn je strahlt, möge allen einsamen, erkrankten, sorgenden, trauernden und verunsicherten Menschen die Kraft, den Trost und auch die Zuversicht geben, die wir alle brauchen.

In diesem Sinn wünschen wir Ihnen von Herzen zu Weihnachten Gottes Licht der Hoffnung und seinen Segen.

Namens der drei Landeskirchen des Kantons Luzern