RENÉ KUHN: «Meine private, persönliche Auffassung»

Der Blogeintrag von René Kuhn hat einen wahren Sturm der Entrüstung ausgelöst. Das kann der Luzerner SVP-Präsident nicht verstehen – und gibt sich uneinsichtig.

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René Kuhn, hier bei einem Interview mit Radio DRS. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

René Kuhn, hier bei einem Interview mit Radio DRS. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Wie andere Personen «habe ich auch das Recht dazu meine persönliche Meinung zu äussern und nicht nur zu politischen Fragen», schreibt Kuhn am Montagabend auf seiner Homepage kuhn-rene.ch . Dies als Reaktion auf das empörte Schreiben der SP an die Medien – und womöglich auch auf den distanzierenden Brief von der eigenen Partei. «Auf meinen persönlichen Internetseiten veröffentliche ich nicht die Meinung der SVP, sondern meine persönliche, private Auffassung und diese muss sich nicht immer mit dem Parteibüchlein der SVP decken.» Den Eintrag ( hier im Volltext » ), der so viel Trubel verursachte, hat er inzwischen gelöscht.

«Ein absoluter Rekord»
Kuhn ärgert sich über das grosse (Medien-)Interesse. 800 Zugriffe seien am Montagnachmittag verzeichnet worden (inzwischen steht der Zähler bereits auf über 2000) – ein «absoluter Rekord» – und er habe «14 'böse' Mails und 23 Gratulationen» erhalten. Kommentar: «Da kann man monatelang über wichtige Geschehnisse in der Stadt Luzern schreiben und niemand interessiert das.»

Dass er eine «altmodische Einstellung» zu Frauen habe, treffe nicht zu und sei «hinzugedichtet»: «Wer mich kennt, weiss, dass ich eine völlig andere Einstellung habe und ich und meine Frau den Haushalt und die Betreuung unserer Tochter aufteilen.» Er habe sich «lediglich darüber beklagt, dass es viele linke Frauen gibt, welche nichts auf ihr Äusseres geben und keine Weiblichkeit ausstrahlen». Kuhn habe jedoch damit «nicht einmal die Frauen aus dem Parlament» gemeint, sondern «was einem tagtäglich auf der Strasse begegnet».

So oder so «jenseits»
Für den Politologen Gregor Lutz ist klar: «Solche völlig unseriösen Aussagen sind jenseits der Grenze von dem, was man politisch ernst nehmen kann.» Dass Kuhn die Aussagen «nur» auf seiner privaten Homepage veröffentlicht, spiele keine Rolle. Von der SP werden derweil «Konsequenzen» gefordert – «die bis zum Rücktritt reichen können».

scd/sy/lw

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