RENNARZT: «Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen»

Konrad Birrer hatte seine Premiere am Swiss City Marathon. Der Sportarzt zieht eine positive Bilanz und lobt den Fitnessstand der Teilnehmer.

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Konrad Birrer ist im Zielbereich für alle Fälle gewappnet. (Bild: Roger Zbinden)

Konrad Birrer ist im Zielbereich für alle Fälle gewappnet. (Bild: Roger Zbinden)

Regula Schweizer

Als Platzarzt des FC Luzern ist sich Konrad Birrer gewohnt, für über 10 000 Personen verantwortlich zu sein. Als Teamarzt der Schweizer U-21-Fussball-Nationalmannschaft kennt der Oberarzt Chirurgie am Luzerner Kantonsspital die Bedürfnisse von Sportlerinnen und Sportlern bestens. Dennoch war seine Premiere als Rennarzt am Swiss City Marathon – Lucerne eine besondere Herausforderung, wie er sagt.

Als Teamarzt der U-21-Nationalmannschaft sind Sie die Zusammenarbeit mit Spitzensportlern gewohnt. Wie gross ist der Unterschied im medizinischen Bereich zu einem Breitensportanlass?

Konrad Birrer: Sehr gross. Bei einem Einsatz im Nationalteam kenne ich im Voraus die medizinischen Daten aller Spieler. Ich kenne ihren Gesundheits-, Fitness- und aktuellen Verletzungsstand. Ganz im Gegensatz zu den Startenden am Marathon, da habe ich überhaupt kein Vorwissen. Das ergibt eine gewisse Ungewissheit.

Überschätzen sich denn viele?

Birrer: Ich bin das erste Mal im Ziel stationiert und muss sagen: Ich bin positiv überrascht, wie wenige hier medizinische Unterstützung benötigen.

Mit über 10 000 Läufern und Läuferinnen sind sehr viele Personen gestartet. In der Swisspor-Arena haben Sie die Verantwortung für bis zu 17 000 Personen auf den Zuschauerrängen. Sind diese Einsätze zu vergleichen?

Birrer: Eigentlich nicht. Der Marathon ist für mich die grössere Herausforderung. Im Stadion habe ich den Überblick über einen klar umschriebenen Raum. Der Marathon hingegen ist eine riesige Strecke, und ich bin an meinem Standort im Ziel zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung vollständig auf andere angewiesen.

Sie sprechen Ihr Team an. Wie viele Ärztinnen und Ärzte waren gestern unterwegs?

Birrer: Wir waren ein Ärzteteam mit 19 Personen – vier waren jeweils im Ziel respektive auf einer Ambulanz und elf auf der Strecke unterwegs. Dieses Team zusammenzustellen, hatte für mich bei meiner neuen Aufgabe als Rennarzt auch erste Priorität. Mir ist ein grosser Stein vom Herzen gefallen, als ich es zusammenhatte. Sie müssen wissen, wie alle anderen Helfenden an diesem Event sind auch wir Ärzte freiwillig im Einsatz.

Sie hatten hoffentlich nicht viel zu tun.

Birrer: Unsere Bilanz fällt glücklicherweise wirklich sehr positiv aus. Es waren weniger Behandlungen nötig als in den Vorjahren. Wir hatten Krämpfe oder Kreislaufschwierigkeiten zu behandeln und eine Hand voll Hospitalisierungen, aber zum Glück keine schwerwiegenden Vorfälle. Das zeigt auch, dass die Läuferinnen und Läufer sich sehr gut vorbereitet haben. Wir haben gestern auch von optimalen Wetterbedingungen profitiert: Es war weder zu heiss noch zu kalt, und es hat nicht geregnet.