RENNEN: «Ich bin auch im Regen gut»

Trotz kaltem Nass sind gestern rund 40 Kinder und Jugendliche mit ihren Seifenkisten um die Wette gerast. Spass für die einen, ernster Sport für die anderen.

Anja Glover
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Mit Volldampf unterwegs: Rahel Häberlin aus Happerswil am gestrigen Seifenkistenrennen. (Bild Corinne Glanzmann)

Mit Volldampf unterwegs: Rahel Häberlin aus Happerswil am gestrigen Seifenkistenrennen. (Bild Corinne Glanzmann)

Der Regen tropft von den Zelten, während die Seifenkistenliebhaber darunter ihren Gefährten den letzten Schliff verpassen. Die Fahrzeuge werden gegenseitig begutachtet. Man kennt sich im Fahrerlager auf dem Messegelände der Allmend. Warm und wasserfest gekleidet macht sich dort jeder in seinem eigenen Zelt für das grosse Rennen bereit. Aus dem Lautsprecher dröhnt Rockmusik und begleitet die jungen Rennfahrer auf ihrem Weg zur Piste, während in den Zuschauerreihen Diskussionen über Fahr- und Trainingstechniken entfachen. Die jungen Flitzer und ihre Eltern sind aus der gesamten Schweiz angereist, um mitten im Regen während ein paar Sekunden ihr Bestes zu geben.

Auch die Brüder Gino und Gianni Taveri aus Richterswil am Zürichsee sind bald am Start. Dabei ist das Wetter für sie kein Hindernis: «Ich bin auch im Regen gut,» meint der 11-jährige Gino, dessen Ziel es ist, Schweizer Meister zu werden. «Das ist kein Schönwettersport», bestätigt sein Vater, während er gerade die Bremsen befestigt. Dies, obwohl Gino sie einige Minuten später nicht zu gebrauchen scheint.

Einer der Berufsscherer an der Luga: Massimo Fanchini. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
62 Bilder
Janis und Sarina Kühl basteln zusammen mit Louis und Jana Burri (von links) Tierchen aus Zopfteig, am Stand der Zentralschweizer Bäuerinnen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Mit dem Motto «Rüüdig guet! Lozärn» stellt sich der Kanton an der Olma in St. Gallen vor. Eine virtuelle Carreise in einem riesigen Busmodell soll die Vielfalt des Kantons zeigen. (Bild: Visualisierung Kanton Luzern)
Mit dem Raumwandler können alle drei Dimensionen des Raumes
begangen werden, was auch rege genutzt wird. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Der riesige begehbare Raum dreht sich langsam um die eigene Achse. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Für Laura (links) und Mara (beide 13) aus Luzern ist die Unterschrift mehr als das Papier wert: Sally Sarr (links) und Jahmir Hyka vom FC Luzern. Insgesamt gaben die beiden Spieler in 90 Minuten 900 Autogramme. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Jahmir Hyka vom FC Luzern posiert am Stand der Neuen LZ an der Luga mit Fans. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Heinz Höneisen beim Auftritt mit seinem Border Collie gestern in der Arena. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Täglich findet die Border-Collie-Show in der Arena statt. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
In der Kocharena schwingen Bäuerinnen die Kelle. Kantonsratspräsidentin Irene Keller (mitte) sowie die Bäuerinnen Priska Röthlin (links) und Heidi Schmid. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Kantonsratspräsidentin Irene Keller serviert den 
Besuchern an der Luga selbst gekochte Köstlichkeiten. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Lukas Birchler am Seifenkistenrennen an der Luga 2014. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Dominik Diethelm am Seifenkistenrennen an der Luga 2014. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Colin Bachmann am Seifenkistenrennen (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Jesse Sax am Seifenkistenrennen (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Rahel Häberlin am Seifenkistenrennen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Jan Jaisser am Seifenkistenrennen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Chiara Meyer am Seifenkistenrennen (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Die neue Halle 1 ist das Herzstück der Messe Luzern - und der Luga. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Jenny Burch, Salome Bucher und Basil Burch (v.l.) auf dem «Maxximum» im Luna Park der LUGA. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Gulia Gloggner (7) aus Sempach mit einer Zwergziege des Streichelzoos. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Daniela Senn und Melchior Schoch zeigen St. Galler Spezialitäten. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Am Stand des Gastkantons St. Gallen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Links Ruedi Lustenberger, Nationalratspräsident, mit Stefan Kölliker, Regierungspräsident aus St. Gallen und Robert Küng, rechts, Regierungspräsident des Kantons Luzern lesen an der LUGA die St. Galler Zeitung. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Alicia Aregger (7, links) und ihr Bruder Silvan (5) aus Rothenburg rutschen am Stand des Gastkantons St. Gallen auf der grossen Zeitung. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger, Mitte, an der LUGA-Eröffnung vom Freitag. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Musikalische Unterhaltung an der Eröffnung. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Der Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger spricht anlässlich der Eröffnung der LUGA. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Robert Küng, Regierungspräsident des Kantons Luzern, verfolgt an der Eröffnungsfeier die Reden. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Robert Küng, Regierungspräsident des Kantons Luzern, während seiner Rede. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Stefan Kölliker, Regierungspräsident des LUGA-Gastkantons St. Gallen, spricht an der Eröffnung. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Stefan Kölliker, der Regierungspräsident des Kantons St. Gallen, mit Ruedi Lustenberger, Nationalratspräsident. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Melchior Schoch am Stand des Gastkantons St. Gallen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Besucher lesen am Stand des Gastkantons St. Gallen in der grossen St. Galler Zeitung. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Jenny Burch, Salome Bucher und Basil Burch (v.l.) auf dem «Maxximum» im Luna Park der LUGA. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Der Gastkanton St. Gallen tritt an der Luga mit einer begehbaren Zeitung als Messestand auf (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Die Schule für Gestaltung St.Gallen steuerte das Gestaltungskonzept der dazugehörigen 'St.Galler Zeitung' bei, welche an die Besucher abgegeben wird. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Auf dem Bild ist der "Spiegel der Schweiz" der SRG Deutschschweiz zu sehen. (Bild: Gian Kamlesh)
In diesem Jahr ist der Kanton St. Gallen an der Luga zu Gast. Vertreter der Universität St. Gallen verteilen an der Sonderschau Zeitungen. (Bild: Gian Kamlesh)
Die Allgemeine Baugenossenschaft Luzern wird in diesem Jahr mit einer Sonderausstellung gewürdigt. Sie feiert ihr 90-Jahr-Jubiläum. (Bild: Gian Kamlesh)
Mit einem Miniatur Vierwaldstättersee laden die Kantone der Zentralschweiz zum Glückfischen ein. Unter dem Motto Gästival werden in diesem Jahr 200 Jahre Gastfreundschaft gefeiert. (Bild: Gian Kamlesh)
Pünktlich um 10 Uhr strömten die ersten Besucher aufs Messegelände. (Bild: Gian Kamlesh)
Die Zentralschweizer Erlebnismesse Luga ist seit Freitag eröffnet. (Bild: Gian Kamlesh)
Erstmals fahren in diesem Jahr keine Extrabusse der VBL auf das Messegelände. Neu müssen die Besucher mit der Zentralbahn, die im Viertelstundentakt vom Bahnhof aus verkehrt, an die Luga fahren. (Bild: Gian Kamlesh)
Die Luga findest erstmals in neuem Erscheinungsbild und in der neuen Messehalle statt. (Bild: Gian Kamlesh)
Wie in jedem Jahr dürfen auch die Tiere auf keinen Fall an der Messe fehlen. (Bild: Gian Kamlesh)
Kleine Lämmer dürfen auch in diesem Jahr zu den beliebtesten Publikumsmagneten gehören. Im Streichelzoo dürfen Kinder die Tiere hautnah erleben. (Bild: Gian Kamlesh)
Im Bauernhof findet wieder eine Tierschau statt. Zwei Ziegen blicken neugierig gegen die Kamera. (Bild: Gian Kamlesh)
Ein Alpaka zeigt vor der Kamera sein Lächeln. (Bild: Gian Kamlesh)
Der Archehof im Aussenbereich der Kleintierschau. (Bild: Gian Kamlesh)
Insgesamt präsentieren 450 Aussteller ihre Produkte. (Bild: Gian Kamlesh)
Im Spiel und Spass Zelt können sich Kinder und Jungebliebene austoben. (Bild: Gian Kamlesh)
Messebesucher können sich selber im Papierfalten versuchen. Der Luzerner Origami-Künstler Sipho Mabona arbeitet an der Messe an einem grossen Origami-Hahn. (Bild: Gian Kamlesh)
Selbstverständlich darf an der Luga der Lunapark nicht fehlen. Der Park ist täglich von 11 bis 24 Uhr geöffnet. (Bild: Gian Kamlesh)
Kinder erfreuen sich an den unterschiedlichsten Bahnen. Hier auf einem Fahrzeugkarussell. (Bild: Gian Kamlesh)
Die Aussicht auf das Messegelände vom Riesenrad aus. (Bild: Gian Kamlesh)
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
Besucher lesen am Stand des Gastkantons St. Gallen in der grossen St. Galler Zeitung. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Melchior Schoch präsentiert St. Galler Spezialitäten. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Einer der Berufsscherer an der Luga: Massimo Fanchini. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Angst ist kein Thema

Die Helmkamera montiert, die Skibrille aufgesetzt und die Hände am Steuer: Es kann losgehen. Vor ihm liegt die rund 300 Meter lange Strecke mit Hindernissen und Törchen, die es zu durchfahren gilt. Zu beiden Seiten stehen Zuschauer, welche die Strecke genauso gut kennen wie er, der sie übungshalber ein paarmal abgefahren ist. Weiter unten stehen irgendwo sein Vater und sein Bruder Gianni, die erwartungsvoll hochblicken. Und plötzlich rast er los in der polierten Kiste, die allein durch Hangabtriebskraft bewegt wird. Furchtlos bezwingt er die Strecke mit all ihren Hindernissen im strömenden Regen. Die andern tun es ihm nach: Wie kleine Profis rasen die rund 40 Kinder und Jugendlichen im Alter von 7 bis 16 Jahren zwischen den Zuschauern hindurch. Angst scheint an diesem Anlass kein Thema zu sein. Die Schwierigkeit bestünde darin, richtig zu reagieren, wenn man ins Schleudern gerät, erklärt Gino nach vollbrachter Leistung. «Dann passiert auch nichts,» grinst er. Neben ihm die kleine Rahel Häberlin aus Happerswil, die mit ihren drei Geschwistern am Rennen teilnimmt. Sie hat es zwar verpasst, alle Hindernisse zu umfahren, ist aber dennoch zufrieden mit ihrer Leistung. «Mir geht es um den Spass,» meint Rahel schüchtern.

«Das resultiert aus hartem Training»

Wer aber glaubt, bei einem Seifenkistenrennen auf ein paar Bastelfreaks zu treffen, liegt falsch. Beim gestrigen Rennen wurde schnell klar: Hier geht es nicht bloss um Spass, es ist eine regelrechte Sportart. «Ich trainiere mehrmals die Woche,» erklärt Gino. Auch die Kommentare aus dem Publikum weisen darauf hin, dass es sich hier um etwas ernst zu Nehmendes handelt: «Wer sein Fahrzeug nicht richtig beherrscht, schafft es nicht sauber bis zum Ziel», kommentiert ein Zuschauer. «Das ist Können und resultiert aus hartem Training». Klar ist: Wer mit einer solchen Geschwindigkeit den Hügel hinunterrast, muss wissen, was er tut. Nicht ohne Grund werden die Seifenkisten jahrelang bis zur Perfektion hin bearbeitet. Und die jungen Lenker auf jede Situation vorbereitet.

Weitere Bilder vom Seifenkistenrennen finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/bilder