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RENTENREFORM: Luzerner Allianz kämpft für Erhalt des «Generationenvertrags»

Junge würden verraten, Rentner bestraft: So wirbt das Komitee der «Generationenallianz» für ein Nein zur Altersvorsorge 2020. Seine Vertreter sehen die Solidarität zwischen Jung und Alt in Gefahr.
Wer heute trotz Pension weiterarbeitet, muss erst ab einem gewissen Einkommen Beiträge an AHV, IV und EO entrichten. (Symbolbild: Getty)

Wer heute trotz Pension weiterarbeitet, muss erst ab einem gewissen Einkommen Beiträge an AHV, IV und EO entrichten. (Symbolbild: Getty)

Für die Altersreform 2020 ist der Abstimmungskampf im Kanton Luzern lanciert: Kürzlich hat sich mit der «Allianz der Vernunft» das Pro-Komitee zu Wort gemeldet. Dieses vertritt unter anderem CVP, SP, Grüne und GLP, aber auch den Lehrerverband oder den Luzerner Gewerkschaftsbund (wir berichteten).

Mit der «Generationenallianz» haben sich nun auch die Gegner der Vorlage formiert. «Die Reform gilt es abzulehnen, sie fordert einen unverantwortbaren Ausbau der AHV auf Pump», sagte Roland Vonarburg an der Medienkonferenz am Montag in Luzern. Der Schötzer steht an der Spitze des Luzerner Gewerbeverbands und wirkt als Komitee-Co-Präsident. Die Altersvorsorge 2020 verdiene ihren Namen nicht. «Sie ist keine Reform, sondern ein Brandbeschleuniger für die heutigen Probleme.»

«Kostenintensiver und ungerechter Ausbau»

Dem Inhaber eines Champignons-Betriebs und früheren CVP-Kantonsrat Vonarburg zur Seite stand Unternehmer Markus Gabriel (SVP) aus Adligenswil, der im Kaminbau tätig ist. «Die AHV wird auf eine kostenintensive und ungerechte Art ausgebaut», kritisierte er. «Den Preis dafür zahlen die Arbeitgeber.» Er sprach damit die Erhöhung der AHV-Beiträge um 0,3 Prozentpunkte ab 2021 an. Für Gabriels Betrieb mit rund 35 Angestellten kämen damit zur heutigen Lohnsumme von 2,5 Millionen weitere 7500 Franken hinzu. Sein Fazit: «KMU und Selbstständigerwerbenden bringt die Vorlage nichts.» Doch zu letzteren gehören auch die Bauern, die sich im Pro-Komitee engagieren. Warum? Vonarburg bot eine Erklärung: Weil viele Bauern keine zweite Säule hätten, seien die zusätzlichen 70 Franken für Neurentner interessant. Doch er warnte: «Ein Ja zur Reform könnte ein Knieschuss für die Landwirtschaft werden.» Mit der Vorlage kämen per 2030 rund 700 Millionen Franken Mehrkosten auf den Bund zu. «Diese müssen irgendwo eingespart werden, davon könnte auch die Landwirtschaft betroffen sein.»

Wie es der Name «Generationenallianz» bereits antönt, gehören dem bürgerlich geprägten Komitee auch Botschafter jeden Alters an. So weibelte etwa die Stadtluzernerin Trudi Bissig, alt FDP-Grossstadträtin, für ein Nein zur «Scheinreform». Ärgerlich findet die Pensionärin die Streichung des Freibetrags bei Erwerbstätigkeit. Wer heute im Ruhestand weiterarbeitet, muss erst ab einem Betrag von 1400 Franken im Monat respektive 16 800 Franken im Jahr Beiträge an AHV, IV und EO entrichten. Diese Regelung entfiele. «Rentner verlieren so den Anreiz, weiter erwerbstätig zu bleiben. Damit gehen Wissen und Erfahrung verloren», sagte Bissig.

Als «ungerecht» empfindet auch Ramon Bisang die Vorlage, Präsident der Luzerner Jungfreisinnigen. «Der Generationenvertrag wird nicht eingehalten», sagte der Rothenburger. «Die Jungen zahlen über Jahre mehr Mehrwertsteuer und haben wegen steigender Lohnabzüge Ende Monat weniger auf dem Konto.» Spätestens in fünf Jahren brauche es die nächste Reform, wiederholte Bisang die Worte seiner Vorredner. «Das ist keine zukunftsgerichtete Lösung.» Das gegnerische Komitee schenkt damit Bundesrat Alain Berset keinen Glauben, der die AHV mit dieser Vorlage «für die nächsten zehn, zwölf Jahre» als gesichert bezeichnet (wir berichteten).

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

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