Rentnerin poliert ihre schmale Rente mit Drogendeals auf – Luzerner Kriminalgericht brummt ihr bedingte Freiheitsstrafe auf

Im abgekürzten Verfahren wurde eine heute 68-Jährige bedingt verurteilt. Sie handelte mit Marihuana, später kamen LSD und Kokain dazu.

Sandra Monika Ziegler
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Im Zeitraum von Januar 2014 bis Juni 2019 verkaufte die 68-jährige Schweizerin während mindestens 30 Monaten zwischen 12 und 15 Kilogramm Marihuana, wie das Kriminalgericht festhält. Es konnte ihr nicht ein deliktischen Handeln über die ganzen fünf Jahre nachgewiesen werden, dies auch deshalb, weil die Frau angab, immer wieder längere Zeit im Ausland geweilt zu haben. Das Gericht entschied deshalb für die 30 Monate zu Gunsten der Verurteilten.

Aus diesem Verkauf habe sie einen Gewinn zwischen 54'000 und 67'500 Franken erzielt, den Umsatz aus dem Drogengeschäft beziffert das Gericht mit 150'000 Franken. Mit dem Geld finanzierte sich die Frau ihren Lebensunterhalt. Da sie kooperierte und sich seit der Verhaftung im Juni 2019 nichts mehr zu Schulden kommen liess, wird sie zu 16 Monaten bedingt und einer Probezeit von zwei Jahren verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig – sie muss auch die Gerichts- und Verfahrenskosten in der Höhe von 4189 Franken bezahlen.

Verurteilte war kooperativ

Die Frau ist in allen Punkten geständig und bereute ihre Drogendeals aufrichtig, wie dem Urteil zu entnehmen ist. Nachdem sie zu Beginn nur mit Marihuana handelte, erweiterte sie ihr Angebot im Jahr 2019 mit LSD und Ecstasy – laut Anklage 180 Pillen Ecstasy und 40 Pillen LSD. In den letzten zwei Monaten vor der Verhaftung handelte die Frau auch noch mit Kokain. Bei der Hausdurchsuchung vom Juni 2019 konnten ein Teil der Pillen – 59 Stück – und knapp 12'600 Franken Bargeld sichergestellt werden.

Bei der Täterin handelt es sich um eine Ersttäterin, sie war bis anhin im Schweizerischen Strafregister nicht verzeichnet. Zudem sei davon auszugehen, dass sie aus dem vorliegenden Strafverfahren ihre Lehren gezogen und aus ihren Fehlern gelernt habe, wie das Gericht festhält. Der Verurteilten wird zudem eine positive Prognose attestiert. Deshalb sei die bedingte Strafe tat- und schuldangemessen. Im Verfahren sind weder Privatkläger noch Geschädigte mit Zivilforderungen aufgetreten.

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