RESORT: Auf dem Bürgenstock kehrt Hotelleben ein

In den vergangenen Jahren haben Bauarbeiter die Szenerie auf dem Bürgenstock geprägt. Jetzt finden die ersten Veranstaltungen statt. Und das soll erst der Anfang sein.

Dominik Buholzer
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Direktor Bruno H. Schöpfer gibt einen ersten Einblick in das neue Hotel Palace. (Bild: Pius Amrein (Bürgenstock, 3. März 2017))

Direktor Bruno H. Schöpfer gibt einen ersten Einblick in das neue Hotel Palace. (Bild: Pius Amrein (Bürgenstock, 3. März 2017))

«Langsam macht es hier richtig Spass», sagt Bruno H. Schöpfer, und lacht. Schöpfer hat allen Grund zur Zufriedenheit. Im Auftrag der Katara Hospitality Switzerland AG stampft er 500 Meter über dem Vierwaldstättersee für 550 Millionen Franken ein Hotel-Resort aus dem Boden.

Nach Jahren, in denen in erster Linie Bauarbeiter das Bild hier prägten, fand am vergangenen Freitag erstmals wieder eine Veranstaltung statt. Die Staatsbürgerliche Gesellschaft des Kantons Luzern tagte in den altehrwürdigen Räumen des Hotels Palace.

Interesse von Schweizer Firmen ist gross

In den kommenden Wochen und Monaten werden unzählige weitere Kongresse und geschlossene Veranstaltungen folgen – das Bürgenstock-Resort will auch im Kongresstourismus wieder eine Rolle spielen. Angestrebt werden Veranstaltungen für maximal 300 bis 500 Personen. Das sei gut so, sagt Luzerns Tourismusdirektor Marcel Perren. «Das hat Tradition auf dem Bürgenstock. Hier fanden schon die Zypern-Gespräche statt», sagt er. Und ergänzt: Die Lage dafür sei ideal.

Das Fundament für eine erfolgreiche Neuauflage scheint gelegt zu sein. «Wir bekommen täglich Anfragen», sagt Schöpfer. Für dieses Jahr sei man «super gut» unterwegs, so Schöpfer, und die Buchungen für 2018 entwickeln sich ebenfalls erfreulich. Gross ist das Interesse am neuen Resort derzeit vor allem bei Schweizer Unternehmen. Schöpfer: «Wir werden in diesem Jahr Kongresse von Pharmafirmen, Banken, aber auch zahlreichen Schweizer KMU bei uns beherbergen», so Schöpfer.

In einem zweiten Schritt will das Bürgenstock-Resort auf internationaler Ebene eine Rolle spielen. Erste Verträge sind auch hier schon in trockenen Tüchern. Schöpfer erwartet aber, dass es rund zwei bis drei Jahre dauern wird, bis die Nachfrage dazu richtig anzieht. «Ausländische Unternehmen warten mit ihren Buchungen in der Regel zu, bis das ganze Objekt fertig ist», meint Schöpfer.

Versucht das Bürgenstock-Resort dem KKL den Rang abzulaufen? Überhaupt nicht, wehrt Schöpfer ab. «Wir sehen uns vielmehr als eine Ergänzung», betont der Direktor. Deshalb pflege man eine Kooperation mit dem KKL. «Das Resort soll auch nicht ein Konzertort werden. Aber wir wollen unsere Gäste dank der neuen Bootsverbindung möglichst schnell und bequem ins KKL bringen können», schiebt er nach. Die Zeit drängt. Bruno H. Schöpfer muss vor der Staatsbürgerlichen Gesellschaft seine Rede halten. «Drücken Sie mir die Daumen, dass wir auch mit dem restlichen Teil des Resorts so gut vorwärtskommen.» Sagt’s und ist schon aus dem Salon entschwunden.

Dominik Buholzer

dominik.buholzer@luzernerzeitung.ch