RESTAURANT: «Des Alpes» setzt neu auf Luzerner

Das «Des Alpes» am Rathausquai will wegkommen vom Touristenbeiz-Image. Mit dem Umbau gibt es auch ein neues Menü.

Beatrice Vogel
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Das Direktorenpaar Pascal und Sandra Merkli im Restaurant Des Alpes, das derzeit umgebaut wird. (Bild Pius Amrein)

Das Direktorenpaar Pascal und Sandra Merkli im Restaurant Des Alpes, das derzeit umgebaut wird. (Bild Pius Amrein)

Das Hotel "Des Alpes" in Luzern wird umgebaut. Die Aussenansicht des Gebäudes. (Bild: Pius Amrein  (Neue LZ))
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Eines der erneuerten Hotelzimmer. (Bild: Pius Amrein  (Neue LZ))
Ein Blick auf die Baustelle. (Bild: Pius Amrein  (Neue LZ))
Das Direktorenpaar Pascal und Sandra Merkli auf der Baustelle. (Bild: Pius Amrein  (Neue LZ))
Ein Blick auf die Baustelle. (Bild: Pius Amrein  (Neue LZ))
Das Hotel "Des Alpes" in Luzern wird umgebaut. Das Restaurant soll neu auch vermehrt Luzerner Gäste anziehen. (Bild: Pius Amrein  (Neue LZ))

Das Hotel "Des Alpes" in Luzern wird umgebaut. Die Aussenansicht des Gebäudes. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))

Beatrice Vogel

Es liegt an bester Lage direkt bei der Kapellbrücke, wo sich nicht nur an sonnigen Tagen zahlreiche Einheimische und Touristen tummeln. Zudem ist es eines der ältesten Häuser am Rathausquai. Die optimalen Voraussetzungen wollen Sandra und Pascal Merkli, die Direktoren des Hotel Restaurants Des Alpes, nutzen und lassen dieses derzeit umbauen.

Eigentlich hätte das Restaurant an Ostern neu eröffnet werden sollen. Aber es gab Verzögerungen beim Umbau, weshalb die Eröffnung nun zwischen dem 15. und 20. April ansteht. «Wir haben praktisch das ganze Untergeschoss ausgehöhlt und viel verändert», sagt Sandra Merkli. Der Umbau betrifft das Restaurant, aber auch Hotelzimmer wurden teilweise renoviert.

Wie aus Mutters Küche

Bei vielen Luzernern hatte das Restaurant Des Alpes in den letzten Jahren den Ruf, dass dort nur asiatische Touristengruppen Fondue essen. «Viele Einheimische sagten uns, dass sie früher gerne mal ins ‹Des Alpes› gingen, heute aber wegen der vielen Touristen kaum noch kommen», sagt Sandra Merkli. Nach dem Umbau soll das Restaurant wegkommen vom Touristenbeiz-Image. «Wir wollen das ‹Des Alpes› den Luzernern zurückgeben.» Natürlich würden weiterhin Touristen kommen, aber weniger Gruppen, meint die Direktorin. «Es geht uns doch allen so: Auch wir gehen in den Ferien dorthin, wo wir Einheimische antreffen.»

Die neue Ausrichtung erfolgt hauptsächlich über das Menü, das stärker auf Individualgäste ausgerichtet ist. Serviert wird «eine modern interpretierte Variante von dem, was Mama früher gekocht hat», sagt Merkli, «alles ohne Chichi.» Dies steht auch in der Menükarte, die bereits auf der Restaurant-Website einsehbar ist: Fleisch vom Grill, Bratwurst, Rösti, Ofetori, Kalbshaxen, Risotto, Salat vom Markt, Bärlauchsuppe, Zanderfilet – um nur einige Gerichte zu nennen. «Wir interpretieren Schweizer Gerichte mit regionalen Produkten – Fondue und Raclette wird es bei uns in Zukunft jedoch nicht geben.» Hinzu kommt eine umfangreiche Weinkarte, zu einem Grossteil mit Luzerner und Schweizer Weinen. Neu hat das Restaurant auch eine Bar, die acht Meter lang ist und das ganze Lokal durchzieht.

Alte Gewölbe und Mauern

«Es ist ein sehr altes Haus, das seit 1874 als Restaurant und Hotel betrieben wird. Über die Jahre wurde es immer wieder verändert und ergänzt, bis es ziemlich verbaut war», sagt Sandra Merkli. Im Hinblick auf den Umbau legte das Direktorenpaar Wert darauf, einen möglichst ursprünglichen Zustand der Gebäudestruktur herzustellen. «Wir haben in Absprache mit dem Denkmalschutz das Restaurant mehr oder weniger entkernt, alles herausgenommen und neu errichtet.» Spannend seien die Gewölbe, die im Barbereich wieder freigelegt wurden. «Zudem behalten wir die alten Bruchsteinmauern aus dem 16. Jahrhundert, die in gutem Zustand waren.»

Dass Hotels oder Restaurants ihr Konzept vom Gruppentourismus auf Individualgäste umstellen, kommt nach Umbauphasen immer wieder vor. So hat etwa das Hotel Cascada vor einigen Jahren diesen Schritt vollzogen und setzt seither vermehrt auf Geschäftsreisende und Individualtouristen. Dies sei aber kein Trend, sagt Tourismusdirektor Marcel Perren. «Es ist eine Frage der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung», so Perren und erklärt: «Reisegruppen brauchen entsprechend Platz und Personalressourcen. Der durchschnittliche Ertrag pro Person ist zwar tiefer, dafür kommen Gruppen regelmässig und füllen zuverlässig das Haus. Gastronomen können genau planen, wie viele Menüs sie wann brauchen.» Wenn bei einem Restaurant oder Hotel die Voraussetzungen vorhanden sind, seien Touristengruppen eine gute Ergänzung zum Normalbetrieb. «Beispielsweise das ‹De la Paix›, das neben dem Restaurant Lapin noch einen Saal hat, kann gut beides kombinieren», sagt Perren.

«300 Plätze nicht einfach zu füllen»

Bekannt für die Verpflegung von Touristengruppen ist der «Stadtkeller». Anders als das «Des Alpes» will dieser nicht vom Touristen-Image wegkommen. Der Erfolg des Konzepts hängt mit der Kombination von Restaurant und Unterhaltungsprogramm durch die «Stadtkeller»-eigene Ländlerkapelle zusammen. «Die Folkloreshow – die einzige in Luzern – ist ein Aushängeschild des ‹Stadtkellers›. Sie zieht neben Touristen auch Einheimische an, die ausländische Gäste mitbringen», sagt Lorena Sossai, Operations Director bei der Gambrinus Gastronomie AG. Zudem hat der «Stadtkeller» nicht das Problem, dass Luzerner Gäste gänzlich wegbleiben, dank des Konzertprogramms im Winter. «Das Konzept hat sich für uns bewährt. Es stand nie zur Diskussion, etwas Grundlegendes daran zu ändern», sagt Sossai. «Wir können zudem nicht auf die Touristengruppen verzichten, da 300 Sitzplätze nicht einfach mit Individualgästen zu füllen sind.» Sie betont, dass es nicht nur ausländische Gruppen sind, die sich im «Stadtkeller» verpflegen. «Wir haben auch Schweizer Gruppen oder Firmenanlässe.»

Auch ein anderes Hotel mit Restaurant, das anonym bleiben möchte, beherbergt und verpflegt viele Reisegruppen. Dies, obwohl das Konzept auf Geschäftsreisende ausgerichtet ist. Das Problem sei jedoch, dass im Sommer die Business-Gäste ausbleiben und das Hotel auf Touristengruppen angewiesen sei, um das Haus zu füllen. Verpflegt werden jedoch selten Tagesgäste, die mit dem Car anreisen, sondern Hotelgäste. Dabei sind die Menüs auf Gruppen ausgerichtet – individuelle Gäste essen à la Carte. «Wir hätten eigentlich gern mehr Hotelgäste, die unserem Konzept entsprechen. Aber da der Markt dies nicht zulässt, sind wir froh um Reisegruppen», sagt eine Mitarbeiterin.

Umbau: Impressionen aus dem Innern des «Des Alpes» auf www.luzernerzeitung.ch/bilder