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«Restrisiko einer Flucht besteht immer»

Nachgefragt

Stefan Weiss, kommen verurteilte Straftäter mit der elektronischen Fussfessel künftig um ihre Strafe herum?

Nein, selbstverständlich nicht. Die Fussfessel kürzt die Strafe nicht ab, sie ist lediglich eine zusätzliche Form des Strafvollzugs. Sie soll eine bessere Integration ermöglichen, indem die Betroffenen nach wie vor ihrer Arbeit nachgehen und sich in ihrem sozialen Umfeld aufhalten können.

Die Plastik-Fessel lässt sich aber leicht durchschneiden. Droht keine Fluchtgefahr?

Es ist eine Voraussetzung, dass nur jene Personen eine Fessel tragen dürfen, die nicht fluchtgefährdet sind. Wer seine Strafe mit der Fessel vollziehen möchte, muss selber ein Gesuch stellen. Dieses wird dann sorgfältig geprüft. Aber klar: Ein Restrisiko besteht immer. Auch die Technik kann einen Rückfall nicht ausschliessen.

Was kann der Kanton tun, um dieses Risiko zu mindern?

Gerade jene Gesuche von Personen, die am Ende einer langen Freiheitsstrafe sind, wird die Vollzugsbehörde nur sehr zurückhaltend bewilligen.

Sie sprechen hier etwa von verurteilten Mördern oder Vergewaltigern. Ist es zumutbar, dass sich diese Personen dank der Fussfessel frei bewegen können?

Zu dieser Kategorie der Straftäter wird nur ein sehr kleiner Teil all jener Personen gehören, die eine Fussfessel erhalten werden. Hier gilt es zudem zu beachten, dass diese Personen am Ende ihrer Haftstrafe stehen und bereits im Arbeits- oder Wohnexternat untergebracht sind. Sprich: Sie dürfen sich ohnehin schon frei zur Arbeit bewegen und müssen sich nur noch abends und an den Wochenenden unter Arrest begeben. Die Fussfessel bietet uns nun eine zusätzliche Möglichkeit, diese letzte Stufe des Vollzugs durchzuführen.

Die Fussfesseln werden nur zu Bürozeiten überwacht. Wieso?

Für eine längere Überwachung fehlen uns die personellen Ressourcen. Zum einen beim Wohnheim Lindenfeld und zum anderen auch bei den Polizeikorps der verschiedenen Kantone, welche unter Umständen bei einem Alarm intervenieren müssten. Deshalb ist die Fussfessel zur Überwachung einer fluchtgefährdeten Person nicht geeignet. (jon)

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