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REUSSBÜHL: Anwohner fürchten sich vor Antenne

Eine geplante Handy-Antenne mit grosser Sendeleistung stösst auf Widerstand. Der Quartierverein hat nun beim Stadtrat interveniert.
Raphael Gutzwiller
Anwohner André Koller vor dem «Bücher Brocky» in Reussbühl, auf dem die Sunrise eine Mobilfunkantenne bauen will. In der Hand hält Koller einen Flyer, mit dem er die Anwohner über das Vorhaben informieren will. (Bild Dominik Wunderli)

Anwohner André Koller vor dem «Bücher Brocky» in Reussbühl, auf dem die Sunrise eine Mobilfunkantenne bauen will. In der Hand hält Koller einen Flyer, mit dem er die Anwohner über das Vorhaben informieren will. (Bild Dominik Wunderli)

«Wir wurden nicht einmal informiert», ärgert sich André Koller. Der Reussbühler fürchtet sich vor einer Antenne, die auf dem nah von ihm gelegenen «Bücher Brocky» gebaut werden soll. Die chinesische Firma Huawei Technologies AG möchte für Sunrise auf dem Gebäude an der Ruopigenstrasse 18 eine Handy-Antenne bauen. Die Antenne soll auf dem Dach des Liftschachts rund zwei Meter hoch sein. Für sie liegt aktuell eine Baubewilligung auf – bis am 30. Dezember kann noch gegen das Projekt Einsprache erhoben werden. André Koller hat eine eingereicht. Aus seiner Sicht gehöre eine Handy-Antenne in kein Wohnquartier. «Es gibt besser Standorte, wie zum Beispiel in einem Industriegebiet», sagt er. Davon gäbe es im Quartier Reussbühl genug. «Der Standort ist für so eine Antenne absolut ungeeignet.»

Einsprache war zu teuer

Mit dieser Meinung ist er nicht allein: So wurde zu Mobilfunkantennen in Wohnquartieren bereits eine städtische Initiative eingereicht (siehe Box). Auch im Quartier Reussbühl bekommt Koller Unterstützung. «Ich habe ebenfalls Einsprache dazu erhoben», sagt ein weiterer Anwohner gegenüber unserer Zeitung, der anonym bleiben möchte. Weitere Anwohner hätten von einer Einsprache abgesehen, da dazu Gebühren von bis zu 300 Franken bezahlt werden müssten. «Es ist doch unglaublich, dass wir uns die Gesundheit erkaufen müssen», ärgert sich André Koller. Dabei sei das Handynetz in Reussbühl sowieso ausreichend, sagt der Anwohner. André Koller kritisiert in der Einsprache unter anderem, dass die Antenne zu hoch sei. «Ich bin mir nicht sicher, ob diese Antenne überhaupt zonenkonform ist.»

Die geplante Antenne hat eine maximale Leistung von 3345 Watt. Damit fällt sie in der Kategorisierung des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) in den Bereich «grosse» Sendeleistung. «Das ist doch verrückt», sagt André Koller. «Wir fürchten uns vor den gesundheitlichen Folgen für uns, unsere Kinder und unsere Grosskinder.» Zudem könnte die Wohnung durch die Antenne erheblich an Wert verlieren, befürchtet André Koller.

Anwohner nicht informiert

Markus Werner, Mediensprecher der Sunrise Communications AG, sagt, eine Leistung von über 3000 Watt befinde sich im Rahmen. «Die ist nicht ausserordentlich hoch.» Abgesehen davon sei die Mobilfunkanlage in Reussbühl notwendig. «Die Bevölkerung und die Wirtschaft nutzen immer mehr Mobilfunkdienste. Das Datenvolumen auf dem Mobilfunknetz verdoppelt sich jedes Jahr, nicht zuletzt wegen der zunehmenden Verbreitung von Smartphones.» So müssten die Mobilfunknetze laufend ausgebaut werden. «Die Netze müssen dort ausgebaut werden, wo die Kunden den Dienst nutzen, also entlang von Verkehrsachsen, in Wohngebieten und Gewerbezonen», sagt Markus Werner. Er bestätigt, dass die Anwohner in Reussbühl nicht direkt über die Antennenpläne informiert worden sind, wohl aber die Stadt: «Wir informieren die Gemeinden frühzeitig über unsere Ausbaupläne. Zudem ist für die Errichtung einer neuen Anlage ein Baugesuch notwendig, das jeweils öffentlich ist», sagt er weiter.

Neben den Einsprechern wird auch der Quartierverein Reussbühl aktiv. Er werde beim Stadtrat vorstellig, sagt Fabrizio Laneve, Präsident des Quartiervereins. «Wir haben bei der Stadt eine Anfrage gemacht. Wir möchten wissen, ob es nicht besser geeignete Standorte für eine solche Antenne gibt», so Laneve. «Je nachdem, was die Stadt sagt, werden wir die Situation im Quartierverein analysieren.»

«Einsprachen lassen mich kalt»

Clemens Ribler, Eigentümer des Gebäudes in der Ruopigenstrasse, stellt das Gebäude für die Antenne zur Verfügung. Dies nachdem Huawei AG im Auftrag von Sunrise mit einer entsprechenden Anfrage auf ihn zugekommen war. «Jeder möchte überall Handy-Empfang, aber eine Antenne aufstellen möchte niemand», sagt Ribler. Er sei von Huawei bereits vorgewarnt worden, dass mit mindestens einem Dutzend Einsprachen zu rechnen sei. Doch Ribler stellt klar, dass sich alles im gesetzlichen Rahmen befinde. «Daher lassen mich die Einsprachen ziemlich kalt.»

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