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REUSSBÜHL: Bedrückender Gruppenzwang

Im Stück «Herr der Fliegen» zeigen Schüler des Kanti-Theaters, wie aus einem Spiel ein Kampf ums Überleben wird.
Yvonne Imbach
Lisa Müller (Mitte) in ihrer Rolle als Kyra in einer der Theaterproben. (Bild: Yvonne Imbach (Reussbühl, 1. Mai 2018))

Lisa Müller (Mitte) in ihrer Rolle als Kyra in einer der Theaterproben. (Bild: Yvonne Imbach (Reussbühl, 1. Mai 2018))

Der Theaterkurs der Kantonsschule Reussbühl hat unter der Regie von Georges Reber das Stück «Herr der Fliegen» nach William Golding einstudiert. Die 22 Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Klasse beweisen mit ihrem kraftvollen Spiel, dass sie sich mit dem Inhalt des 1954 verfassten Klassikers intensiv auseinandergesetzt haben. Georges Reber blickt zurück: «Die Schüler fanden das Stück von Anfang an sehr spannend: Eine Gruppe von Jugendlichen allein auf einer Insel: Wie organisieren sie sich? Was tun sie zu ihrer Rettung?» Mit Improvisationen und eingehenden Überlegungen, wie man selbst völlig auf sich alleine gestellt reagieren würde, seien sie dem Inhalt nähergekommen.

«Ich habe Angst. Vor uns!»

Es geht um eine Gruppe Jugendlicher, die vor einem atomaren Krieg in Sicherheit gebracht werden soll. Ihr Flugzeug stürzt ab. Kein Erwachsener überlebt, einige Jugendliche retten sich auf eine einsame Insel. Erst gehen sie demokratisch vor und definieren Rangordnungen und Regeln. Machtkämpfe schleichen sich ein, bis es ums nackte Überleben geht. Als grösste Gefahr stellt sich ihr gegenseitiges Verhalten heraus. Treffend sagt der Anführer: «Ich habe Angst. Vor uns!»

Intensive Probezeit hat sich gelohnt

Die Szenen, wo erst ein Schwein gejagt wird und schliesslich das gegenseitige Misstrauen aufkocht, erzeugen beim Zuschauer kalte Schauer. Die intensive Probezeit seit Anfang Jahr, zum Teil auch am Sonntag, an Feiertagen und über Mittag, hat sich gelohnt.

Hemmungslos wird gebrüllt, über die ganze Bühne gerannt und körperliche Gewalt angedeutet. Das facettenreiche Schlagzeug-Spiel von Balz Muheim unterstreicht die aufbrechenden Emotionen.

Strenge Monate liegen hinter Justin Paljuh (17) und Lisa Müller (18), welche die Hauptrollen von «Ralph» und «Kyra» übernommen haben. Denn für beide steht in drei Wochen die Matura an. Wie ist dies zu schaffen? Lisa Müller verrät: «Ich musste Prioritäten setzen und die ganze Lernerei irgendwie aneinander vorbeibringen. Viel Freizeit blieb mir nicht. Einige Lücken muss ich noch aufholen.» Georges Reber sagt: «Theater schult die Wahrnehmung und bildet die Persönlichkeit.» Das hilft sicher auch für die Maturaprüfungen.

Yvonne Imbach

stadt@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Aufführungen: Morgen (Premiere), 5. und 7. Mai, jeweils 19.30 Uhr. Aula Kantonsschule Reussbühl. Türkollekte.

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