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REUSSBÜHL/EMMEN: Entwicklungsgebiet in ständigem Wandel

Das Gebiet an der Mündung der Kleinen Emme war vor 120 Jahren sehr ländlich. Innerhalb kürzester Zeit entstand hier eines der ersten Industriegebiete Luzerns. Heute dominieren Strassenverkehr und städtische Hochbauten den Stadtteil.
Links: Reussbühl und Emmenbrücke mit der namensgebenden Holzbrücke um 1900. Rechts: Reussbühl heute, im Hintergrund der Seetalplatz mit dem Kino Maxx. (Bilder: ZHB Luzern Sondersammlung; Roger Grütter (19. Juli 2017))

Links: Reussbühl und Emmenbrücke mit der namensgebenden Holzbrücke um 1900. Rechts: Reussbühl heute, im Hintergrund der Seetalplatz mit dem Kino Maxx. (Bilder: ZHB Luzern Sondersammlung; Roger Grütter (19. Juli 2017))

Heute ist es eines der grössten urbanen Entwicklungsgebiete im Raum Luzern – vor rund 120 Jahren wähnte man sich auf dem Land: Das Mündungsgebiet der Kleinen Emme machte eine eindrückliche Entwicklung durch, wie die beiden Bilder zeigen. Im Grunde fehlt aber ein drittes Bild – jenes des von Industrie geprägten Emmenbrücke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es war die erste industrialisierte Gegend ­ des Kantons Luzern. Die von Moos’schen Eisenwerke und die Kunstseidefabrik Société de la ­Viscose brachten in jener Zeit Arbeiter, Geld und soziale Veränderungen nach Emmen.

Um 1900 dominierte aber noch eine prächtige Holzbrücke das Ortsbild. Am nördlichen Brückenkopf: der «Emmenbaum» und ein Bauernhof. Von einem Seetal-«Platz» konnte noch nicht die Rede sein, und das Emmenfeld war tatsächlich noch ein Feld. Im Hintergrund sieht man das Dorf Gerliswil. 1902 war die Holzbrücke aus dem 18. Jahrhundert aber nicht mehr zeitgemäss. Die Stadt Luzern plante die Verlängerung der Tramlinie bis zum Bahnhof Emmenbrücke. Eine neue ungedeckte Betonbrücke machte dies 1903 möglich und brachte der Industrie Auftrieb.

Emmenbrücke lag in Littau

Heute führen zwei Brücken – die obere und untere Zollhausbrücke – über die Kleine Emme. Die obere wird nach ihrem Neubau im letzten Jahr als letztes Stück der Seetalplatz-Umgestaltung demnächst in Betrieb genommen.

Beachtung verdient der linke Ausschnitt des historischen Bildes, der Reussbühl und die Hauptstrasse zeigt. Im Vergleich zum Rest des Fotos wirkt die Häuseransammlung recht städtisch. Interessant ist, dass das Gebiet am südlichen Brückenkopf, das zur Gemeinde Littau gehörte, einst Emmenbrücke genannt wurde, wie aus der «Geschichte der Gemeinde Emmen» von Beatrice Schumacher hervorgeht. Hier entstand ein Arbeiterdorf, beeinflusst durch die an der Emme ansässige Industrie. Neben Wohnhäusern gab es auch kleinere Fabriken. Die Ortsbezeichnung Emmenbrücke wurde über längere Zeit für beide an der Brücke gelegenen Gebiete verwendet. Laut Schumacher kannte Emmenbrücke keine klaren Grenzen: «Emmenbrücke ist die Sammelbezeichnung eines wachsenden Industriegebiets und eines von Arbeiterinnen und Arbeitern geprägten Ortes.»

Die Industrie prägt weiterhin das heutige Emmenbrücke, auch wenn viele Fabrikgebäude umgenutzt sind. Daneben dominieren der Grosskreisel Seetalplatz und das Kino Maxx das Ortsbild. Reussbühl hingegen hat sich weniger verändert. Heute gibt es noch Gebäude, die auf dem historischen Bild erkennbar sind oder zumindest ihnen ähnlich sehende Nachfolgebauten.

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

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