RICHTPLAN: Kanton in vier statt in drei Teile gliedern

Während vier Monaten hat im Kanton Luzern die Gelegenheit bestanden, zum Entwurf des revidierten kantonalen Richtplans Stellung zu nehmen. Dabei will die Mehrheit den Kanton nicht in drei Regionen gliedern - sondern in vier.

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Vom 30. April bis 31. August 2008 fand die Anhörung der Gemeinden, Regionen, Parteien, Verbände, Organisationen und Nachbarkantone sowie eidgenössischer und kantonaler Stellen statt. Wie die Staatskanzlei am Montag mitteilte, sind insgesamt 162 Stellungnahmen eingegangen – darunter alle im Kantonsrat vertretenen Parteien und der überwiegende Teil der Gemeinden.

In einer klaren Mehrheit der Stellungnahmen wird die im Revisionsentwurf aufgezeigte strategische Ausrichtung des Kantons Luzern auf die Metropolregion Nordschweiz befürwortet. In mehreren Eingaben wird neben einer engeren Kooperation mit den Kantonen Zürich und Aargau auch eine engere Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern und dem Wirtschaftsraum Zug angeregt.

Unterschiedlich wird der Grundsatz beurteilt, das Wachstum auf den Hauptentwicklungsraum zu konzentrieren. So wird unter anderem verlangt, dass dieser Grundsatz um die «gleichzeitige Förderung der ländlichen Entwicklungsräume» zu ergänzen sei.

Vier-Regionen-Modell wird bevorzugt
Auf Akzeptanz stösst die Bildung von regionalen Strukturen und entsprechenden regionalen Entwicklungsträgern. Aber: Eine kurzfristige Aufteilung des Kantons in nur drei Regionen wird mehrheitlich abgelehnt. Stattdessen wird ein Vier-Regionen-Modell (Luzern, Seetal, Sursee-Mittelland und RegioHER) bevorzugt.

Im Bereich der Verkehrspolitik wird der Wunsch geäussert, der Anbindung der ländlichen Räume an die Zentren und Hauptentwicklungsräume vermehrt Beachtung zu schenken. Gefordert werden Ergänzungen bei der Schieneninfrastruktur wie beispielsweise den Doppelspurausbau Rotsee oder das Projekt Wiggertalbahn.

Der Regierungsrat wird nun – gestützt auf das Ergebnis der Anhörung – den Richtplan überarbeiten und diesen im Frühjahr 2009 zur Gewährleistung der Mitwirkung der Bevölkerung während 60 Tagen öffentlich auflegen. Danach wird der revidierte Richtplan dem Kantonsrat und dem Bundesrat zur Genehmigung unterbreitet.

sda