Richtungswahl für Luzerns Stadtregierung

Die Wähler der Stadt Luzern entscheiden am Sonntag, ob sie neu von einem mehrheitlich linken oder bürgerlichen Stadtrat regiert werden wollen. Zudem müssen sie das Stadtpräsidium bestimmen.

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Manuela Jost (GLP), Beat Züsli (SP) und Rolf Hermetschweiler (SVP) treten zum zweiten Wahlgang an. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)

Manuela Jost (GLP), Beat Züsli (SP) und Rolf Hermetschweiler (SVP) treten zum zweiten Wahlgang an. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)

Im ersten Wahlgang vom 6. Mai wurden vier der fünf Regierungssitze vergeben. Gewählt wurden die bisherigen Stefan Roth (CVP) und Ursula Stämmer (SP) sowie Martin Merki (FDP) und Adrian Borgula (Grüne), welche beide zurücktretende Parteikollegen ersetzen.

Noch zu haben ist der Sitz des parteilosen Urs W. Studer, der das Stadtpräsidium innehat und nach 16 Jahren abtritt. Studer, ein Mann des Ausgleichs, gehörte bis vor seiner Wahl der FDP an.

Linke wollen Mehrheit

SP und Grüne wollen Studers Rücktritt nutzen, um im Stadtrat eine linke Mehrheit zu schaffen. Die Chancen ihres Kandidaten Beat Züsli (SP) stehen gut, denn er hat im ersten Wahlgang das beste Resultat der Nichtgewählten erzielt.

Keine Einigkeit bei den Bürgerlichen

Profitieren könnte Züsli vom Umstand, dass sich die Bürgerlichen, obwohl sie erklärtermassen eine linksdominierte Regierung verhindern wollen, nicht auf eine gemeinsame Kandidatur einigen konnten. Zur Wahl stellen sich die mitteorientierte Manuela Jost (GLP) und der rechtsbürgerliche Rolf Hermetschweiler (SVP).

Hermetschweiler hatte im ersten Wahlgang nur den achten Platz - noch hinter einem Kandidaten der Juso - erzielt. Die SVP begründet ihr Festhalten an einer Kandidatur mit ihrem Wähleranteil. Zudem politisiere Jost nicht bürgerlich.

CVP und FDP setzen aber nicht auf Hermetschweiler, sondern auf Jost. Die Grünliberale hat im ersten Wahlgang klar besser abgeschnitten als der SVP-Mann. CVP und FDP kamen zum Schluss, dass mit Hermetschweiler eine linke Mehrheit nicht zu verhindern sei.

Umkämpftes Präsidium

Die Stimmberechtigten müssen zudem bestimmen, wer das Stadtpräsidentenamt ausüben soll. Im ersten Wahlgang erzielte Stefan Roth (CVP) das beste Resultat. Er erhielt mehr als doppelt so viele Stimmen wie die zweitplatzierte Ursula Stämmer (SP).

Die Sozialdemokratin kann am Sonntag mit zusätzlichen Stimmen rechnen, denn die Grünen haben ihren Kandidaten zurückgezogen. Der Vorteil dürfte dennoch beim CVP-Kandidaten liegen. Er wird erneut von FDP und SVP sowie neu der GLP unterstützt.

Bis zur Wahl Studers 1996 war das Amt des Stadtpräsidenten eine Domäne des Freisinns. Roth wäre der erste Stapi der CVP und der erste aus dem Stadtteil Littau, der seit 2010 zu Luzern gehört. Stämmer wäre die erste Frau und die erste Linke in diesem Amt.

Total sind in zehn Gemeinden Nachwahlen nötig, so in den Vororten Horw und Meggen. In Horw kämpfen vier Kandidaten um den letzten freien, bislang der FDP zugeteilten Sitz. In Meggen macht der Kantonalpräsident der GLP der FDP das Gemeindepräsidium streitig.

sda

Luzernerzeitung.ch berichtet ab Sonntagmittag laufend über alle Wahl- und Abstimmungsresultate aus den sechs Zentralschweizer Kantonen.