Rickenbach
Aargau und Luzern feierten zusammen die Eröffnung eines neuen Höhenwegs

Auf der Grenze zwischen Luzern und Aargau wurde am Samstag mit Ständeratsbeteiligung ein neuer Höhenwanderweg eingeweiht.

Peter Weingartner
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Der neue «Höhenweg AargauSüd» ist auf Initiative des Gemeindeverbands AargauSüd entstanden. Diesem gehören zwölf Aargauer Gemeinden aus dem Wynen- und Seetal an. Am Samstag wurde der Weg auf der Kantonsgrenze oberhalb von Rickenbach offiziell eröffnet. Ebenfalls dabei ist Pfeffikon, seit der Fusion mit Rickenbach also nun Rickenbach. Als einzige Luzerner Gemeinde.

Martin Widmer, Präsident des Verbands, beschwört die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf launige Weise: «Luzern bezahlt; der Aargau führt aus.» Im Klartext: Rickenbach mit Geschäftsführer Peter Fischer lud zu Wurst und Brot und Tranksame, bezahlte also; Ueli Wanderon, Chef des Forstbetriebs AargauSüd, sorgte mit seinen Leuten dafür, dass die Würste die gewünschte Bräunung erhielten.

Am Weg gearbeitet haben vor allem die Aargauer. Hans Würgler, Mitglied der Projektgruppe, blickte auf anderthalb Jahre Arbeit zurück: Routenwahl? Teiletappen? Zugänge zu den Hügeln links und rechts der Wyna? «So entstand der Rundweg von rund 47 Kilometern Länge mit acht Teilwegen», sagte er und präsentierte eine detaillierte Broschüre mit Karten, Zubringerrouten ab ÖV, Beschreibungen, Bildern und Tipps für die einzelnen Etappen zwischen Teufenthal und Rickenbach.

Fortsetzung in den Kanton Luzern hinein?

Der ganze Weg wäre in gut 13 Stunden zu machen. Der Teilweg 6 beispielsweise ist ab Rickenbach markiert und führt vom höchsten Gipfel des Kantons Aargau, dem Stierenberg (872 Meter über Meer), nach Menziken. Auf einigen Ruhebänken entlang des Höhenwegs sind Erzählpunkte samt QR-Code angebracht mit Geschichten und lokalen Legenden.

Von links: Martin Widmer, Präsidenten des Gemeindeverbands AargauSüd, Ständerat Thierry Burkart (FDP) und Ständerätin Andrea Gmür-Schönenberger (CVP/Mitte).

Von links: Martin Widmer, Präsidenten des Gemeindeverbands AargauSüd, Ständerat Thierry Burkart (FDP) und Ständerätin Andrea Gmür-Schönenberger (CVP/Mitte).

Bild: Peter Weingartner (Rickenbach, 1. Mai 2021)

An der Eröffnung am Waldrand wohnten Ständerätin Andrea Gmür-Schönenberger (CVP/Mitte) für Luzern und Ständerat Thierry Burkart (FDP) für den Aargau bei – begleitet von Alphornklängen der Alphorngruppe Pfeffikon. Gmür strich das Gemeinsame der beiden Kantone als Lebens-, Arbeits- und Naturraum heraus und verwies auf eine Rahmenvereinbarung zwischen den Kantonen und strategische Leitlinien. Mit einem Augenzwinkern wies sie auf einen Wermutstropfen hin: Der Höhenweg führt nur kurz über Luzerner Territorium. Ihre Hoffnung: ein Ausbau des Wegs in den Kanton Luzern hinein.

Thierry Burkart betonte die unterschiedliche Geschichte der beiden Kantone, die einen solchen Anlass vor 174 Jahren unmöglich gemacht hätten. Hier Luzern, Sonderbund, katholisch-konservativ, heute CVP; da Aargau, liberal, freisinnig. Freundnachbarliches Frotzeln gehört zum Spiel; man weiss ja: Was sich mag, das neckt sich. Als Beispiel für Zusammenarbeit und Verbundenheit führte er Kaspar Villiger an, der nach der Primarschule in Pfeffikon LU in Reinach AG die Bezirksschule und in Aarau die Kanti besucht hat.

Martin Widmer entgegnete auf Gmürs Bemerkung, dass der Höhenweg wenig durch Luzerner Lande führe: «Er führt zweimal durch den Kanton Luzern, bei Rickenbach und vor Menziken kurz durch Schwarzenbach.» Verlängerung? Gute Idee, der Anfang sei gemacht. Dank Sponsoren und Gönnern konnten die rund 40'000 Franken Kosten gedeckt werden, ohne die Gemeindekassen zu belasten. Das ausführliche Booklet ist unter www.aargausued.ch (Suchbegriff Höhenweg) abrufbar.