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Rickenbach: Experiment mit Gästen im Klostertrakt ist gescheitert

Das Kloster der Arenberger Dominikanerinnen in Rickenbach steht vor einer
ungewissen Zukunft: Weil der Gästebetrieb zu wenig rentabel ist, wird er Ende Jahr eingestellt.
Evelyne Fischer
Das Kloster Rickenbach muss per Ende Jahr die Tore schliessen, weil der Gästebetrieb zu wenig rentabel ist. (Bild: Dominik Wunderli, 25. November 2016)

Das Kloster Rickenbach muss per Ende Jahr die Tore schliessen, weil der Gästebetrieb zu wenig rentabel ist. (Bild: Dominik Wunderli, 25. November 2016)

«Die wirtschaftliche Lage des Hauses überfordert uns, und jede weitere finanzielle Unterstützung wird – bei aller Liebe zur Heimat unserer Gründerin, Mutter Maria Cherubine Willimann – unverantwortlich.» Es sind deutliche Worte, die Schwester Maria Scholastika in ihrem Brief wählt, der dem aktuellen Pfarreiblatt des Pastoralraums Michelsamt beigelegt ist. «Schweren Herzens» kündigt die Generalpriorin des Klosters Rickenbach an, dass der Gästebetrieb per 27. Dezember eingestellt wird. Grund dafür: die zu geringe Auslastung.

Daniel Blättler, der Leiter des Gästehauses, führt auf Anfrage aus: «Die 16 Einzel- und vier Doppelzimmer im Gästetrakt waren in der Regel unterbelegt. Um einigermassen überleben zu können, hätten wir eine deutlich höhere Auslastung gebraucht. Kostendeckend wäre es aber selbst dann nicht gewesen.» Das Kloster Rickenbach ist wohl das jüngste der Schweiz: Es wurde 1984 zu Ehren der Rickenbacherin Cherubine Willimann gebaut, welche die Ordensgemeinschaft der Dominikanerinnen von Arenberg gegründet hat. Die Rickenbacher Gemeinschaft ist der einzige Schweizer Ableger des deutschen Mutterhauses. Im Konvent am Dominikusweg leben heute noch vier Schwestern.

Auszeitzimmer sind stark subventioniert worden

Seelsorger Daniel Blättler gehört zur vierköpfigen Kerngemeinschaft, die im Sommer 2016 zur Sicherung der Klosterzukunft eingesetzt wird. Mit Meditationen, geistlichen Impulsen oder Begleitungsgesprächen will man fortan den Bekanntheitsgrad des Hauses steigern. Um das Klosterleben auf Zeit stärker zu bewerben, werden zusätzlich sechs Auszeitzimmer im Klostertrakt für Gäste geöffnet. Für 60 Franken pro Nacht mit Vollpension lässt sich ins Klosterleben eintauchen, das Angebot ist vom Orden stark subventioniert worden. Zum Vergleich: Ein Zimmer im Gästehaus mit Vollpension gibts ab 93 Franken pro Nacht.

Wie Schwester Maria Scholastika in ihrem Brief schreibt, hat man «grosse Hoffnungen» in dieses Projekt gesetzt. Denn: Anfragen «nach einer längeren begleiteten Wegstrecke» hätten sich gehäuft und wer davon profitiert habe, sei «gestärkt und mit neuer Ausrichtung» in den Alltag zurückgekehrt. Für nähere Auskünfte war die Generalpriorin leider nicht erreichbar.

«Um einigermassen überleben zu können, hätten wir eine deutlich höhere Auslastung gebraucht.»

Daniel Blättler, Leiter Gästehaus Kloster Rickenbach

«Wir wollten dem Projekt maximal drei Jahre Zeit geben», sagt Seelsorger Daniel Blättler. «Dass nun bereits früher Schluss ist, schmerzt natürlich.» Aufgrund der fehlenden Auslastung habe man diesen Schritt aber kommen sehen. Warum die Belegungszahlen konstant tief geblieben sind, kann er nur mutmassen: «Rickenbach ist vermutlich zu wenig zentral gelegen. Vielleicht wäre ein solches Angebot in Stadtnähe erfolgreicher.» Ein Grund sei vielleicht auch die Herkunft der Beherbergten: «Wir hatten viele Stammgäste aus Deutschland, die nun altershalber nicht mehr kommen. Auch das hohe Preisniveau hat wohl eine Rolle gespielt.» Ferner stelle er fest, dass das Kurswesen in der Schweiz generell einen schweren Stand habe.

Einige Angestellte verlieren ihren Job

Der Entscheid der Geschäftsleitung in Deutschland, das Gästehaus zu schliessen, hat personelle Konsequenzen: Während Blättler und seine Frau, die den Hausdienst leitet, in der Übergangsphase noch im Kloster verbleiben, müssen sich weitere Angestellte beruflich neu orientieren.

Für die künftige Nutzung der Räumlichkeiten will die Ordensgemeinschaft nun neue Partner suchen. Solange es die Kräfte zulassen, bleibt die Schwesterngemeinschaft noch vor Ort und nimmt nach Möglichkeit noch vereinzelt Auszeitgäste im Klostertrakt auf.

Gästezimmer in Ordensgemeinschaften:
Hier gibt es das Klosterleben auf Zeit

Zahlreiche Klöster und Ordensgemeinschaften in der Zentralschweiz bieten Gästezimmer an - mit und ohne Teilnahme am klösterlichen Leben. Anbei eine Auswahl:

Luzern
Baldegger Schwestern im Kloster Baldegg
Dominikanerinnen von Arenberg, Kloster Rickenbach

Zug
Olivetaner-Benediktinerinnen im Kloster Heiligkreuz, Cham

Obwalden
Benediktinerinnenkloster St. Niklaus von Flüe, Melchtal
Benediktinerabtei Kloster Engelberg
Dominikanerinnen von Bethanien, St. Niklausen

Nidwalden
Kapuzinerinnenkloster St. Klara, Stans

Uri
Kloster St. Lazarus, Seedorf

Schwyz
Weggemeinschaft Kloster Ingenbohl, Brunnen
Benediktinerinnen-Kloster in der Au, Trachslau bei Einsiedeln
Benediktinerabtei Unserer Lieben Frau, Kloster Einsiedeln

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