Rickenbach und Pfeffikon fusionieren

Die Gemeinden Rickenbach und Pfeffikon werden sich per 1. Januar 2013 zusammenschliessen. Beide Gemeinden sagten mit über 80 Prozent Ja zur Fusion.

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Die Kirche in Pfeffikon. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Die Kirche in Pfeffikon. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Rickenbach und Pfeffikon fusionieren per 1. Januar 2013. Dies haben die Stimmberechtigten der beiden Gemeinden am Sonntag beschlossen. In Pfeffikon lag der Ja-Stimmen-Anteil bei 80,9 Prozent und die Rickenbach sagten gar mit 88 Prozent Ja zur Fusion.

Fusion 2008 sistiert

Schon im Oktober 2008 haben die beiden Gemeinden eine Fusion geprüft, die Abklärungen aber sistiert – die finanziellen Grundlagen hätten nicht gestimmt, hiess es damals. Rickenbach und Pfeffikon hatten vom Kanton einen Fusionsbeitrag von 7,5 Millionen Franken gefordert, aber nur 5,4 Millionen zugesichert bekommen. Der Abbruch der Verhandlungen hat sich zumindest finanziell gelohnt: Heute haben die Gemeinden mit dem Kanton einen Fusionsbeitrag von satten 8,5 Millionen ausgehandelt – nicht eingerechnet den Sonderbeitrag von 2 Millionen, den die Regierung bereits vor gut einem Jahr an das finanziell stark angeschlagene Pfeffikon gesprochen hat.

Pro-Kopf-Schuld sinkt

Für die Pfeffiker bringt eine Fusion vor allem Änderungen in drei Bereichen: Die Gemeindeverwaltung der fusionierten Gemeinde ist neu in Rickenbach beheimatet, sämtliche Sekschüler müssten die Schule in Rickenbach besuchen und könnten nicht mehr wählen, ob sie im benachbarten Reinach AG den Unterricht besuchen. Bei Spitex, Kinderspitex sowie Mütter- und Väterberatung ist man nicht mehr nach Reinach AG, sondern nach Rickenbach ausgerichtet. Dafür wird das finanziell gebeutelte Pfeffikon (Pro-Kopf-Schuld per 1. Januar 2013: 7354 Franken) und das ebenfalls nicht auf Rosen gebettete Rickenbach (5556 Franken) als vereinigte Gemeinde Rickenbach aus den tiefroten Zahlen gehievt: Für die fusionierte Gemeinde wird die Pro-Kopf-Schuld fürs Jahr 2013 auf 5247 Franken sinken und auch in den weiteren Jahren voraussichtlich weiter zurückgehen. Im neuen Gemeinderat hat Pfeffikon einen garantierten Sitz. Sicher ist: Allein hätte  Pfeffikon nicht überlebt. Eine Fusion mit dem geografisch näher liegenden Reinach AG wollte die Gemeinde 2007 prüfen; in einer Konsultativabstimmung wurde die Idee jedoch verworfen.

Näher am Aargau

Weniger ändern wird sich durch die Fusion für das bevölkerungsmässig grössere Rickenbach. «Wir würden näher an den Aargau rücken – das kann ein Vorteil sein», sagt der Rickenbacher Gemeindepräsident Roland Häfeli im Vorfeld der Abstimmung. Nach der Kündigung beim Entwicklungsträger Sursee-Mittelland überlege man sich nun, dem Entwicklungsträger Aargau- Süd beizutreten, wo Pfeffikon bereits Mitglied ist. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Eine ÖV-Verbindung zwischen Pfeffikon und Rickenbach ist auch mit einer Fusion nicht vorgesehen.

lm/bep

Einschätzungen und Reaktionen lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.