RICKENBACH/BEROMÜNSTER: Der Goldkaplan ist zurück

Seinen Urlaub hat sich Kaplan Issac anders vorgestellt. In Indien flog der 59-Jährige als Goldschmuggler auf. Nun ist er wieder in Rickenbach.

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Der Luzerner Priester versuchte, Goldbarren, die in Schockoladen-Papier gewickelt waren, am Zoll vorbeizuschleusen. (Symbolbild) (Bild: Archiv LZ)

Der Luzerner Priester versuchte, Goldbarren, die in Schockoladen-Papier gewickelt waren, am Zoll vorbeizuschleusen. (Symbolbild) (Bild: Archiv LZ)

Wer sich Ende Januar auf den Strassen von Rickenbach nach Kaplan Issac erkundigte, bekam nur Positives zu hören. Gelobt wurde vor allem dessen Frömmigkeit. Und den Leuten im Dorf tat ihr Seelsorger irgendwie auch leid. Denn in jenen Tagen wurde publik («Luzerner Zeitung» vom 25. Januar), welches Ungemach dem Geistlichen in seinem Heimatland Indien widerfahren war. Issac, Kaplan des Seelsorgeverbandes Beromünster-Neudorf-Pfeffikon-Rickenbach-Schwar­zenbach, sorgte am Flughafen von Kochi im südindischen Kerala für einigen Wirbel. Denn der Reisende wurde des Goldschmuggels überführt.

Sämtliche Versuche der «Zentralschweiz am Sonntag», den Mann in seiner Heimat zu kontaktieren, um weitere Einzelheiten zu erfahren, schlugen fehl.

Die Goldbarren wurden von einem Gläubigen geschenkt

Das änderte sich nun endlich diese Woche, als Issac aus Indien in die Schweiz zurückflog und sich wie vereinbart mit den zuständigen Personen des Bistums Basel kurzschloss. Issacs fehlgeschlagener Goldschmuggel sorgte nämlich allenthalben für Stirnrunzeln und warf Fragen auf. Zum Beispiel: Für welche Zwecke wollte der Inder das Edelmetall einsetzen? Hansruedi Huber ist verantwortlich für die Kommunikation im Bistum Basel und kennt des Rätsels Lösung: «Das Geschenk war für ein Waisenhaus bestimmt.»

Das aber bleibt jetzt ein frommer Wunsch. Issacs Fauxpas zog nicht nur ein Bussgeld von 300 Franken nach sich, sondern noch viel Schlimmeres: Die Behörden konfiszierten auch gleich noch die drei Goldbarren im Wert von rund 12 000 Franken. Das Edelmetall respektive der geldwerte Verkaufserlös ist nun futsch.

Würdenträger auf Trab gehalten

Das Ganze hinterlässt auch einen schalen Nachgeschmack, eingedenk folgender Tatsache. Issac berappte nämlich die insgesamt 300 Gramm Gold nicht aus dem eigenen Sack. Nein, der kleine Schatz wurde dem Kleriker von einem Gläubigen übergeben. Dies natürlich in der Hoffnung, die edle Spende falle dereinst auf fruchtbaren Boden und zaubere ein Lächeln in möglichst viele Kindergesichter.

Die Affäre Issac hielt auch hohe kirchliche Würdenträger auf Trab. In einem Brief an Bischof Felix (Gmür) bestätigte der Erz­bischof der Diözese Thiruvalla, Thomas Mar Koorilos, promovierter Theologe, die guten Absichten des Kaplans sowie das Vorkommnis am Zoll. Kaplan Issac lebt seit 2010 in Rickenbach und kehrt spätestens Ende 2018 in sein Heimatland Indien zurück.

 

Thomas Heer

thomas.heer@

 

zentralschweizamsonntag.ch