RIEDSTRASSE: Luzerner Familiengärten sind stark verseucht

Hiobsbotschaft für Hobby-Gärtner: Der Boden der Schrebergärten im Luzerner Friedental ist massiv belastet – kleine Kinder dürfen sich dort nicht mehr aufhalten.

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Blick von oben auf die Schrebergärten auf dem Areal Riedstrasse. (Bild Google Earth)

Blick von oben auf die Schrebergärten auf dem Areal Riedstrasse. (Bild Google Earth)

Bei den vier Arealen im Friedental sind deutlich bis stark erhöhte Schadstoffgehalte gemessen worden, wie die Stadt Luzern mitteilt. Grund dafür ist, dass sie auf oder am Rand einer Kehrichtdeponie liegen, die bis nach 1950 von der Stadt Luzern betrieben wurde. Die Deponie wurde nach der Schliessung zum Teil mit einer nur 30 Zentimeter dicken Bodenschicht abgedeckt.

Nutzungsverbote ausgesprochen
Auf Grund der starken Belastung wird ab 2010 auf 25 Gartenparzellen ein Nutzungsverbot ausgesprochen. Es dürfen keine Nahrungspflanzen mehr angebaut werden. Kinder bis sechs Jahre dürfen sich zudem nur noch auf versiegelten oder abgedeckten Böden aufhalten, da die Gefahr besteht, dass sie beim Spielen in der Nähe von Beeten und Rasenflächen kontaminierte Erde aufnehmen könnten.

Für weitere 51 Parzellen gelten Nutzungseinschränkungen. Es dürfen nur noch Nahrungspflanzen mit geringer Schwermetallaufnahme angebaut werden. Der Aufenthalt von Kleinkindern wird vor allem im Bereich der Beete eingeschränkt. Auf 31 Parzellen gelten Empfehlungen für den Nahrungspflanzenanbau. Es wird empfohlen, sich nicht hauptsächlich aus dem eigenen Garten zu versorgen und Obst- und Gemüsesorten mit schwacher Schwermetallaufnahme anzubauen sowie Obst und Gemüse gut zu waschen und nach Möglichkeit zu schälen.

Die Stadt Luzern wird bis Ende 2009 prüfen, welche Massnahmen sinnvoll sind, um die belasteten Parzellen zu sanieren oder ob die Areale allenfalls für andere Nutzungen bereitgestellt werden sollen.

Andere Areale nur teilweise betroffen
Bei den übrigen vier Arealen der Stadt konnte nur vereinzelt Überschreitungen der Grenzwerte festgestellt werden. Auf einer Parzelle im Areal Lido musste ein Nutzungsverbot ausgesprochen werden. Auf zwei weiteren sowie auf drei Parzellen des Areals Allmend gelten ab 2010 Nutzungseinschränkungen. Alle anderen Parzellen sowie jene beim St.-Karli und an der Landschaustrasse können ohne Einschränkungen genutzt werden.

Unsere Zeitung hatte bereits Anfang Jahr darüber berichtet, dass das Familiengartenareal Sedel-West in Luzern massiv belastet ist. Dort mussten drei Parzellen für den Anbau gesperrt werden. Das Areal Sedel-West liegt in der Nähe der ehemaligen städtischen Kehrichtdeponie im Friedental.

Die heute von der Stadt zur Verfügung gestellte Fläche für Familiengartenareale umfasst über 160 Hektaren. Von den insgesamt 15 Arealen liegen 11 in der Stadt und 4 in Kriens, Horw, Ebikon und Meggen. Sie werden von rund 750 Pächtern genutzt.

scd/red