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Fasnachtsspektakel: Das sind die typischen Krienser Masken

Am Samstag, 26. Januar, soll mit einem Grossanlass die Begeisterung für das fasnächtliche Treiben in Kriens neu entfacht werden. Vom «Wöschwiib» bis zum «Buuremaa»: Jede Krienser Original-Holzmaske ist ein Unikat. Wir zeigen die bekanntesten Typen .
Hugo Bischof
Maskenschnitzer Markus Zimmermann (links) und alt-Gallivater Jörg Küchler (rechts) planen ein Bööggentreffen in Kriens. Auf dem Bild sind die beiden mit Holzmasken im Atelier von Markus Zimmermann mit originalen, selbstgeschnitzten Krienser Masken zu sehen. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 21. Januar 2019))

Maskenschnitzer Markus Zimmermann (links) und alt-Gallivater Jörg Küchler (rechts) planen ein Bööggentreffen in Kriens. Auf dem Bild sind die beiden mit Holzmasken im Atelier von Markus Zimmermann mit originalen, selbstgeschnitzten Krienser Masken zu sehen. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 21. Januar 2019))

So viele Krienser Masken wie möglich sollen sich am Samstag, 26. Januar, ab 14.33 Uhr auf dem Dorfplatz in Kriens unterhalb der Galluskirche versammeln. Initianten des erwarteten Riesenspektakels sind der Krienser Maskenschnitzer Markus Zimmermann sowie alt Gallivater Jörg Küchler. «Wir wollen der ganzen Schweiz zeigen, wo die wahren urchigen Bööggen zu Hause sind», sagen sie.

Das «Grosse Chrienser Böögge-Triibe» wird erstmals durchgeführt. Den beiden Organisatoren schwebt vor, dass daran künftig bis zu 1000 Chrienserbööggen teilnehmen werden: «Alle Fasnachts- und Maskengruppen und auch die Gemeinde Kriens stehen hinter dem Anlass.»

Nur geschnitzte Holzmasken sind erlaubt

«Wir rufen alle Krienserinnen und Krienser dazu auf, mitzumachen», sagt Markus Zimmermann. «Bedingung ist aber, dass alle eine für Kriens typische Holzmaske tragen.» Geschminkte Grende und serienmässig angefertigte Plastikmasken sind also tabu. «Holt eure Holzmasken hervor», sagt Jörg Küchler, um mit einem Schmunzeln anzufügen: «Diese sind Tragmasken, und sie haben es nicht gern, wenn sie an den Fasnachtstagen nicht getragen werden.»

Die ersten Krienser Holzmasken tauchten im 19. Jahrhundert oder noch früher auf. Die einzelnen Typen, wie man sie heute kennt, wurden aber erst im 20. Jahrhundert definiert. Die drei ältesten Krienser Originalmasken sind das «Wöschwiib», der «Krienser Deckel» und das «Buure- und Bärnerwyb». Dazu kommen weitere: etwa «Buurema», «Chorber», «Chesselflicker», «Chrüterfraueli» meist aus dem bäuerlichen Milieu. Das Brauchtum und die Fasnacht werden in Kriens von der Galli-Zunft und diversen Vereinen und Gruppen gepflegt. Dem Erfinden von neuen originellen Fasnachtsfiguren mit geschnitzten Holzmasken sind keine Grenzen gesetzt. Da 2019 in Kriens das Bergrennen Eigenthal mit einem Nostalgie-Anlass geehrt wird, rechnet Zimmermann damit, dass an der Fasnacht «auch Rennfahrer, Mechaniker und Boxen-Girls auftauchen».

Samstag, 26. Januar, 14.33 Uhr: Grosses Chrienser Böögge-Triibe auf dem Dorfplatz Kriens. Infos zu den einzelnen Masken aus dem von Jürg Studer verfassten Archiv der Galli-Zunft.

Nachfolgend zeigen wir sechs typische Krienser Masken:

«Wöschwiib»

«Wöschwiiber» am Fasnachtsumzug 2012 in Kriens. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 21. Februar 2012))

«Wöschwiiber» am Fasnachtsumzug 2012 in Kriens. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 21. Februar 2012))

Das «Wöschwiib» ist die häufigste Krienser Originalmaske. Sie geht auf die Zeit zurück, als Krienser Frauen für die Luzerner Herrschaften die Wäsche besorgten und auf diese Weise viele Neuigkeiten und Gerüchte von Luzern nach Kriens brachten. Dieser Klatsch und das ganze Drumherum wird heute mit allerlei «Wöschete» nachgeahmt. Ursprünglich trugen die «Wöschwiiber» schwarze Kopftücher, dunkle Röcke und eine Schürze, die beim Waschen mit Klammern auf Hüfthöhe zusammengerafft wurde. Heute ist es ein rot-weisses Kleid mit weisser Schürze, Unterrock und Unterhose. Dazu das obligate Waschbrett. Ihre Maske zeigt ein verschmitztes oder schalkhaftes Lachen.

«Krienser Deckel»

Gallivater-Abholung 2019 auf dem Dorfplatz in Kriens. (Bild: Roger Grütter)

Gallivater-Abholung 2019 auf dem Dorfplatz in Kriens. (Bild: Roger Grütter)

Der «Krienser Deckel» ist eine Schreckmaske mit eng nebeneinanderliegenden, weit aufgerissenen Augen, spitzem Kinn und wulstigen Lippen. Sein Deckel besteht aus speziell behandelter Baumrinde und ist etwa 80 bis 120 Zentimeter lang. Als Waffe trägt er einen Holzknüppel. Mit einem gruseligen Gurren verschafft er sich zusätzlich Respekt. An Umzügen erschreckt er damit die Zuschauer. Er könnte ein Waldgeist sein oder ein Soldat aus der napoleonischen Zeit des Franzoseneinfalls in die Innerschweiz Ende des 18. Jahrhunderts. Auch die grossen Einquartierungen der französischen Soldaten um 1847 waren nicht beliebt und könnten eine solche Figur hervorgebracht haben.

«Buure- und Bärnerwiib»

«Bärnerwiib» am Fasnachtsumzug 2018 in Kriens.

«Bärnerwiib» am Fasnachtsumzug 2018 in Kriens.

Diese Figur geht wohl auch auf den Franzoseneinfall zurück. 1798 marschierten Kriegstruppen von Bern über das Renggloch nach Kriens. Die mit den Soldaten mitziehenden Berner Frauen lebten vom Marktverkauf und der Prostitution. Deshalb die schöne Tracht, das demonstrative Heben des Rocks sowie das gedehnte «Rrrrrr», mit dem die «Buure- und Bärnerwiiber» die Umzugszuschauer umgarnen. Heute werden dazu meist freundliche oder spitzbübische Holzmasken getragen. Früher waren die Masken primär furchteinflössend, was auch mit dem Vertreiben von bösen Geistern zu tun haben könnte; um die Irreführung zu vervollständigen, verkleideten sich Männer als Frauen.

«Buuremaa»

«Buuremaa» am Fasnachtsumzug 2015 in Kriens.

«Buuremaa» am Fasnachtsumzug 2015 in Kriens.

Der «Buuremaa» wird oft mit dem «Krienser Deckel» verwechselt. Im Gegensatz zu diesem trägt er ein Tierfell, das die Schultern und den Rücken bedeckt, ausserdem einen Schlappfilzhut mit eingenähten Hanfsträhnen. Auch macht der «Buuremaa» einen etwas freundlicheren, weniger schreckhaften Eindruck. Sein Name hat sich im Zusammenhang mit dem «Buurewiib» erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingebürgert.

«Güggelipeter»

«Güggelipeter»-Maske am Krienser Fasnachtsumzug 2007. (Bild: Patrik Pauli (Kriens, 20. Februar 2007))

«Güggelipeter»-Maske am Krienser Fasnachtsumzug 2007. (Bild: Patrik Pauli (Kriens, 20. Februar 2007))

Die Figur des «Güggelipeter» beruht auf dem gleichnamigen Krienser Original mit dem bürgerlichen Namen Peter Huber. Dieser lebte von 1843-1917 und pilgerte jeweils mit einem Korb in die Stadt und verkaufte Hühner. Er war auch ein Muulörgeli-Virtuose und tanzte freundlich gesinnten Menschen in seinen schweren Schuhen einen polternden Tanz vor. Güggelipeter wurde zu einer beliebten Figur für fasnächtliches Intrigieren.

«Chorberin»

«Chorberin». (Bild: Verein Original Krienser Maske)

«Chorberin». (Bild: Verein Original Krienser Maske)

Der «Chorber», respektive die Chorberin» verkauften früher auf Bauernhöfen selbstgemachte Körbe oder reparierten sie. Eine weitere Figur ist etwa auch der «Muuser», der mit seinen Mäuse-Fallen bei den Bauern vorbeiging und pro Mäuseschwanz entlöhnt wurde.

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