Riesenwels im Sempachersee gefangen – doch eigentlich gehört die Art nicht in die Zentralschweiz

Im Sempachersee wurde ein fast zwei Meter langer Wels an Land gezogen. Obwohl der Fisch in der Zentralschweiz nicht heimisch ist, ist dieser Fang kein Einzelfall.

Salome Erni
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50 Kilo brachte sein Fang auf die Waage, erzählt der Hobby-Fischer Patrick Steiner. Er zog den riesigen Wels gemeinsam mit einem Kollegen am letzten Donnerstagabend aus dem Wasser des Sempachersees. 40 Meter vom Ufer entfernt, etwa auf der Höhe des Yachtclubs Sempachersee biss der Fisch an.

Aussergewöhnlich am Fisch ist aber nur seine Grösse und sein Gewicht, nicht seine Art. Im letzten Monat haben Steiner und sein Kollege mindestens schon zehn Welse gefangen, obwohl sie eigentlich auf der Suche nach Hechten sind. Steiner sagt dazu: «Es ist keine Seltenheit, Welse in der Grösse von 170 oder 180 Zentimeter zu fangen, wir hatten aber auch solche von nur 50 Zentimeter Länge.»

Patrick Steiner zeigt seinen fast zwei Meter langen Wels.

Patrick Steiner zeigt seinen fast zwei Meter langen Wels.

Bild: PD

Der Wels ist nicht heimisch und könnte zum Problem werden

Der Wels ist im Sempachersee nicht heimisch. Wie Peter Ulmann, Abteilungsleiter Natur, Jagd und Fischerei der Lawa Luzern, im letzten Jahr gegenüber unserer Zeitung sagte, sei der Welsbestand auf illegale Aussetzungen zurückzuführen. Deshalb gibt es für die Tiere keine Schonzeit und kein Mindestfangmass, denn mit dem Befischen der Welse könne die Ausbreitung der Art gebremst werden.

Aus diesem Grund freut sich Steiner auch über seinen Fang, denn damit leiste er einen Beitrag, dass sich die standortfremde Art nicht zu stark im Sempachersee ausbreitet, sagt der Neuenkircher gegenüber unserer Zeitung.

Wie Ulmann im letzten Juli erklärte, werde sich in einigen Jahren zeigen, ob sich der Wels plötzlich massenhaft vermehre und zu einem wahren Problem werde. Der Fisch sei für den einheimischen Hecht eine potenzielle Konkurrenz, da beide als Räuber an der Spitze der Nahrungskette sind.

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