«Rigi Anzeiger» stellt Printausgabe ein und erscheint nur noch online

Die kostenlose Wochenzeitung «Rigi Anzeiger» stellt seine Printausgabe ein. Als Grund führt der Verleger Roland Gerber schwindende Inserat-Einnahmen an. Online soll die Veröffentlichung noch bestehen bleiben.

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Screenshot Rigi-Anzeiger

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Nach 54 Jahren ist Schluss: Die kostenlose Wochenzeitung «Rigi Anzeiger» erscheint nicht mehr als Printausgabe. Der Druck müsse «vorübergehend eingestellt» werden, heisst es in einer Mitteilung des Verlegers und Herausgebers Roland Gerber. Grund sei ein starker Rückgang des Inseraten-Umsatzes. «Verlag und Redaktion setzen alles daran, die aktuelle Liquiditäts-Krise wieder in den Griff zu bekommen», so Gerber.

Online soll der «Rigi Anzeiger» weiterhin bestehen bleiben. Wie lange, ist unklar. Gegenüber «zentralplus» äussert Gerber Bedenken: «Im Internet können wir wohl kaum mehr viel Geld generieren.» Ob sich die vorwiegend ältere Leserschaft zu einem Sprung ins Internet bewegen lasse, sei fraglich. Die fünf Mitarbeiter der Zeitung wolle Gerber weiterhin auf der Lohnliste behalten. Die Gratiszeitung hatte laut eigenen Angaben eine Auflage von gut 36 000 Exemplaren und erreichte rund 40 000 Leser.

Roland Gerber hat den «Rigi Anzeiger» 2002 übernommen. Zuvor war der 74-Jährige unter anderem Verlagsdirektor der «Luzern Neueste Nachrichten». Unserer Zeitung gegenüber wollte sich Gerber nicht äussern.

Konkurrent aus dem Rontal bedauert das Aus

Daniel Scherz, Geschäftsleiter der Regionalzeitung «rontaler», die zum Teil die gleichen Gemeinden abdeckt wie der «Rigi Anzeiger», bedauert das Ende des Konkurrenten: Lokalzeitungen seien wichtig, vor allem für die Gemeinden, Vereine und die Lokalpolitik. «Das sind Zeitungen, die gut gelesen werden», so Scherz. «Deshalb ist es schade, dass sich der Rigi Anzeiger nicht halten konnte und jetzt wegfällt.»

Vor sechs Jahren habe sich der «rontaler» in einer ähnlichen Situation befunden. «Eine Rettungsaktion war nötig», so Scherz. Mittlerweile biete der «rontaler» mehr als nur Inserate an. «Wir unterstützen unsere Kunden vermehrt auch bei Videoproduktionen oder im Bereich Social Media. Wir produzieren Inhalte für sie», sagt Scherz.

«Freier Schweizer» kann eventuell profitieren

Auch Pascal Kaiser, Geschäftsleiter der Lokalzeitung «Freier Schweizer», bezeichnet das Aus des «Rigi Anzeigers» als Verlust für die Medienvielfalt. Und: «Es kann sein, dass wir durch die veränderte Marktsituation vom einen oder anderen zusätzlichen Inserat profitieren werden.» Auch der «Freie Schweizer» wird teils in den gleichen Gemeinden verteilt wie der «Rigi Anzeiger».

Auf dem Inseratemarkt sei es zwar schwieriger geworden. Der «Freie Schweizer» könne allerdings auf treue Kunden zählen, die regional und lokal tätig seien. «Ich werte dies auch als Beleg dafür, dass regionale, abonnierte Printmedien nach wie vor der richtige Ort sind, um die lokale Bevölkerung zu erreichen – und nicht das Internet.» (sma)