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Apotheken-Sterben in der Stadt Luzern: Rigi, Falken und jetzt auch Tell

Gleich zwei Apotheken haben in den letzten 17 Monaten in der Stadt Luzern dichtgemacht. Nächste Woche schliesst auch die Tell-Apotheke beim Pilatusplatz – allerdings nicht, weil die Miete zu hoch geworden ist. Der Standort war eine Übergangslösung.
Sandra Monika Ziegler
Die Tell Apotheke am Pilatusplatz in Luzern schliesst nächste Woche. Bild: (Jakob Ineichen, 13.Juli 2018).

Die Tell Apotheke am Pilatusplatz in Luzern schliesst nächste Woche. Bild: (Jakob Ineichen, 13.Juli 2018).

Emsiges Treiben herrschte am Freitag in der Tell-Apotheke an der Obergrundstrasse beim Pilatusplatz. Es wurde aber nicht etwa aufgeräumt, sondern eingepackt. Apothekerin Astrid Schrut-Pöll lächelte trotzdem: «Ja, dem ist so. Wir ziehen um – nach Hitzkirch. Der Standort hier war eine Übergangslösung.»

Eigentlich wäre Schrut-Pöll gerne länger geblieben, doch die Stadt Luzern hat als Eigentümerin Eigenbedarf angemeldet. Geplant sei, dass die Sozialen Dienste ihren Schalter vom ersten Stock in die Räumlichkeiten der Tell-Apotheke, also ins Parterre, verlegen. Dies bestätigt Stefan Liembd, Leiter Soziale Dienste Stadt Luzern, auf Anfrage.

Züglete kommt jetzt einfach früher

«Der Wegzug ist zwar früher als geplant, doch es stimmt auch so für uns», sagt Schrut-Pöll. Die ETH-Apothekerin freut sich, künftig ihren Mann in der Hitzkirch Apotheke und Drogerie in Hitzkirch zu unterstützen. Er hat diese letzten November eröffnet.

Doch zurück nach Luzern. Schrut-Pöll kennt die Apotheken Szene gut auf dem Platz Luzern und hatte schon an mehr als einem Standort gewirkt. Bereits 1996 eröffnete das Apothekenpaar Schrut-Pöll die Letzi Apotheke im Bruchquartier. Und zuletzt war es die Rigi-Apotheke am Grendel. Diese wurde im Februar 2017 geschlossen. Eingezogen ist dort der Uhrenhändler Embassy.

Am Standort Grendel waren gut 90 Prozent der Kundschaft Touristen, am Standort Pilatusplatz ist es genau umgekehrt. Die Luzerner Kundschaft, so Schrut-Pöll müsse trotz Wegzug nicht auf ihre Dienste verzichten: «Wir haben unsere Kunden über den Wegzug informiert und bieten einen Gratis-Hauslieferdienst samt Beratung an.»

Sanierungen treiben Miete in die Höhe

Für den Strukturwandel in ihrer Branche macht sie mehrere Faktoren verantwortlich. Meist seien es die hohen Mieten, die ein wirtschaftliches Geschäften nicht mehr ermöglichten. Das hänge zum Teil auch mit dem Zustand der Liegenschaften zusammen. Denn steht eine Sanierung unausweichlich bevor, würde oft versucht, diese Kosten mit Mieterhöhungen zu kompensieren, so Schrut-Pöll.

Das bestätigte auch Marianne Dublanc von der Falken-Apotheke. Sie sagte im März zu unserer Zeitung: «Der neue Eigentümer hat aber Mietzinsvorstellungen, die eine Apotheke nicht erfüllen kann.» Deshalb hat sie ihren Vertrag vorzeitig aufgelöst und die Apotheke Ende Juni geschlossen. Nun wird die Liegenschaft von Grund auf saniert.

Immer weniger unabhängige Apotheken Der Druck besonders auf die unabhängigen Apotheken erhöht sich stetig. Denn immer mehr davon werden von einer Kette aufgekauft. Das zeigen auch die Zahlen von Pharmasuisse. Demnach wurden per Ende 2016 in der Schweiz 1792 Apotheken registriert. Und davon waren lediglich 246 Apotheken unabhängig.

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