RIGI KALTBAD: Das «Alpina» ist in neuer Hand

Nach 14 Jahren hat Leo Camenzind sein Hotel und Restaurant verkauft. Der neue Pächter will den Betrieb im gleichen Stil weiterführen. Doch bei der Menükarte wird künftig experimentiert.

Niels Jost
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Ronny Leardi (31) ist der neue Pächter des Hotel-Restaurants Alpina. (Bild: Nadia Schärli (Rigi Kaltbad, 13. Februar 2017))

Ronny Leardi (31) ist der neue Pächter des Hotel-Restaurants Alpina. (Bild: Nadia Schärli (Rigi Kaltbad, 13. Februar 2017))

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Wer mit der Zahnradbahn nach Kaltbad auf die Rigi fährt, dem präsentiert sich das Hotel-Restaurant Alpina derzeit in strahlendem Sonnenschein. Das Lokal ist selbst am gestrigen Montagmittag gut gefüllt – und das nicht nur auf der sonnigen Terrasse. Der Betrieb scheint gut zu laufen. Trotzdem hat Besitzer Leo Camenzind das Haus bereits per Ende November an die Hostellerie Immobilien AG, Rigi Kaltbad, verkauft, wie aus dem aktuellen Kantonsblatt zu entnehmen ist.

Der Grund dafür ist simpel: Der 60-jährige Gersauer hat sich frühzeitig pensionieren lassen. Er sei zwar noch fit, aber den Hotel- und Restaurantbetrieb alleine weiterzuführen, dafür habe er nun doch zu wenig Energie, sagt er auf Anfrage. Schliesslich verlange eine gute Führung mehr als ein 100-Prozent-Pensum. «Vor allem die Hotelbuchungen haben mir zugesetzt, die man heutzutage fast schon rund um die Uhr betreuen muss», so Camenzind. «Ich hatte keine Zeit mehr für mich und meine Familie.»

Investoren aus China abgesagt

Mit der neuen Besitzerin habe er den optimalen Käufer gefunden. «Ich wollte das Hotel nicht an deutsche oder chinesische Interessenten verkaufen. Ich wollte eine Schweizer Lösung, jemanden, dem der Betrieb am Herzen liegt», so Leo Camenzind. Und mit Rolf Otto Kasper, dem Geschäftsführer der Immobilien-Firma, habe er jemanden gefunden, der sich mit der «Königin der Berge» bestens auskennt. Ihm gehört bereits das Hotel Rigi Kaltbad und das Hotel First mit dem Restaurant Bärenstube. Dort ist Leo Camenzind mittlerweile im Stundenlohn angestellt. Die Verkaufssumme möchten die beiden Gastronomen nicht nennen.

Optimal sei der Besitzerwechsel auch deshalb, weil alle sechs festangestellten Mitarbeiter und die vier Stundenlöhner bleiben konnten. Zudem wurde der Betrieb ununterbrochen fortgeführt. Dafür konnte Camenzind, der Hotel und Restaurant während 14 Jahren geführt und jeden Tag geöffnet hatte, den neuen Pächtern mit einigen Tipps zur Seite stehen. Die Neuen im Hause sind Ronny Leardi und seine Frau Katja. Auch Leardi ist auf der Rigi kein Unbekannter, hat er doch bereits eineinhalb Jahre die «Bärenstube» geführt. «Ich wollte eine neue Herausforderung», sagt der 31-Jährige über seine Motivation. «Mit dem ‹Alpina› darf ich nun ein Haus an einem der schönsten Standorte der Rigi führen. Das ist auch wirtschaftlich gesehen nicht uninteressant.»

Neu: Hotelgäste aus Holland

Dennoch möchte Leardi die Qualität künftig noch steigern. So kommen bei ihm ausschliesslich frische und regionale Produkte auf den Tisch. Neu sind auf der Speisekarte gluten- und laktosefreie, vegetarische und gar vegane Gerichte zu finden, wie Rauch-Tofu-Würfel an Haussauce mit Reis oder Gemüserösti mit Pesto. «Mit den veganen, gluten- und laktosefreien Menüs wollen wir aktuellen Trends folgen.»

Im gleichen Stil weitergehen solls mit dem Hotelbetrieb. 19 Betten stehen im «Alpina»zur Verfügung, verteilt auf zwei Einzelzimmer und sieben Doppel- oder Mehrfachzimmer. Die drei Appartements im Anbau des 1911 erbauten Hauses sind neuerdings fix vermietet. In einem wohnen die Leardis mit ihrem 15 Monate alten Sohn Loris selber, wenn sie nicht gerade ihren freien Tag in ihrer Heimat im Aargau verbringen. Die Zielgruppe für das Hotel bleibe dieselbe: im Winter mehrheitlich Skifahrer oder Schneeschuhläufer, im Sommer Wanderer. Wobei: «Wir arbeiten mit einem Reisebüro aus den Niederlanden zusammen und haben deshalb mehr holländische Gäste», fügt Leardi an und eilt wieder ins Restaurant zu seinen Gästen.