RIGI KALTBAD: Rigi-Station: Baustart trotz Kritik

Das Stationsgebäude auf Rigi Kaltbad kann gebaut werden. Dies trotz Widerstand seitens mancher Einwohner. Diese geben sich aber noch nicht geschlagen.

Roseline Troxler
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So soll das rund drei Millionen Franken teure Stations­gebäude der Rigi-Bahnen auf Rigi Kaltbad dereinst aussehen. (Bild: PD)

So soll das rund drei Millionen Franken teure Stations­gebäude der Rigi-Bahnen auf Rigi Kaltbad dereinst aussehen. (Bild: PD)

Die Freude bei der Rigi Bahnen AG ist gross: Dem Bau des Stationsgebäudes auf Rigi Kaltbad steht nichts mehr im Weg, wie das Unternehmen mitteilt. Beim Kantonsgericht seien innert der gesetzlichen Frist keine Einsprachen eingegangen. «Mit der Eröffnung des Stationsgebäudes wird eine Phase reger Bautätigkeit auf Rigi Kaltbad zu einem vorläufigen Ende kommen», sagt Roger Joss, Leiter Verkauf und Marketing.

Die Bergstation, welche die Rigi Bahnen AG plant, soll mit Holzelementen ausgestattet werden und über ein Shop- und Souvenirangebot, einen Wartebereich, Lager- und Kühlräume für die Gastronomie, und eine Touristeninformation verfügen. Der drei Millionen Franken teure Bau wurde vom Architekten Didier Pichonnaz entworfen.

Den Spatenstich des Neubaus planen die Rigi Bahnen AG im Frühling bis Frühsommer dieses Jahres. «Die Fertigstellung und Eröffnung soll per Anfang 2015 erfolgen», so Roger Joss.

«Die Infrastruktur wird benötigt»

Kaspar Widmer, Gemeindepräsident von Weggis, sagt zum Bau: «Es ist richtig, dass das alte Stationsgebäude, welches vor zwei Jahren abgebrochen worden ist, nun ersetzt wird. Die Infrastruktur wird benötigt.» Das Zentrum auf Rigi Kaltbad umfasst heute das Mineralbad, den Dorfplatz, das sanierte Hotel Rigi Kaltbad, einen Dorfladen mit Poststelle, einen Victorinox-Corner, einen Regio­shop sowie Wohnhäuser.

Die Rigi Dorfladen AG, welche den bestehenden Dorfladen betreibt, begrüsst die Entwicklung auf Rigi Kaltbad. Sie schreibt in einer Mitteilung: «Die Rigi Dorfladen AG ist erfreut, dass auf Beginn 2015 ein wichtiger Entwicklungsschritt auf der Rigi abgeschlossen werden kann.» Sie betont, dass das neue Dienstleistungszentrum des Bahnhofs «den Rigi Dorfladen in keiner Art in Frage stellen oder gefährden wird». Dies sei auch von der Rigi Bahnen AG, die Aktionärin der Rigi Dorfladen AG ist, unterstrichen worden. «Das Sortimentsangebot wird gegenseitig abgestimmt», sagt der Verwaltungsrat. Die Zielkundschaft des Stationsgebäudes seien nicht Kunden des Dorfladens, sondern Gäste, die aus Zeitnot noch eine Kleinigkeit kaufen. Laut Peter Pfenniger von den Rigi-Bahnen setze der geplante Shop im Gegensatz zum bestehenden eher auf Souvenirs und wenig Lebensmittel.

Kritik: Überdimensionierter Bau

Der geplante Bau des Stationsgebäudes auf der Rigi hat zu grossem Widerstand geführt. Insgesamt sind zehn Sammel- und Einzeleinsprachen gegen das Projekt eingegangen. Der Vorwurf der Gegner: Das Gebäude sei «überdimensioniert und wird bahntechnisch gar nicht gebraucht». Noch Anfang Januar haben die Einsprecher angekündigt, die Baubewilligung, welche durch die Gemeinde Weggis im Dezember erteilt worden ist, vor Kantonsgericht anzufechten. Davon haben die Einsprecher nun abgesehen. Mitte Januar haben Bewohner sowie Sympathisanten bei der Gemeinde Weggis allerdings eine Petition mit 330 Unterschriften gegen die Station eingereicht. Joe Felber, einer der Initianten, sagt: «Punkto Shop wurde ebenfalls nicht auf uns eingegangen. Wir hoffen, dass sich in diesem Punkt noch etwas tut.» Die Petitionäre befürchten, dass der geplante Shop den bestehenden Dorfladen und den Sportkiosk konkurrenziert und deren Existenz bedroht. «Wir appellieren an die Rigi-Bahnen, freiwillig auf den Shop zu verzichten und die freiwerdende Fläche für eine Reduktion des Baukörpers zu nutzen», so Felber. So sei ein grösserer Durchgang zwischen dem Bahnhof und Dorfplatz möglich.

Bisher hat es laut Felber seitens der Rigi Bahnen AG oder der Gemeinde noch keine Reaktion auf die Petition gegeben. Die Gemeinde werde diese nun prüfen und beantworten, so Gemeindepräsident Kaspar Widmer.

Die Rigi Dorfladen AG dankt in ihrer Mitteilung den Initianten der Petition. «Diese führte dazu, dass nochmals intensive Gespräche und Verhandlungen geführt worden sind, zwischen der Rigi Dorfladen AG und der Rigi Bahnen AG.»