Rigi-Petitionäre kritisieren Dumpingpreise für Asiaten und Eingriff in Landschaft scharf

Der Verwaltungsrat der Rigi Bahnen AG empfiehlt den Aktionären, an der Generalversammlung alle drei Anträge über die touristische Entwicklung abzulehnen. Jetzt reagieren die Antragssteller mit Unverständnis. 

Niels Jost
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Erstmals können sich die Aktionäre der Rigi Bahnen AG direkt zur touristischen Entwicklung der «Königin der Berge» äussern. Konkret: Zu drei Anträgen zuhanden der Generalversammlung, welche mit den Forderungen der Petition «Rigi: 800'000 sind genug!» identisch sind.

Der achtköpfige Verwaltungsrat (VR) lehnt alle Anträge ab. Das kritisieren die Antragssteller René Stettler, Herbert Reinecke, Antoinette Schmid, Peter Vock und Ivo Voehringer nun scharf. Unverständlich sei, dass das Bahnunternehmen weiterhin eine Wachstumsstrategie verfolge, welche auf internationale Gruppenreisende ausgerichtet sei. Denn diese würden oftmals bloss Pauschalpreise für die Fahrt auf die Rigi zahlen, welche weit unter dem Normaltarif lägen. Sie fordern daher die Einführung einer Wachstumsbeschränkung, welche über den Preis geregelt ist und so eine «kontrollierte Qualität» sicherstellen soll.

Asiatische Touristen auf der Rigi.

Asiatische Touristen auf der Rigi.

Bild: Boris Bürgisser (Rigi, 27. September 2019)

Dazu halten die Antragssteller fest: «Die Dumpingpreise, welche die Tour Operator beziehungsweise die Gäste aus Asien oder Übersee heute bezahlen, basieren auf einem Geschäftsmodell, das desaströs und ökologisch nicht mehr zu verantworten ist.»

«Es droht ein langwieriger Rechtsstreit.»

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den geplanten Bau der Gondelbahn von Weggis nach Rigi-Kaltbad. Obwohl das durchgeführte Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüberstehe, gäbe es durchaus Anlass zur Sorge. Die Antragssteller beziehen sich dabei auf die Kritik diverser Umweltschutzverbände. Diese befürchten, dass die ständig wahrgenommene Bewegung der Gondeln zu einer Beeinträchtigung des Landschaftsbildes führe und der Schutzwald am Berg geschädigt werde.

Die Kritikpunkte sind zwar nicht völlig neu. Doch mit ihrer Mitteilung betonen die Antragssteller einmal mehr die Dringlichkeit ihrer Anliegen - und dass sie keine Mühen scheuen, diese durchzusetzen. Zum Gondelbahnprojekt schreiben sie: «Es droht ein langwieriger Rechtsstreit.»

Die rund 5500 Aktionäre der Rigi Bahnen AG haben nun bis am 8. Mai Zeit, um zu den Anträgen schriftlich mit einem unabhängigen Stimmrechtsvertreter Stellung zu nehmen.

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