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RIGI: Sein letzter Winter als Skilehrer

Fast ein halbes Jahrhundert hat Andres Lustenberger den Kindern das Skifahren beigebracht. Ende Saison geht er in Pension damit ist offen, ob die Schweizer Schneesportschule Rigi bestehen bleibt.
Andres Lustenberger hat die Skischule Rigi während 38 Jahren geleitet und gibt seit 48 Jahren Skikurse. Nach diesem Winter hört er auf. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Andres Lustenberger hat die Skischule Rigi während 38 Jahren geleitet und gibt seit 48 Jahren Skikurse. Nach diesem Winter hört er auf. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Roger Rüegger

«Einem Kind das Skifahren beizubringen, ist das Schönste für mich. Grosse Kinderaugen strahlen diese Dankbarkeit aus, die man nicht vergisst», beschreibt Andres Lustenberger die Vorzüge seines Berufes. Der 65-jährige Mann ist seit fast einem halben Jahrhundert Skilehrer auf der Rigi. Er ist in Rigi Kaltbad geboren und aufgewachsen und verbrachte fast sein ganzes Leben hoch über dem Vierwaldstättersee.

Als 17-jähriger Bursche hat er im Winter 1967 zum ersten Mal an der Skischule Rigi Kurse gegeben. Das war vor 48 Jahren. Bis heute ist Andres Lustenberger dieser Skischule treu geblieben. Während dreier Jahre lebte er in Andermatt, wo er als Maurer und Trainer des Urner Skiverbandes arbeitete. Doch dann zog es ihn zurück nach Rigi Kaltbad. Vor 38 Jahren übernahm er die Leitung der Schweizer Schneesportschule Rigi, wie sie heute heisst.

«Gehe mit einem Juz in Pension»

Doch nun will der Mann kürzertreten. Die Leitung der Skischule gibt er auf Ende Saison ab. «Am 8. März um Punkt 16 Uhr geht der Skiwinter auf der Rigi zu Ende. Dann werde ich mit einem lauten Juz in Pension gehen», sagt Andres Lustenberger. Schwer falle ihm dieser Schritt nicht, betont er. «Ich kann gut kürzertreten. Ski fahren werde ich aber immer. Man wird mich auch in Zukunft noch häufig auf der Piste antreffen. Aber ich mache nicht mehr jeden Tag ‹hopp de Bäse›.» Die Skirennen für die Schulen von Vitznau und Weggis, die jeweils am Ende der Woche durchgeführt werden, wird er weiterhin ausstecken. «Das behalte ich. Mit und für die Kinder schaffe ich gerne.»

Unklar ist derzeit aber, wer den Spuren Andres Lustenbergers im Schnee folgen wird, sprich wer ab nächstem Winter die Schneesportschule Rigi leitet. Lustenberger, der dem Dachverband der Schweizer Skischulen angeschlossen ist und sich regelmässig weiterbildet und an Wiederholungskursen teilnimmt, weiss noch nicht, wer sein Nachfolger wird.

Ob den Gästen auf der Rigi im kommenden Winter überhaupt eine Skischule zur Verfügung steht, ist offen. Christian Haueter, Geschäftsleiter der Marketing- und Entwicklungsorganisation Rigi Plus AG, sagt zwar auf Anfrage: «Das Ziel ist natürlich, dass unsere Schneesportschule erhalten werden kann. Die Förderung des Wintersports wollen wir hier auf alle Fälle weiterführen.» Ob künftig nach den Richtlinien des Dachverbands Swiss Snowsport Skiunterricht angeboten wird oder ob allenfalls eine private Skischule die Lücke von Andres Lustenbergers Schule füllen werde, sei offen. Haueter sagt, man habe sich in verschiedenen Schneesportorten umgesehen. Aber: Spruchreif ist laut Haueter noch nichts.

Schon Eltern unterrichtet

Bis dahin dauert es noch eine Weile. Derweil unterrichtet er noch einige Nachwuchsskifahrer. Im Winter steht er jeden Tag auf den Ski. Entsprechend kann er einiges erzählen. Am liebsten berichtet er von zahlreichen Eltern seiner Skischüler, die vor vielen Jahren selber bei ihm im Skiunterricht waren. «Das sind spezielle Momente. Als Skilehrer lernt man meistens zufriedene Menschen kennen», sagt er. Entsprechend traurig reagieren diese Leute, wenn sie von seinem Abgang erfahren. Doch ein Teil Lustenberger wird noch lange auf den Pisten anzutreffen sein. Sein Sohn und seine beiden Töchter sind nämlich ebenfalls als Schneesportlehrer unterwegs. «Das liegt in der Familie. Auch meine Frau Erna war während 20 Jahren Skilehrerin», sagt er.

Lustenbergers Leben spielt sich mehrheitlich im Freien ab. Im Sommer arbeitet er als selbstständiger Bauunternehmer. Doch auch dabei wird er kürzertreten: «Ich erledige noch kleinere Dinge, das macht mir Freude und ist ein guter Ausgleich zum Wintersport.» Lustenberger hat vieles erlebt, aber eines liess er bewusst sein: «Ich bin nie Snowboard gefahren.»

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