RINDFLEISCH: Guter Milchpreis führt zu Knappheit beim Fleisch

Die Bauern haben es gut, der Milchpreis hat sich erholt. Nun wird aber das Rindfleisch knapp, weil vermehrt auf die Milchwirtschaft gesetzt wird.

Guy Studer
Merken
Drucken
Teilen
Landwirt Meinrad Kälin gestern Nachmittag bei der Arbeit auf seinem Hof in Rathausen, wo Milchkühe gehalten werden.

Landwirt Meinrad Kälin gestern Nachmittag bei der Arbeit auf seinem Hof in Rathausen, wo Milchkühe gehalten werden.

Rindfleisch aus der Schweiz wird knapp. Dem Land fehlen Kühe. Im letzten Jahr wurden deshalb 13 363 Tonnen Kuhhälften importiert, was etwa 50 000 Kühen entspricht. Doppelt so viel wie üblich. Dass diese Entwicklung auch im Kanton Luzern stattfindet, bestätigt Stefan Heller, Geschäftsführer des kantonalen Bauernverbandes. Für Heller ist das grundsätzlich eine erfreuliche Situation, «die Bauern erhalten mehr Geld für die Tiere, weil die Nachfrage nach Schweizer Fleisch höher ist».

Mehr melken als schlachten

Was den Mangel derzeit zusätzlich verschärft ist der inzwischen wieder gestiegene Milchpreis, der dazu führt, dass die Bauern so viel Milch wie möglich produzieren. Dies führt wiederum dazu, dass Kühe vermehrt in der Milchproduktion behalten und deshalb beim Schlachtvieh fehlen. Besonders vom Mangel betroffen sind deshalb auch sogenannte Verarbeitungskühe, also ausgediente Milchkühe, die zu Hackfleisch oder Wurstwaren verarbeitet werden.

Coop und Migros reagieren: Migros hat die Preise teilweise bereits angepasst. Coop kündigt Preissteigerungen an.