Robi Müller erhält den RegioHER-Kulturpreis

Der Vorstand der RegioHER hat auf Antrag der Kulturkommission einstimmig beschlossen, dem Bildhauer und Filmemacher Robi Müller aus Buttisholz den Kulturpreis 2008 in der Höhe von 3000 Franken zu verleihen. Wegen seines Films «Faustrecht» – aber nicht nur.

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Der Preisträger Robi Müller, hier mit Plastiken aus seiner Ausstellung «Totentanz». (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Der Preisträger Robi Müller, hier mit Plastiken aus seiner Ausstellung «Totentanz». (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Die Kulturkommission anerkennt das kontinuierliche künstlerische Schaffen des 46-Jährigen in den verschiedensten gestalterischen Bereichen: Kunst am Bau, Kunst im öffentlichen Raum, Film, Trickfilm, Visuelle Gestaltung, Lehre an der Hochschule Luzern, Design und Kunst im Bereich Visuelle Kommunikation, Forschung. Diese Vielfältigkeit trage zur kulturellen Weiterentwicklung der Region bei, was den Vorgaben des Reglements der Kulturkommission RegioHER entspricht, wie es in einer Medienmitteilung heisst. «Die Verleihung des Preises soll Robi Müller Mut machen und Kraft geben, um in seiner kreativwertvollen Arbeit fortzufahren.» Ort und Datum der Preisübergabe sind noch offen.

Film über Jugendgewalt
Der 84-minütige Dokumentarfilm «Faustrecht» ist eine Langzeitbeobachtung von zwei gewalttätigen Jugendlichen. Zusammen mit dem Kameramann Bernard Weber begleitet Robi Müller Tim und Gibran von ihrem 16. bis zum 18. Lebensjahr. Gibran ist ein extrovertierter Charmeur, der Gewalt einsetzt, um seine Ziele zu erreichen. «Ich schlage jeden, der geschlagen werden will, egal ob Mann oder Frau.» (Zitat Gibran). Er verbüsst seine Haftstrafe in einer geschlossenen Anstalt, wo er massiv mit seinem Gewaltverhalten konfrontiert wird. Tim ist ein introvertierter Jugendlicher, der zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen neigt. Der Film zeigt ihn auf seiner Odyssee durch Anstalten und Pflegefamilien – «auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen» (Zitat Tim). Der Film wagt ei-nen Blick hinter die Gewaltstatistiken, auf jugendliche Täter, die zugleich auch Opfer ihrer selbst sind.

Künstler und Kunstvermittler
In der Buttisholzer Schmiede lebt und arbeitet Robi Müller. Seit 22 Jahren prägt er vor allem das künstlerische, aber auch das kulturelle Leben auf der Luzerner Landschaft. Er betätigt sich als Künstler und Kunstvermittler. Er arbeitet als Bildhauer, Filmemacher, Trickfilmer, visueller Gestal-ter, Tüftler und Pyrotechniker, aber vor allem auch als Dozent an der Hochschule Luzern, Design und Kunst. Bekannt geworden ist Robi Müller mit seinen Trickfilmen wie «Le penseur» (Spezialpreis an den Solothurner Filmtagen 1985 für das beste Erstlingswerk), «Late Show» (1989) und «Über den Tag hinaus» (1994), mit welchen er den internationalen Durchbruch schaffte. 1988 realisierte er sein erstes Spielfilmprojekt mit Kindern und Jugendlichen («Am Berg»). Lange Zeit hat er sich nicht nur als Künstler, sondern auch als Kunstvermittler bei zahlreichen regionalen Kulturprojekten betätigt. So kann das Kleintheater im Rottal, Tropfstei ...am Märtplatz Ruswil, immer noch von seinen kreativen Ideen profitieren, vor allem im Ressort Film. 2002 entstand der Heimatfilm «Abgedreht», in dem Jugendliche aus Ruswil das Dorf aus ihrer Sicht zeigen. Diesen Film konnte Robi Müller 2002 an den Solothurner Filmtagen präsentieren. Das Multitalent Robi Müller hat 2008 den Ausstellungsreigen im Sankturbanhof Sursee mit «Totentanz», Objekte und Animationsfilme, eröffnet.

scd