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Rock trifft im KKL auf Klassik – eine gelungene Mischung

Im KKL Luzern fand am Samstag das erste «We Classic The Rock 2»-Konzert statt. Dafür spannten gleich mehrere Organisationen zusammen.
Katharina Thalmann
Dirigent André Koller im KKL. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 26. Oktober 2019)

Dirigent André Koller im KKL. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 26. Oktober 2019)

«Siehst du sie?» – «Ja, dort hinten links, bei den Posaunen!» – «Stimmt, jetzt sehe ich sie auch!» Vergnügte Wortwechsel dieser Art füllten am Samstag den weissen KKL-Saal. Das Konzert war ausverkauft, auch jenes vom Sonntag ist es. Dank der Freunde, der Bekannten und der Familien der Feldmusik Hochdorf, der Orchester Hochdorf sowie Emmen und des Projektchors Malters. Und dank des Programms mit den grössten Rock- und Pop-Hits seit den 1980er-Jahren. Das ist eine bemerkenswerte Leistung. Und das zeigt auch, dass Laienformationen zu Recht Platz im KKL haben.

Symphonische Arrangements von Rockmusik gibt es seit über vier Dekaden; das London Symphony Orchestra leistete diesbezüglich Pionierarbeit. Zwar urteilte der Musikkritiker Richard Morrison noch 1978 in London, die Idee sei zwar «enorm lukrativ, aber künstlerisch entwertend». Doch das Format ist längst etabliert, was etwa die Kollaborationen des 21st Century Orchestra mit Dada Ante Portas oder DJ Bobo im KKL die letzten Jahre bewiesen haben.

Wiedersehen mit Sänger von 2016

Wie attraktiv orchestrale Arrangements von Rock-Hits sind, hat auch die Feldmusik Hochdorf 2016 entdeckt, als die erste Ausgabe von «We Classic The Rock» im KKL über die Bühne ging. Für die zweite Ausgabe spannte die Feldmusik nun mit Partnern zusammen, ergänzt durch eine Band und zwei Sänger. Da war zum einen Andy Portmann, der schon 2016 dabei war. Seine rockige Stimme erinnert an Steve Lee und Jon Bon Jovi. Als gewinnender Entertainer mit Musicalerfahrung zog er am Samstag mühelos die Augen und Ohren des Publikums auf sich. Zudem gelang es ihm, Songs wie «Live And Let Die» eine persönliche Note zu verleihen. Bei Sängerin Jessy Howe war das nicht immer der Fall; so passte «The Power Of Love» nicht ganz perfekt zu ihrer Stimme. Ganz anders beispielsweise in Bon Jovis «Livin’ On A Prayer»: Der Song schien wie für sie komponiert.

Dass die Feldmusik Hochdorf schweizweit bekannt ist und in Wettbewerben stets in der ersten Stärkeklasse spielt, hörte man am satten, homogenen Klang der Formation. Zwar übertönten die klanggewaltigen Bläser in Songs wie «Voulez-Vous» oder «Bat Out Of Hell» bisweilen die beiden Streichorchester und den Chor. Dafür zeigte sich in Arrangements von «Nothing Else Matters» oder «I’d Do Anything For Love», dass die Feldmusik auch die leiseren, solistischen Töne beherrscht.

Schön, dass der Chor zwei Stücke nur für sich hatte: Lordes «Royals» und «Don’t Stop Me Now» von Queen wurden von den Chorleitern Elsbeth und Mario Thürig-Hofstetter arrangiert. André Koller, seit fast 30 Jahren musikalischer Leiter der Feldmusik, dirigierte das Gros der Stücke: perfekt organisiert und zuverlässig.

Kollaboration lohnte sich

Allein die Probearbeit mit 270 Mitwirkenden muss ein Kraftakt gewesen sein. Aber auch etwas anderes wurde als Kraftakt bezeichnet: die Finanzierung. Diesbezüglich lehrt einem «We Classic The Rock 2» drei Lektionen: Erstens lohnen sich Kollaborationen: je mehr Mitwirkende, desto grösser die Reichweite. Zweitens ist die Finanzierung von grossen Kulturprojekten nicht per se von öffentlichen Geldern oder Stiftungen abhängig. Im Programmheft werden nicht weniger als 82 Sponsoren und 17 Gönnerinnen erwähnt. Drittens ist und bleibt es so, dass Authentizität begeistert. «Für uns ist es das Grösste, im Konzertsaal des KKL Luzern zu musizieren», hiess es im Programmheft. Und diese Prämisse sah man jeder und jedem einzelnen der 270 Mitwirkenden an.

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