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RÖMERSWIL: Einer, der ständig auf dem Sprung ist

Joel Eggimann kraxelt Wände hoch und springt von Verandas – Parkour nennt sich der Sport. Der 22-Jährige gehört zu den besten seines Fachs. Das weiss sogar die Hochdorfer Polizei.
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Natalie Ehrenzweig

Manchmal rufen Menschen die Polizei, wenn Joel Eggimann in der Nähe ist. Meist kann der 22-Jährige den Leuten aber erklären, was er da macht – selbst wenn dies nicht immer ganz legal ist. Dann beruhigen sie sich und schauen interessiert zu. Auch die Polizei von Hochdorf kennt Eggimann gut. Ab und zu erhält sie Anrufe von besorgten Bürgern, weil er von Verandas springt oder sich an Mauern raufhangelt. Der gelernte Zimmermann ist nämlich ein sogenannter Traceur. Die Polizei weiss das und beruhigt jeweils die Anrufer.

Vom Nachahmer zum Profi

Traceure sind Menschen, die die Fluchtsportart Parkour ausüben. Dabei geht es darum, möglichst effizient von A nach B zu gelangen und Hindernisse etwa mit Sprüngen oder Rollen zu überwinden. Der Sport entstand in den 1980er-Jahren in Frankreich.

Joel Eggimann sah als 15-Jähriger ein Parkour-Video, das ihn fasziniert hatte. «Damals konnte man in der Schweiz noch nirgends Parkour trainieren. Mein Schulkollege und ich haben uns Videos angeschaut und im Internet recherchiert. Dann haben wir einfach versucht, das nachzumachen», erinnert er sich schmunzelnd an seine Anfänge im Sport.

Persönliche Grenzen ausloten

Übers Internet hat Eggimann andere Leute kennen gelernt, die Parkour in der Schweiz – oder im Ausland – betreiben. Darunter Roger Widmer und Felix Stöckli von Parkour-One. «Sie sind Parkour-Pioniere hier in der Schweiz.» Das Kleiderlabel Etre-Fort dieser Vorreiter organisiert von morgen Donnerstag, 9. Juli, bis Sonntag, 12. Juli, die «Leave Your Comfort Zone»-Days – kurz LYCZ genannt. «Letztes Jahr war ich einer der Athleten, die sich den Challenges des LYCZ-Weekends gestellt haben», sagt Eggimann. Je besser sich die Athleten bei diesen Aufgaben anstellen, je mehr Rabatt erhalten später Online-Kunden von «Etre-Fort». Ziel sei es, dabei an seine Grenzen zu gehen – mental oder körperlich. «Neben sportlichen Herausforderungen mussten wir letztes Jahr unser Nachtessen, ein Huhn, selber schlachten. Das war krass. Seither esse ich viel bewusster Fleisch.» Statt als Athlet ist Eggimann heuer als Challenge-Master mit von der Partie. «Ich werde eine der Herausforderungen erklären. Ich darf noch nicht zu viel verraten, aber es wird eine körperliche und mentale Aufgabe sein.»

Schürfungen gehören dazu

Eggimanns Leidenschaft ist mit Risiken verbunden. «Gefährlich wird es meistens dort, wo man nicht mehr konzentriert ist. Wenn ich von einem Gebäude auf ein anderes springe, bin ich sehr fokussiert, da hat es ausser Schürfungen nie Verletzungen gegeben. Aber ich habe mir mal die Bänder gerissen, weil ich während eines Trainings ganz normal auf einen Kollegen zugerannt und dann gestolpert bin.» Angst, so Eggimann, habe man nur vor dem, was man nicht kennt. «Man lernt, sich gut einzuschätzen und hat immer einen Plan B, was man macht, wenn ein Move nicht klappt.»

Gefahren hin oder her – Eggimanns Eltern haben ihren Sohn immer unterstützt. Als er als 16-Jähriger an eines seiner ersten grossen Parkour-Treffen nach Wien wollte, meinte seine Mutter nur: «Vergiss das Zahnbürstli nicht.» Nie hätten sie ihm Parkour verboten. «Sie waren eher froh, dass ich was gefunden habe, das mir Spass macht. Mein Vater dachte, das sei nur eine Phase. Da lag er falsch», schmunzelt Joel Eggimann.

Ein Perfektionist

Seine Leidenschaft hat er mittlerweile zum Beruf gemacht. «Ich gebe verschiedene Workshops und Trainings, und mit meiner Parkour-Gruppe Free-Z haben wir Show-Auftritte», erzählt Eggimann. Reich werde er damit nicht. «Als Zimmermann würde ich sicher mehr verdienen. Aber ich habe lieber weniger Geld, dafür kann ich reisen und habe Spass an dem, was ich mache.» Der Römerswiler trainiert täglich. «Wer mit Parkour anfängt, lernt zum Beispiel Präzisionssprünge. Das bedeutet am Anfang, dass man genau von Tritt zu Tritt auf einer Treppe springt. Und das wiederholt man so lange, bis der Sprung genau gelandet wird. Ich bin ein Perfektionist», sagt Joel Eggimann. «Technik ist mir wichtig.»

HINWEIS

Weitere Infos zu Joel Eggimann und den Trainings in Hochdorf finden Sie unter www.joel-eggimann.com und www.etre-fort.com. Mehr zu Parkour gibts auch unter www.parkourluzern.ch.

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