Nach verlorener Wahl in Römerswil: SVP-Vertreter sucht Erklärung in seiner Herkunft

Bernadette Hochuli-Müller und Horst Beck heissen die neuen Gemeinderäte von Römerswil. Die CVP-Politikerin und der CVP-Mann ersetzen Ruth Spielhofer und Thomas Steenaerts. Das Nachsehen hatte SVP-Mann Pacal Wettstein.

Chiara Zgraggen
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Die Exekutive der Gemeinde Römerswil ist wieder komplett. (Bild: Roger Grütter)

Die Exekutive der Gemeinde Römerswil ist wieder komplett. (Bild: Roger Grütter)

Weil Gemeindepräsidentin Ruth Spielhofer (CVP) und Thomas Steenaerts (parteilos) per Ende 2018 zurücktreten, braucht Römerswil zwei neue Exekutivmitglieder. Nun steht fest: Bernadette Hochuli-Müller (CVP) und Horst Beck (CVP) sind die neuen Gemeinderäte Römerswils. Die CVP kann ihren Sitz behalten und noch einen dazugewinnen.

Eingelegt wurden 614 gültige Wahlzettel. 426 Stimmen gingen an die CVP-Frau Hochuli-Müller, 403 Stimmen erhielt Parteikollege Beck. Nicht gewählt wurde Pascal Wettstein (SVP). Für ihn stimmten lediglich 239 Römerswiler. Die Stimmbeteiligung lag bei 49 Prozent.

Neu im Gemeinderat: Bernadette Hochuli (CVP). (Bild: PD)

Neu im Gemeinderat: Bernadette Hochuli (CVP). (Bild: PD)

Mit der Wahl von Bernadette Hochuli-Müller werden die Römerswiler auch künftig durch eine Frau im Gemeinderat vertreten sein. «Ich freue mich sehr auf das neue Amt. Ich habe aber auch grossen Respekt davor», so Hochuli-Müller kurz nach der Bekanntgabe der Resultate. Da sie viel Erfahrung als Lehrerin mitbringe, würde sie gerne das Amt der Sozialvorsteherin übernehmen. Darauf möchte sie sich denn auch vorbereiten: «Sobald die Ressorts bekannt sind, möchte ich mich in die Dossiers einlesen.»

«Ich habe Respekt vor dem neuen Amt.»

Bernadette Hochuli, CVP-Gemeinderätin Römerswil
Frisch gewählt: CVP-Mann Horst Beck. (Bild: PD)

Frisch gewählt: CVP-Mann Horst Beck. (Bild: PD)

In den Gemeinderat einziehen wird zudem Unternehmer Horst Beck (CVP). Der 51-Jährige ist angenehm überrascht über den Ausgang der Wahl. «Ich fühle mich nun, da alle Anspannung weg ist, sehr gut». Bis zum Amtsantritt im Januar möchte auch er sich in die Dossiers einarbeiten. Am liebsten im Finanzressort. «Da fühle ich mich als Unternehmer heimisch», erklärt er.

«Ich bin angenehm überrascht über den Ausgang der Wahl.»

Horst Beck, CVP-Gemeinderat Römerswil

Enttäuschung bei SVP

Dem heutigen Wahlgang ging eine Kampfansage der SVP voraus. Sie schrieb im Vorfeld in einer Mitteilung: «Als wählerstärkste Partei in Römerswil erheben wir Anspruch auf einen zweiten Sitz.» Laut SVP-Parteipräsident Josef Stöckli habe man die CVP-Kandidatur von Urs Schryber zum Gemeindepräsidenten unterstützt. Dieser wurde Anfang August in stiller Wahl ins Amt gehoben. Im Gegenzug pochte die Volkspartei auf einen zweiten Sitz in der Exekutive. Dies bestätigte die CVP, welche ihrerseits aber neben Urs Schryber schon früh einen zweiten Kandidaten präsentierte.

Wurde nicht gewählt: Pascal Wettstein (SVP, 50). (Bild: PD)

Wurde nicht gewählt: Pascal Wettstein (SVP, 50). (Bild: PD)

Nicht gewählt wurde der in Herlisberg wohnhafte Pascal Wettstein (SVP, 50). «Ich bin leicht enttäuscht mit dem Ausgang der Wahl. Mit diesem Resultat habe ich nicht gerechnet», gesteht er auf Anfrage.
«Das heutige Resultat zeigt, dass die Politik vorne im Dorf gemacht wird», sagt Wettstein weiter. Er spricht damit die Fusion von Römerswil und Herlisberg vor 13 Jahren an. «Es ist das dritte Mal in Folge, dass kein Herlisberger in den Gemeinderat gewählt wird.»

Pascal Wettstein sagt weiter, dass vielleicht seine Partei der ausschlaggebende Grund für seine Nicht-Wahl sei. «Die SVP ist vorurteilsbehaftet. Vorurteile, denen ich nicht entspreche.» Teilweise seien seine politischen Meinungen gleich wie die der SVP – er schätzt sich jedoch toleranter und kompromissfähiger als das Image der SVP ein. «Ich wollte frischen Wind in die SVP bringen und den Leuten aufzeigen, dass ihr Bild der SVP verstaubt ist», erklärt der Herlisberger.