Römerswiler zonen Areal angeblich falsch ein

Gemeindepräsident Jost Feer versteht die Welt nicht mehr. An der Gemeindeversammlung vom Mittwoch haben die Römerswiler ein Bauland neu eingezont und zwar falsch, wie Feer glaubt.

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(Karikatur Jals/Neue LZ)

(Karikatur Jals/Neue LZ)

Die Gemeindeversammlung hat beschlossen, dass eine Industriezone direkt neben einer geplanten Wohnzone entstehen darf. Wenige Meter daneben. Gebäudehöhen von 15 Metern und die höchste Lärmempfindlichkeitsstufe 4 sind auf dem Industriegrundstück zulässig. Zum Vergleich: Betonrecycling oder Steinbrecheranlagen gehören in diese Kategorie. Das wolle die Bevölkerung nicht wirklich, ist Feer überzeugt und glaubt an einen «Abstimmungs-Unfall».

Grosse Überraschung
Der Gemeinderat hätte statt einer Industriezone viel lieber eine Gewerbe- und Wohnzone gehabt. Im Rahmen der Revision der Ortsplanung hat er dies denn auch so beantragt. Das aber passte den Grundstückeigentümern, unter anderem der Firma Bachmann Forming AG, nicht. Sie erhoben Einsprache. Die Eigentümer wollten, dass das Areal wie bisher in der Industriezone verbleibe. Das Problem dabei: Auf der anderen Strassenseite ist neu eine Wohnzone geplant. Diese zwei Zonen so nahe beieinander, das gehe nicht, meint der Gemeinderat und beantragte deshalb die Einsprache der Grundstückbesitzer abzuweisen. Aber es kam anders. Die Bevölkerung gab den Einsprechenden recht. Zum grossen Erstaunen des Gemeindepräsidenten. «Das ist ein Entscheid, den niemand mit gesundem Menschenverstand nachvollziehen kann», so seine Überzeugung. Zumal man in einem anderen Ortsteil von Römerswil unter grossem Aufwand eine Grünzone in die Ortsplanung aufgenommen habe, die als Pufferzone zwischen einer Wohn- und einer Industriezone wirke.

Der Gemeinderat hofft nun auf eine Neubeurteilung der Sachlage. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn jemand gegen den Beschluss der Gemeindeversammlung eine Beschwerde einreichen würde.

Harry Tresch

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.