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«RÖSSLI»: Diese Rooter Bauruine wird endlich wieder belebt

22 Jahre lang stand das historische und geschützte Gasthaus leer. Nun wird es renoviert und erweitert. Ob dort auch wieder gewirtet wird, ist jedoch unklar.
Beatrice Vogel
Das Gasthaus Rössli an der Luzernerstrasse in Root wird demnächst saniert und ausgebaut. (Bild Eveline Beerkircher)

Das Gasthaus Rössli an der Luzernerstrasse in Root wird demnächst saniert und ausgebaut. (Bild Eveline Beerkircher)

Root musste über Jahre zwei Schandflecke beherbergen – Bauruinen, die vor sich hinlotterten und mit denen nie etwas passierte. Da ist einerseits die ehemalige Garage der Auto Macchi AG, die 15 Jahre lang leer stand. Andererseits gibt es das einst ehrwürdige Gasthaus Rössli im Rooter Dorfkern, das seit sage und schreibe 22 Jahren ungenutzt vor sich hin rottet. Doch in beiden Fällen ist nun ein Ende absehbar: Auf dem ehemaligen Macchi-­Areal wird das neue Busdepot der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) entstehen. Ende 2018 soll es für die Inbetriebnahme bereit sein (Ausgabe vom 23. Juli). Auch das «Rössli» soll demnächst wieder genutzt werden.

Anbau an der alten Stelle

Zur Erinnerung: 2013 hat die Stiftung Abendrot, eine Basler Pensionskasse, das 1751 erbaute Gasthaus von der damaligen Besitzer- und einstigen Wirte­familie Petermann gekauft. Schon 1994 war der Betrieb eingestellt worden, 1997 hat man den Anbau inklusive des Saals abgerissen. Ein Abriss des noch stehenden Gebäudes ist jedoch nicht möglich – es ist seit 1998 denkmalgeschützt. Die Renovation des «Rösslis» wird ermöglicht durch das Projekt einer Wohnüberbauung auf der anderen Seite der Luzernerstrasse, welches die Renovation quersubventioniert. Für das gesamte Projekt wurden in diesem Sommer die Baubewilligungen erteilt. Schon im Oktober beginnen die Arbeiten.

Auf der östlichen Seite der Luzernerstrasse wird das historische «Rössli» in Stand gestellt. Es soll einen Anbau erhalten – an genau derselben Stelle, wo schon früher das Nebengebäude mit dem Saal stand. Im Erweiterungsbau sollen ein Treppenhaus sowie ein Lift für beide Gebäudeteile eingebaut werden. Im «Rössli» entstehen in den Obergeschossen vier verschieden grosse Wohnungen, im Neubau ebenfalls vier, davon zwei Maisonettewohnungen. Im Anbau soll es zudem ein Ladengeschoss geben. Die alte Gaststube im «Rössli» – das dürfte viele alteingesessene Rooter freuen – soll wieder als Wirtshaus in Betrieb geben. Ein moderner Gastraum sowie eine neue Küche werden dann im Neubau untergebracht.

Interessenten sind abgesprungen

Das «Rössli» soll also wieder zur Dorfbeiz werden, zum Treffpunkt für Vereine, zum Herzstück des Dorfes. Doch, und das ist die Krux an der Wiederbelebung der Traditionsbeiz, bis jetzt wurde noch kein Wirt gefunden. «Wir hatten bisher viele Interessenten, die allerdings alle wieder abgesprungen sind», sagt Christian Geser, Leiter des Projekts bei der Stiftung Abendrot. «Das Hauptproblem ist das stark beschränkte Parkplatzangebot für Kunden, weil das ‹Rössli› sich nicht an einer typischen Passantenlage befindet, sondern sowohl über Mittag wie auch am Abend zum grossen Teil auf motorisierte Kundschaft angewiesen sein dürfte», so Geser. Ein weiterer Grund für die Absagen sei das wirtschaftliche Risiko einer Betriebswiedereröffnung nach 20 Jahren Leerstand in einer Gemeinde mit mehreren anderen bestehenden Wirtshäusern.

«Wir sind nach wie vor in Gesprächen mit Interessenten. Wenn wir bis Ende Jahr aber keinen Pächter gefunden haben, müssen wir eine andere Lösung finden», erklärt Geser. Die Gaststube im «Rössli» werde dann wohl zu einer Wohnung umgestaltet. Das wäre mit einer Anpassung der Baubewilligung verbunden.

Der übrige Teil der Überbauung beinhaltet folgende Elemente: Westlich des Kreisels, zwischen Luzernerstrasse und Bahngleisen, kommen zwei Mehrfamilienhäuser zu stehen. Im «Hofhaus», das an der Neuen Perlenstrasse gebaut wird, entstehen 2 Pflegewohngruppen sowie 16 alters- und behindertengerechte Wohnungen. Sie werden 1? bis 3? Zimmer haben. Angeboten werden auch Dienstleistungen der Stiftung Alterssiedlung Root. «Dies war ein Anliegen der Gemeinde, da sie zusätzliche Pflegeplätze anbieten möchte», so Geser. Daneben, direkt am Kreisel, werden im «Platzhaus» 13 Wohnungen mit 2? bis 3? Zimmern gebaut. Dort soll es im Erdgeschoss auch eine Ladennutzung geben. Die beiden Gebäude verfügen über eine gemeinsame Tiefgarage mit 32 Parkplätzen.

Alters- und Singlewohnungen

Alle Wohnungen des Projekts werden vermietet, kaufen kann man sie nicht. Die meisten Wohnungen sind klein – für Singles oder Paare. «Das soll eine Ergänzung zur Wohnüberbauung der Genossenschaft Pro Familia Root sein, die derzeit direkt hinter dem ‹Rössli› entsteht», so Christian Geser. Dort werden mehrheitlich Familienwohnungen gebaut. Für die Wohnungsneubauten wird im Oktober mit dem Bau begonnen. Im Frühjahr 2017 soll die Baustelle auf der östlichen Strassenseite eröffnet werden. Die Bauarbeiten sollen bis Sommer 2018 abgeschlossen sein. Die Stiftung Abendrot investiert 21 Millionen Franken.

Hinweis

Weitere Informationen zum Projekt und zur Geschichte des «Rösslis»: www.rössli-root.ch

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