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RÖSSLIMATT: Aktivisten besetzen SBB-Gebäude in der Stadt Luzern

Gut 20 Personen haben eine Wohnung an der Güterstrasse besetzt – bereits zum zweiten Mal innert eines Monats. Die Aktivisten fordern Raum für Kultur und Bildung. Nun droht eine weitere Räumung.
Im rosafarbenen Gebäude hat die Gruppe «Rosa Lavache» eine Wohnung besetzt. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 3. Januar 2018))

Im rosafarbenen Gebäude hat die Gruppe «Rosa Lavache» eine Wohnung besetzt. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 3. Januar 2018))

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

An der Eingangstür prangt eine Nachricht: «Liebe Nachbarschaft, wir sind wieder da. Liebe Grüsse, die Belebenden.» Die handgeschriebene Mitteilung stammt von der Aktion Rosa Lavache. Einer Gruppe von 20 Aktivisten, die im Haus an der Güterstrasse 7 eine Wohnung besetzt hat.
Grund: Die Mieter des Mehrfamilienhauses hatten per September 2017 die Kündigung erhalten – ausgestellt von den SBB, denen die Liegenschaft gehört. Die Kündigungen wurden laut SBB-Angaben nötig, weil das Gebäude in einem schlechten Zustand sei – mitunter hätten tragende Wände Risse bekommen. Die meisten Bewohner sind daraufhin ausgezogen. Noch aber leben drei Parteien im Haus, die sich vor der Mieterschlichtungsstelle gewehrt hatten. Mit kurzfristigem Erfolg: Bald müssen auch sie gehen. «Ein leer stehendes Gebäude ist die denkbar schlechteste Form der Raumnutzung, daher sollte es selbstverständlich sein, gegen diesen Umstand vorzugehen», schreiben die Aktivisten in einer Mitteilung.

Autonome Schule soll Räume erhalten

Wer genau hinter «Rosa Lavache» steht, ist unklar. Bei einem Besuch vor Ort steht man vor verschlossenen Türen. Nach einiger Zeit melden sich die Aktivisten auf eine Anfrage unserer Zeitung. Ein Sprecher stellt sich am Telefon als Beni vor. Die Stimme ist zurückhaltend, seinen Nachnamen will er in der Zeitung nicht lesen. Wohl aber, was die Aktion bezwecken soll: «Wir wollen langfristig einen Raum für freie Bildung und kulturelle Freiheit schaffen. Hier sollen sich Leute aller Gesellschaftsschichten treffen können – und zwar ohne institutionelle Zwänge.» Konkret fordert «Rosa Lavache», die leeren Räume der Autonomen Schule Luzern zur Verfügung zu stellen. Zudem soll während Randzeiten der genannte Treffpunkt entstehen. Die Liegenschaft an der Güterstrasse sei bestens geeignet, der Standpunkt ideal. Hinzu komme, dass die SBB keine Pläne für eine Zwischennutzung habe. «Also», so Beni, «können die SBB auch nichts verlieren. Wir würden auch Sorge zum Standort tragen. Es soll kein Party- oder Discoort entstehen.»
Die aktuelle Besetzung ist bereits die zweite innerhalb eines Monats: Mitte Dezember wurde die Wohnung ohne Einverständnis der Bundesbahnen bezogen, wie SBB-Sprecher Reto Schärli sagt: «Die SBB hat deshalb bereits im Dezember rechtliche Schritte eingeleitet und bei der zuständigen Polizei Strafanzeige erstattet.»

Die Luzerner Polizei hat die Wohnung am 20. Dezember des letzten Jahres geräumt – ohne aber jemanden in der Liegenschaft vorzufinden. Gemäss Schärli planen die SBB im aktuellen Fall die gleichen rechtlichen Schritte wie im Dezember. Eine Anzeige ist laut der Luzerner Polizei noch nicht eingegangen.

Das dürfte den Aktivisten einerlei sein. Auch wenn sie die Wohnung nochmals aufgeben müssten, wollen sie nicht aufgeben: «Wir werden mit den Besetzungen nicht locker lassen. Aber wird hoffen, vorher mit der SBB in einen Dialog treten zu können», sagt Beni.

Das Gebäude befindet sich südlich des Güterbahnhofs in der Nähe des Hotels Radisson. (Bild: Screenshot Google Maps)

Das Gebäude befindet sich südlich des Güterbahnhofs in der Nähe des Hotels Radisson. (Bild: Screenshot Google Maps)

Hausbesetzer haben in der Nacht auf Mittwoch, 3. Januar 2018, an der Güterstrasse 7 in Luzern eine leerstehende Wohnung besetzt. (Bild: PD)

Hausbesetzer haben in der Nacht auf Mittwoch, 3. Januar 2018, an der Güterstrasse 7 in Luzern eine leerstehende Wohnung besetzt. (Bild: PD)

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