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ROGGLISWIL: Ungewisse Zukunft für 158-jähriges Schulhaus

Das Schulhaus Winkel soll verkauft werden. Drei Projekte werben um die künftige Benützung des Hauses.
Gemeindepräsident Josef Steinmann vor dem Schulhaus Winkel, das verkauft werden soll. (Bild Nadia Schärli)

Gemeindepräsident Josef Steinmann vor dem Schulhaus Winkel, das verkauft werden soll. (Bild Nadia Schärli)

158 Lenze zählt das Schulhaus Winkel in Roggliswil. Ein stolzes Alter. Und wie das in einem Kinderlied besungene alte Haus von Rocky Docky hat es vieles schon erlebt. Frank Bürgi, Inventarisator bei der kantonalen Denkmalpflege, sagt, dass das Schulhaus Winkel, welches 1857 erbaut wurde, eines der ersten Schulhäuser im Kanton Luzern war. «Der Bau bedeutete dazumal einen grossen Aufwand», sagt er. «Generationen von Leuten sind dort zur Schule gegangen.» Für die Ortsgeschichte sei es deswegen «bedeutend».

Gemeindepräsident Josef Steinmann erklärt, dass die Gemeinde keinen Bedarf mehr für das alte Schulhaus habe. Die Schülerzahlen und die Prognosen würden zeigen, dass das Dorfschulhaus, welches in den Siebzigerjahren erbaut wurde, genügend Platz biete. Auch die Spielgruppe, welche momentan noch im Schulhaus Winkel platziert ist, habe im Dorfschulhaus Platz.

Wert von 595 000 Franken

Nun soll ein endgültig neues Kapitel in der langen Geschichte des Schulhauses geschrieben werden. Die Gemeinde Roggliswil will das Schulhaus samt 1000 Quadratmeter grosser Bauparzelle verkaufen. Der Wert wird laut der Gemeinde auf 595 000 Franken geschätzt. Am 8. Juni werden die Roggliswiler Bürger an der Gemeindeversammlung darüber befinden. Falls dem Verkauf zugestimmt wird, wird eine weitere Gemeindeversammlung im kommenden Dezember über den künftigen Besitzer und die Verwendung der Immobilie entscheiden. Gemeindepräsident Josef Steinmann gibt sich zurückhaltend vor der Abstimmung. «Die Chancen, dass dem Verkauf zugestimmt wird, schätze ich als halb-halb ein», sagt Steinmann. «Es ist ein emotionales Thema, weil viele Leute dort in die Schule gingen.»

Was passieren wird, wenn die Roggliswiler Stimmbürger den Verkauf an der Gemeindeversammlung ablehnen, weiss Gemeindepräsident Steinmann noch nicht. «Vorläufig ist nichts geplant. Für uns als Gemeinde ist es schwierig, etwas aus dem Schulhaus zu machen», sagt er.

Drei Kaufangebote eingereicht

Bei einem allfälligen Ja zum Verkauf des Hauses stehen drei private Projekte im Raum, welche alle eine Weiterbenutzung des Hauses vorsehen.

Das erste Projekt sieht eine sanfte Renovation des Schulhauses vor, wie der «Willisauer Bote» schreibt. Zwei Investoren wollen demnach das alte Schulhaus kaufen. In welcher Art das Gebäude künftig genutzt würde, sei zurzeit allerdings noch offen. Es liegt ein Kaufangebot in der Höhe von 500 000 Franken vor. Das zweite Projekt wurde von zwei Frauen eingereicht, welche das Schulhaus kaufen und die Wohnungen umbauen möchten. Sie würden diese selber beziehen. Die restlichen Räume würden als Übungsräume für Musik, Theater und Therapien genutzt. Es liegt ein Kaufangebot von 530 000 Franken vor. Das letzte Projekt schliesslich sieht ein «Treffpunkt fürs Dorf» vor. Investoren wollen ein Bistro oder einen Kiosk im Haus integrieren. In den oberen Etagen sollen zudem Wohnungen entstehen. Auf der Bauparzelle sollen ausserdem Mehrfamilienhäuser entstehen. Das Kaufangebot liegt bei 645 000 Franken.

«Potenzial des Hauses erkannt»

Das Schulhaus dürfte laut Frank Bürgi von der Denkmalpflege zwar abgerissen werden, sofern es sich als nicht sanierungsfähig erweisen sollte. Bei einem Abriss müsste das Haus aber «wesensgleich» wieder aufgebaut werden. Ein Neubau müsste also vom Volumen und von seiner Stellung im Ortsbild her wieder ähnlich sein. Sämtliche Projekte können aber im bestehenden Haus realisiert werden, ein Abbruch würde nicht stattfinden. Bürgi: «Es ist zu begrüssen, dass das Schulhaus nicht abgebrochen werden soll. Die Leute haben anscheinend das Potenzial des Hauses erkannt.»

Matthias Stadler

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