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Rollsport am Sempachersee: Dieser Profi hat noch kein Rennen verpasst

Zum 17. Mal fahren am Sonntag Rollstuhlsportler aus aller Welt um den Sempachersee. Einer, der seit der ersten Ausgabe teilnimmt, ist Heinz Frei.
Martina Odermatt
Heinz Frei ist seit Anfang an mit dabei beim Rollstuhl-Marathon rund um den Sempachersee - neu Rollsport. Zu Beginn noch mit einem Rennrollstuhl Marke Eigenbau unterwegs, flitzt er nun mit dem Handbike um den See. (Bild: Pius Amrein. Nottwil, 6. Juni 2018)

Heinz Frei ist seit Anfang an mit dabei beim Rollstuhl-Marathon rund um den Sempachersee - neu Rollsport. Zu Beginn noch mit einem Rennrollstuhl Marke Eigenbau unterwegs, flitzt er nun mit dem Handbike um den See. (Bild: Pius Amrein. Nottwil, 6. Juni 2018)

Für die 17. Ausgabe des Rollstuhl-Marathons, der am Sonntag stattfindet, haben die Organisatoren dem Anlass einen neuen Namen verpasst: Rollsport am Sempachersee. Ausschlaggebend für die Umbenennung waren laut dem Medienverantwortlichen Patrick Tepper zwei Gründe: Einerseits, legen die Paracycler längst eine viel längere Strecke als die gut 42 Kilometer eines klassischen Marathons zurück. Andererseits fahren im Anschluss an die Rollstuhlsportler noch Inlineskater um den Sempachersee. Am Sonntag findet gar ein Europameisterschaftslauf im Inlineskaten am Rollsport am Sempachersee statt. Das wollte man auch im Namen integrieren.

Einer, der seit dem ersten Anlass vor 32 Jahren immer am Rollstuhl-Marathon teilgenommen hat (der Anlass findet im Zweijahres-Rhythmus statt), ist Heinz Frei (60). Der mehrmalige Weltmeister und Paralympics-Gewinner freut sich immer wieder, am Rennen um den Sempachersee teilzunehmen. Anfangs fuhr Frei noch mit einem Rennrollstuhl Marke Eigenbau. Die Technik für den Rollstuhlsport war noch nicht so ausgereift wie heute. «Das Vorderrad war damals kleiner. Ab einer gewissen Geschwindigkeit fing es an zu flattern», sagt Frei und lacht, wenn er an diese Zeiten zurück denkt. «Es war schon abenteuerlich, und manchmal auch etwas gefährlich.»

«Es war schon abenteuerlich, und manchmal auch etwas gefährlich.
Heinz Frei, Rollstuhlsportler

Der Rollstuhlmarathon war einer der ersten Anlässe dieser Art. «Es war ein sehr prestigeträchtiges Rennen, man musste einfach dabei ein.» Der Aufruhr war gross, Zeitungen druckten Sonderbeilagen. Es war die Möglichkeit, den Rollstuhlsport bekannt zu machen. Um die 250 Teilnehmer zählte der Sportanlass damals. Auch, dass man Punkte für die Teilnahme an den Paralympics holen konnte, trug zur Wichtigkeit des Anlasses bei.

Kribbeln am Start

Das Rennen um den Sempachersee hat in der Zwischenzeit an Bedeutung verloren. Heute können Rollstuhlsportler auf der ganzen Welt wichtige Rennen fahren. Der Marathon um den Sempachersee wandelte sich vom Breitensport-Anlass zum Event für Spitzensportler. Punkte gibt es nur noch für die Handbiker. Frei, der 2004 vom Rennrollstuhl auf das Handbike gewechselt hat und auch in dieser Kategorie sehr erfolgreich fährt, sagt: «Würde ich an einem Weltcup teilnehmen, gäbe das etwa vier Mal mehr Punkte.»

Trotzdem: Der 60-jährige wird auch dieses Jahr wieder drei Runden um den Sempachersee drehen. «Es ist ein Privileg, in dieser schönen Gegend und auf einer verkehrsfreien Strasse ein Rennen fahren zu dürfen», sagt Frei, bei dem es vor dem Start in Schenkon jeweils in der Magengegend kribbelt. Man merkt: Die Veranstaltung hat einen besonderen Wert für ihn, auch wenn er mittlerweile routinierter vorgeht. «Es ist ein tolles Gefühl, wenn man die Leute kennt, die einem am Strassenrand anfeuern.» Der Sportler hofft am Sonntag auf eine Platzierung unter den besten Fünf. Schon vier Mal hat er das Rennen gewonnen.

Wie lange er noch am Rollsport am Sempachersee oder Weltmeisterschaften und Paralympics teilnehmen wird, lässt Frei bewusst offen. Was er erreichen wollte, hat er bereits geschafft. Dass er mit 60 Jahren noch immer aktiv ist und mit den jungen Sportlern mithalten kann, motiviert auch andere Leute. «Leute, die mit 40 bereits denken, dass sie zu alt für Spitzensport sind, kann ich zeigen, dass man auch mit 60 Jahren noch eine Sportkarriere haben haben kann.»

Das erwartet die Besucher ausserdem

Am Sonntag ab 9 Uhr messen sich die Schenkoner Kinder beim Rennen um «De schnöuscht Schänker»

Beim Begegnungszentrum in Schenkon können die Besucher einmal die Perspektive eines Rollstuhlfahrers erleben. Sie dürfen sich in einen Rollstuhl setzen und einen Parcours absolvieren.

Pia Schmid, ihrerseits Rollstuhlsportlerin, erzählt auf dem Festplatz in Schenkon um 11.45 Uhr etwas über die Geschichte der verschiedenen Geräte. Da erfahren die Gäste etwa auch den Unterschied zwischen Paracycling und Leichtathletik.

Weiter gibt es auf dem Festgelände einen Funpark für Kinder und Jugendliche sowie einen Kinobus. Bei diesem können Interessierte in einem Film sehen, wie es einer Person vom Unfall bis zur Wiedereingliederung ergeht.

Hinweis: In Schenkon, Sursee, Oberkirch, Eich, Sempach und Nottwil kommt es zwischen 12 und 18 Uhr zu Verkehrsbehinderungen. Die Dorfstrasse Schenkon ist bereits ab 6 Uhr gesperrt.

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