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Ein Hindernisparcours auf Rädern

Ein Parcours ohne Laufen, Klettern oder über Hindernisse hüpfen. Am Dynamo Sempachersee können sich Besucher beim Schweizer Paraplegiker-Zentrum für einmal auf zwei Rädern über einen Parcours fortbewegen.
Zéline Odermatt
Auch Gregor Stäuble versuchte sich am Rollstuhlparcours vor dem GZI Gebäude. (Bild: Boris Bürgisser, Nottwil, 05. September 2019)

Auch Gregor Stäuble versuchte sich am Rollstuhlparcours vor dem GZI Gebäude. (Bild: Boris Bürgisser, Nottwil, 05. September 2019)

Eine grosse Holzkonstruktion steht mitten auf dem Vorplatz des Schweizer Paraplegiker-Zentrums (SPZ) in Nottwil. Es hat Rampen, steile und weniger steile. Bis auf ein Hindernis, einige Rillen am Boden, ist die Strecke aus Holzbrettern flach gebaut. Der Parcours sieht nicht allzu schwierig aus, es hat keine Kletterelemente oder sonstige Kraftübungen. Das Schwierige daran ist, dass er in einem Rollstuhl bewältigt werden muss.

Zwei Helferinnen vom Turnverein Nottwil instruieren vor dem Start und messen die Zeit. Ein ungewöhnliches Gefühl für die interessierten Besucher, die sich an den Parcours wagen, sich für einmal auf diese Art und Weise fortzubewegen. «Das Geradeausfahren ist am schwierigsten und am Anfang muss man sich daran gewöhnen, beim Angeben der Räder die Balance zu halten», sagt Christoph Brunner aus Nottwil. Dafür sei die steilste Rampe, auf der er rund vier Meter hochfahren musste, kein Problem gewesen. «Mit dem Seil, das dort befestigt war, hat das ganz gut geklappt.» Es war für ihn das erste Mal in einem Rollstuhl. «Es hat Spass gemacht über den Parcours zu fahren. Wenn ich das tagtäglich bewältigen müsste, sähe die Situation natürlich anders aus.» Davor habe er grossen Respekt.

Auch der Nottwiler Thomas Zimmermann, dessen Firma einer der Sponsoren des Parcours ist, hat sich den Hindernislauf nicht entgehen lassen. «Es ging relativ ring. Mit den Handschuhen konnte ich den Rollstuhl bei der steileren Rampe nach unten schön fahren lassen.»

Auch mehrere Schulklassen besuchten den Standort Nottwil am Donnerstag für die Eröffnung des Dynamo Sempachersee. Der zwölfjährige Ditmir Gasni versuchte sich am Parcours mit seinen zwei Kollegen. Die drei eiferten um die Wette. «Es hat grossen Spass gemacht», sagte der Zwölfjährige nach seiner Runde.

Einer der Parcours-Absolventen hatte einen kleinen Vorteil. Der Nottwiler Feuerwehrkommandant Stephan Allemann ist schon mal in einem Rollstuhl gefahren, denn er arbeitet für das SPZ. Er wollte nun mal testen, wie gut er sich in einem Parcours mit dem Rollstuhl fortbewegen kann. «Es ging relativ gut. Mit den Stützen hinten am Rollstuhl, die ein Kippen nach hinten verhindern, ist es einfacher als im normalen Rollstuhl zu fahren.» Im Gegensatz zu Christoph Brunner fand er die Kurven am Schwierigsten. «Das Geradeausfahren hatte ich im Griff», so Allemann.

Der Parcours ist ein Teil des «Spiels ohne Grenzen» am Dynamo Sempachersee. Einzelpersonen können spontan den Parcours ausprobieren oder man kann sich als eine Fünfergruppe anmelden und so viele der zwölf Disziplinen rund um den Sempachersee absolvieren, wie man möchte. Als Fünfergruppe nimmt man am Wettbewerb teil, wenn das Team mehr als fünf Disziplinen absolviert hat. Neben dem Rollstuhl-Parcours kann man beispielsweise auf dem Campus Sursee bei der Luzerner Polizei einen LKW ziehen oder im Hallenbad den Wasser-Ninja-Parcours absolvieren. Die besten acht Teams des «Spiels ohne Grenzen» erhalten einen Preis.

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