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Romooser Gemeindeammann wirft das Handtuch

Nach rund zwei Jahren tritt Daniel Lustenberger per Ende Februar 2019 als Gemeindeammann von Romoos zurück. Die Aufgaben seien nicht mehr attraktiv, kritisiert der SVP-Politiker. Der Gemeinderat habe Reformbedarf.
Alexander von Däniken
Daniel Lustenberger, abtretender Gemeindeammann von Romoos. (Bild: PD)

Daniel Lustenberger, abtretender Gemeindeammann von Romoos. (Bild: PD)

Daniel Lustenberger hat genug: Am ersten September 2016 haben ihn die Romooser zum Gemeindeammann gewählt, per Ende Februar 2019 wird der 38-jährige SVP-Politiker vom Amt zurücktreten. Der Gemeinderat schreibt in einer Mitteilung, «dass neben all seinen anderen Tätigkeiten seine Zeit nicht ausreiche, der Aufgabe als Gemeindeammann von Romoos gerecht zu werden». Zudem finde er für das Amt «keinen Elan und keine Freude mehr».

Daniel Lustenberger, ein entfernter Verwandter von alt Nationalrat Ruedi Lustenberger, sagt auf Anfrage, dass das Gemeindeammannamt vor seiner Wahl mit einem 75-Prozent-Pensum besetzt war. Dann sei das Pensum ohne offizielle Information auf 40 Prozent reduziert worden. «Damit war natürlich auch eine Reduktion der Aufgaben verbunden. Seither gleicht das Amt einer Buchhalterstelle.» Was fehle, sei der Kontakt mit den Menschen. Lustenberger trat das Amt als Nachfolger von Peter Emmenegger (CVP) an.

Hat sich den Schritt gut überlegt

Wegen der Pensenreduktion hat Daniel Lustenberger bei seinem Hauptberuf aufgestockt und den eigenen Bauernbetrieb mit einem touristischen Angebot ergänzt. Diese Arbeit sei mit dem Amt zeitlich schwer in Einklang zu bringen. Den jetzigen Schritt habe er sich gut überlegt. «Auch die Partei steht hinter mir.»

Dem dreiköpfigen Gemeinderat wünscht er für die Zukunft, dass das Gremium die Aufgaben und Pensen neu überdenkt. Bis 2016 hat das Pensum des Ammanns 75, das der Sozialvorsteherin 25 und jenes des Präsidenten 20 Prozent betragen. Seither haben alle Posten je 40 Prozent.

Die Ersatzwahl ist auf den 25. November angesetzt, vorbehaltlich einer stillen Wahl. Gemeindepräsident Willi Pfulg (CVP) ist zuversichtlich, dass in der rund 670-Seelen-Gemeinde ein Nachfolger für Lustenberger gefunden wird. «Jetzt sind die Parteien gefordert.» Ob die SVP wieder einen Kandidaten stellt, kann Ortsparteipräsident Daniel Müller noch nicht sagen: «Ich werde eine Parteiversammlung einberufen. Die Chancen einer Nomination sind 50 zu 50.»

Gemeindepräsident findet Amt nicht unattraktiver

Lustenbergers Rücktritt ist laut Gemeindepräsident Pfulg aufgrund einiger Gespräche zwar nicht überraschend gewesen, «aber trotzdem bedauern wir den Entscheid». Die Neuaufteilung der Pensen sei schon vor der Wahl 2016 mit den Parteien bestimmt worden. Dass dadurch das Amt des Gemeindeammanns per se unattraktiver geworden ist, bestreitet Pfulg. «Es kommt auch darauf an, ob die Person zum Profil passt.» Wichtig sei gewesen, die insgesamt 120 Stellenprozente des Dreiergremiums beizubehalten.

Das sei unter anderem auch ein Grund gewesen, warum sich der Gemeinderat und die Parteien gegen eine Aufstockung auf fünf Gemeinderäte entschieden hätten. Ein höheres Gesamtpensum hätte entsprechende finanzielle Folgen gehabt. Zudem sei es schwieriger geworden, alle fünf Posten an Wahlen besetzen zu können. Ein Wechsel zum Geschäftsführermodell komme für Romoos ebenfalls nicht in Frage, sagt Pfulg. «Dafür ist unsere Gemeinde weniger geeignet.»

Offenbar sind sich im Dorf nicht alle über die Marschrichtung des Gemeinderats einig. Offen darüber sprechen mag jedoch niemand. «Ich hoffe, dass bald wieder alle an einem Strick ziehen», sagt SVP-Präsident Daniel Müller dazu.

Nicht zum ersten Mal gibt ein Gemeinderatspensum zu reden. 2016 gab etwa der damalige Gemeindepräsident von Reiden, Beat Steinmann, den Rücktritt bekannt. Der FDP-Politiker erklärte, er habe sich auf ein 30-Prozent-Pensum eingestellt, daraus seien gut 70 Prozent geworden.

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