Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

RONTAL: Schnellere Busse dank neuen Ampeln

Die Strassenkapazität ist der stetigen Verkehrszunahme nicht gewachsen. Das Gesamtverkehrskonzept Luzern Ost setzt daher auf ähnliche Massnahmen wie sie in der Stadt Luzern geplant sind: Dosierungsampeln, Parkplatzbeschränkung und Velowege.
Robert Knobel
Vor dem Kreisel Schachenweid ist in Fahrtrichtung Luzern bereits eine Dosierungsampel in Betrieb. (Bild: Manuela Jans-Koch (Ebikon, 20. Oktober 2016))

Vor dem Kreisel Schachenweid ist in Fahrtrichtung Luzern bereits eine Dosierungsampel in Betrieb. (Bild: Manuela Jans-Koch (Ebikon, 20. Oktober 2016))

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Auf der Hauptstrasse zwischen Schlossberg und Ebikon geht in der Hauptverkehrszeit oft gar nichts mehr. Mit der Eröffnung der Mall of Switzerland hat sich die Situation noch verschärft – und der Verkehr wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Bis ins Jahr 2030 könnten im Rontal bis zu 40 Prozent mehr Fahrzeuge unterwegs sein als heute. Darauf baut das Gesamtverkehrskonzept Luzern Ost auf, welches vom Gemeindeverband Luzern Plus in diesen Tagen präsentiert wird.

Klar ist gemäss Luzern Plus, dass diese Verkehrszunahme auf dem bestehenden Strassennetz nicht zu bewältigen ist. Da neue Entlastungsstrassen wie Bypass und Spange Nord aber erst nach 2030 geplant sind, konzentriert sich das Gesamtverkehrskonzept Luzern Ost darauf, den zusätzlichen Verkehr möglichst über ÖV und Velo abzuwickeln. Zudem sollen elektronische Massnahmen dafür sorgen, dass die bestehende Strassenkapazität möglichst effizient genutzt wird. Die Planer greifen dabei auf Mittel zurück, welche schon in den Verkehrskonzepten der Stadt Luzern und in Luzern Süd zur Anwendung kommen: Dosierungsampeln, Parkplatzbeschränkungen und Priorisierung des ÖV.

– Den Dosierungsampeln liegt das Prinzip zugrunde, dass der Verkehr auf den Hauptachsen und in den Ortszentren jederzeit fliessen soll. Künftig soll niemand mehr auf der Zentralstrasse in Ebikon im Stau stehen. Dafür sorgen Dosierungsampeln bei den Zufahrten, die immer nur so viel Verkehr ins Zentrum lassen, wie dieses schlucken kann. Ist die Kapazität erschöpft, werden die Autos bei den Zufahrten nur noch tröpfchenweise durchgelassen. Gleichzeitig wird der ÖV durch die Ampeln priorisiert – dadurch kommen die Busse schneller vorwärts. In Ebikon gibt es seit einiger Zeit bereits eine solche Dosierungsampel bei der Schachenweid: Zeichnet sich stadteinwärts am Schlossberg ein Stau ab, gibt die Schachenweid-Ampel den Bussen Priorität. Weitere Ampeln im Rontal sollen folgen. Das Gesamtverkehrskonzept nennt mehrere Standorte für Ampeln, welche den Verkehr bei Bedarf zurückhalten (siehe Grafik). Je nach Situation müssen die Autofahrer dann einige Minuten warten, bis sie Richtung Ebikon Zentrum vorrücken können.

Die Dosierungsampeln sind dabei mit Verkehrszählern gekoppelt. Sie reagieren automatisch auf das Verkehrsaufkommen. In der Stadt Luzern ist das Dosierungsprinzip schon seit längerem ein Thema – und ist dort nicht unumstritten. So gibt es etwa die Befürchtung, dass der Stau einfach in die Wohnquartiere verlagert wird. Im Gegensatz zur Stadt sollen im Rontal allerdings nicht in erster Linie die Quartier-Zufahrten dosiert werden, sondern die einzelnen Abschnitte der Hauptstrasse selber.

Parkplatzbeschränkung: Auch diese Massnahme wird im Rontal wohl noch einiges zu reden geben. Sie sorgte bereits in Kriens für heftige Diskussionen – und wurde schliesslich an der Urne gekippt. Konkret geht es um die Zahl der Parkplätze, welche Bauherren bei Neubauten erstellen dürfen.

Die diesbezüglichen Regeln sind in der Agglomeration Luzern heute weitgehend starr. Künftig sollen die Regeln dynamischer werden. Je nach Lage und Erschliessung eines Bauprojekts sollen die Bauherren mehr oder weniger Parkplätze bauen können. In Zentrumslagen soll die Zahl der Parkplätze dabei tiefer sein als an der Peripherie. Bei Neubauten, die gut per ÖV erschlossen sind, soll die Parkplatzreduktion dazu beitragen, dass sich der zusätzliche Autoverkehr in Grenzen hält. Das Gesamtverkehrskonzept sieht vor, dass die Rontaler Gemeinden ihre Parkplatzreglemente entsprechend anpassen. Bisher kennt in der Region einzig die Stadt Luzern ein solches dynamisches Reglement.

Förderung von ÖV und Langsamverkehr: Ein Meilenstein wird ab 2019 der neue Bushub mitsamt Verlängerung der Trolleybuslinie 1. Über die entsprechenden Kredite wird der Kantonsrat demnächst befinden. Hinzu kommen die neue VBL-Linie 18 Ebikon–Littau sowie bessere Zugverbindungen Richtung Luzern/Zürich. Geplant ist auch eine neue Bushaltestelle Root-Wiesstrasse. Weitere Haltestellen könnte es beim Sportzentrum Dierikon und zwischen Ebikon und Schindler geben.

Selbstfahrende Quartier­busse im Rontal?

Der Veloverkehr soll unter anderem mit Veloparkplätzen und Ladestationen für E-Bikes gefördert werden. Zudem sind durchgehende Langsamverkehrsachsen zwischen Rotsee und Root vorgesehen. Diese verlaufen grösstenteils auf bestehenden Strassen und Wegen. An einigen Orten müssen allerdings noch Lücken geschlossen werden. Luzern Plus und die Gemeinden machen sich auch Gedanken darüber, wie der Autoverkehr aus denjenigen Rontaler Wohnquartieren reduziert werden kann, die nicht direkt an der Hauptachse liegen. Vorschläge sind beispielsweise Schräglifte bei neuen Wohnüberbauungen, und längerfristig könnte man sich sogar einen Versuch mit einem selbstfahrenden Quartierbus vorstellen.

Temporeduktionen: Zur Verkehrsberuhigung soll das Tempo auf der Hauptstrasse stellenweise gedrosselt werden. Konkret zwischen Rotsee und Schindler (50 statt 60 km/h) sowie im Bereich Längenbold (60 statt 80 km/h) und in Root (30 statt 50 km/h). Da es sich um eine Kantonsstrasse handelt, müssen die Gemeinden beim Kanton ein Gesuch für eine Temporeduktion einreichen. Vor allem Tempo 50 im Zentrum ist schon seit Jahren eine Forderung Ebikons.

Bauliche Massnahmen: Die Umgestaltung der Zentralstrasse in Ebikon soll nun mit dem Kanton konkretisiert werden. Im Gespräch sind zusätzliche Busspuren, eine Umgestaltung zu einem Boulevard oder gar eine Tunnel-Lösung. Auch der Ausbau des Autobahnanschlusses Buchrain steht auf der Wunschliste der Rontaler ganz oben. Im Moment ist dies für den Bund aber kein Thema. So bleibt vorerst lediglich, den Verkehr mit Licht­signalsteuerung weiter zu optimieren.

Bild: Grafik: Lea Siegwart

Bild: Grafik: Lea Siegwart

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.