ROOT: Gericht reduziert Strafe nach tödlichem Streit

Das Luzerner Kantonsgericht hat in seinem dritten Urteil zur Tötung eines Gipsermeister auf einer Baustelle in Root den Schuldspruch gegen den beschuldigten Bauherren bestätigt. Es reduzierte aber das Strafmass um sechs auf 30 Monate.

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Ursache des tödlichen Streits waren Gipserarbeiten am entstehenden Haus. (Symbolbild Neue LZ)

Ursache des tödlichen Streits waren Gipserarbeiten am entstehenden Haus. (Symbolbild Neue LZ)

Der 44-jährige Mann soll wegen vorsätzlicher Tötung in einem Notwehrexzess für acht Monate ins Gefängnis, für die restlichen 22 Monate gilt eine zweijährige Bewährungsfrist, wie es in dem am Dienstag veröffentlichten Urteil des Luzerner Kantonsgerichts heisst.

Zudem muss der Beschuldigte der Witwe des Opfers und ihren beiden Kindern total 70'000 Franken Genugtuung zahlen. Eine Urteilsbegründung des Gerichts liegt noch nicht vor. Das Urteil ist auch noch nicht rechtskräftig.

Die tödliche Auseinandersetzung ereignete sich am 25. September 2007 in Root, wo der Beschuldigte, ein Einfamilienhaus bauen liess. Weil er an den Arbeiten zweier Gipser etwas auszusetzen hatte, verlangte er nach deren Chef. Als dieser erschien, kam es zum Streit.

Die Kontrahenten stritten erst im Untergeschoss. Dann flüchtete der Angeklagte nach draussen. Auf dem Vorplatz wurde er eingeholt und erneut angegriffen. Nachdem ihm ein Messer aus der Tasche gefallen war, stach er bei der Rangelei dem Angreifer ins Herz. Dieser starb auf der Fahrt ins Spital.

Freispruch und zwei Verurteilungen

Der Fall wurde bereits zum dritten Mal vom Kantonsgericht behandelt. Erstmals urteilte die Zweitinstanz 2011. Damals sprach sie den Mann wegen Notwehr frei und hob eine vierjährige Freiheitsstrafe der Erstinstanz auf. Die Familie des Opfers sowie die Staatsanwaltschaft gelangten danach ans Bundesgericht.

Das Bundesgericht entschied 2012, dass der Beschuldigte die Grenzen der erlaubten Notwehr überschritten habe. Es wies den Fall zur Neubeurteilung ans Kantonsgericht zurück. Dieses verurteilte den Mann im September 2013 zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe.

Im Oktober 2014 wies das Bundesgericht den Fall nach einer Beschwerde des Angeklagten abermals zur Neubeurteilung ans oberste Luzerner Gericht zurück. Dieses hat laut den Lausanner Richtern unzureichend abgeklärt, was 2007 vor dem tödlichen Messereinsatz genau geschehen ist. Es hätte nicht nur eine neue rechtliche Beurteilung durchführen sollen, sondern den Sachverhalt mit einer mündlichen Verhandlung nochmal prüfen müssen. (sda)