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ROOT: Im Tierheim gilt Hochsaison-Gebühr

Im Tierheim an der Ron muss während der Ferienzeit ein höherer Tarif bezahlt werden. Jetzt zeigt sich: Die Nachfrage kann damit besser reguliert werden. Davon profitieren insbesondere Findeltiere.
Sandra Monika Ziegler
Petra Roos, Betriebsleiterin im Tierheim an der Ron, mit der 10-jährigen Jack-Russel-Hündin Lady. (Bild Manuela Jans-Koch)

Petra Roos, Betriebsleiterin im Tierheim an der Ron, mit der 10-jährigen Jack-Russel-Hündin Lady. (Bild Manuela Jans-Koch)

Sandra Monika Ziegler

Was für Hotels gang und gäbe ist, hält seit einiger Zeit auch in Tierheimen Einzug: schwankende Preise je nach Saison und Nachfrage. So verlangt das Tierheim an der Ron in Root seit 2014 jeweils einen Sommerzuschlag für seine tierischen Gäste. Denn wenn die Herrchen ihre Sommerferien haben, ist die Nachfrage nach einem Ferienplatz für den Hund oder die Katze besonders gross.

2 bis 5 Franken extra pro Tag

Der Zuschlag beträgt je nach Grösse des Tieres 2 bis 5 Franken pro Tag. Dies zusätzlich zum normalen Tagespreis von 24 bis 30 Franken. Im ersten Jahr spülten die Hochsaisonzuschläge gleich 18 000 Franken mehr in die Kasse des Tierheims an der Ron. Doch 2015 fielen diese Mehreinnahmen wieder etwas bescheidener aus. Das sei aber durchaus erwünscht, sagt Josef Blum, Präsident des Tierschutzvereins Kanton Luzern – der Verein betreibt das Heim. Denn der Zuschlag wurde nicht bloss zur Ertragssteigerung eingeführt, sondern um die grossen Nachfragespitzen etwas zu brechen. Denn auch mit den teureren Preisen ist das Tierheim über den Sommer praktisch ausgebucht. Für diese Sommerferien gibt es an wenigen Daten noch vereinzelte Plätze für Katzen und Kleintiere. Die Hundeplätze sind hingegen alle ausgebucht. Sogar für die kommenden Herbstferien sind die Hundeplätze schon zu 50 Prozent belegt.

Es gibt nicht nur zahlende Gäste

Allerdings sind es nicht allein die zahlenden Gäste, die im Tierheim an der Ron Sommerplätze belegen. Denn das Heim in Root ist in der Region Luzern die wichtigste Anlaufstelle für Findeltiere und für solche, deren Besitzer das Tier nicht mehr halten können. Und um solche Tiere aufnehmen zu können, braucht es auch zur Ferienzeit genügend Platz. Diesem Anliegen kommt die neue Preispolitik entgegen. Und nicht nur das. Auch das Personal profitiert davon, wie Blum sagt: «Unser Ziel ist es, das Tierheim in einem gewissen Grad auch nach wirtschaftlichen Massstäben zu führen, wo das möglich ist.» Es sei dem Tierheim ein Anliegen, den Mitarbeitenden einen angemessenen Lohn zu zahlen. «Der Hochsaisonzuschlag wurde in diesem Sinne vollumfänglich in verbesserte Löhne investiert.»

Nur wenige Reaktionen

«Die Tierheim-Betriebsleiterin Petra Roos hat seit Februar 2016 bis dato keine Reaktionen zum Hochsaisonzuschlag erhalten», sagt Blum und fügt an: «Ich selber habe innerhalb eines Jahres etwa zwei bis drei Reaktionen erhalten.» Meistens allerdings würden es die Kunden verstehen, wenn man ihnen erkläre, weshalb der Zuschlag eingeführt wurde. «Die Tierhalter haben anscheinend gut verstanden, dass während der Hochsaison nicht nur Hotels und Campingplätze teurer sind», so Blum.

Die Einnahmen aus der Tierbeherbergung lagen im Jahr 2015 bei knapp 387 000 Franken. Ein Jahr zuvor waren es noch 406 000 Franken gewesen. Der Rückgang hat, wie erwähnt, einerseits mit der etwas tieferen Belegung während der Sommermonate zu tun. Doch es gibt noch einen anderen Punkt, wie Josef Blum sagt: «Wegen Personalwechsels wurde der Tierbestand gezielt etwas tiefer gehalten. Dies auch deshalb, um den neuen Angestellten eine optimale Einarbeitung zu ermöglichen.»

Neu: Hundeklappe für die Polizei

Ein Novum im Tierheim an der Ron ist die Hundeklappe. Sie dient der Polizei, die dort rund um die Uhr beschlagnahmte Tiere abgeben kann – etwa im Zuge von Zwangsräumungen von Wohnungen. Josef Blum: «Seit deren Einführung Anfang 2016 ist dies in fünf Fällen erfolgt.»

www.tierschutz-luzern.ch

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