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ROOT: Root im Reisefieber

Seit 35 Jahren sind die Rooter auf Reisen. Dass dies dem Fernweh keineswegs abträglich war, zeigte der gestrige Umzug.
Die Bärgwörze feierten in Root ihre Horror-Hochzyt. Sie reisten aus Udligenswil an. (Bild: Corinne Glanzmann (Root, 25. Februar 2017))

Die Bärgwörze feierten in Root ihre Horror-Hochzyt. Sie reisten aus Udligenswil an. (Bild: Corinne Glanzmann (Root, 25. Februar 2017))

«I sächs Täg om d Wält» – so lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht in Root. Entsprechend weltoffen gestaltete sich der Umzug, der sich gestern zum 35. Mal jährte. «Jetzt chömets, lueg!» sagte ein Zaungast kurz nach 13.30 Uhr, worauf der neben ihm ironisch erwiderte: «Ja, i eim huärä Zagge.» Tatsächlich eröffneten die Tröpfeler aus Root das Ganze sehr gemächlich, doch wer weitgereist ist, bringt eben Gelassenheit mit nach Hause. Ägypten, so hiess ihr Sujet, gefolgt von Dorfschülern mit afrikanischen kunterbunten Masken. Richtig international also ging es los.

Und danach? Zog sich das Kosmopolitische wie ein roter Faden durch die Parade. Die Eisbären der Fläckegosler Roteborg passierten die Luzerner Kantonsgrenze auf dem Weg vom Nord- zum Südpol, die Altzunftmeister reisten einmal um die ganze Welt, und die einheimische Frauenriege nahm mit dem «Traumschiff» Kurs auf die grössten Hafenstädte. Wer weiblichen Geschlechts war und nicht achtgab, drohte auf der Matratze der Steigröbu gar auf eine Weltreise verschleppt zu werden.

Allein in die Ferne war er aber nicht gerichtet, der närrische Blick der Rooter, auch das Lokalkolorit kam nicht zu kurz. So hinterfragte das Fröschekorps die kostspielige Renovation des Restaurants Rössli in reimender Reinform: «Dass mer im Rössli wieder cha choche, muess de Stüür­zahler chräftig vell go maloche!» Oder: «Hemmer denn werklech so vel Gäld? Schnetzelpommfrit gets doch au nöimed andersch uf de Wält!»

Wo auf der Welt er sich auch gerade aufhält, einer hatte an diesem Samstagnachmittag ein herzhaftes Znacht besonders fest verdient: der kleine Bub mit Cowboyhut, der vom Orangenwagen aus die Früchte in beeindruckender Kadenz unter die Leute brachte.

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

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