ROOT: Samuel Vörös übernimmt das «Rössli»

Die Traditionsbeiz öffnet nach über 20 Jahren wieder. Ein erfahrener Luzerner will den Betrieb führen – obwohl dies auch mit Risiken verbunden sein könnte.

Stefan Dähler
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Das Gasthaus Rössli in Root. (Bild: Nadia Schärli (1. März 2017))

Das Gasthaus Rössli in Root. (Bild: Nadia Schärli (1. März 2017))

Seit 23 Jahren steht das historische und denkmalgeschützte Gasthaus Rössli in Root leer. Doch der triste Zustand hat bald ein Ende. Bereits seit einigen Monaten ist bekannt, dass das Gebäude für 4 Millionen Franken renoviert und daneben ein Anbau realisiert wird. Nun steht fest, dass auch das Restaurant wieder eröffnen wird.

Die Bauarbeiten beginnen im Sommer und dauern bis Ende 2018. Den Betrieb übernimmt Samuel Vörös – ein bekannter Name in der Luzerner Gastroszene. Die von ihm gegründete Corbeau AG ist unter anderem am Seehotel Kastanienbaum, der Brasserie Bodu sowie den Restaurants Mill’Feuille und Zur Werkstatt in Luzern beteiligt. Im Sommer wird die Beiz des Tennisclubs Lido hinzukommen, die sich noch im Bau befindet (wir berichteten).

Parkplätze als Problem?

Der Betrieb des «Rösslis» könnte mit gewissen Risiken verbunden sein. Die Beiz stand sehr lange leer, es fehlt daher an Stammkunden. Weiter ist die Parkplatzzahl auf 18 beschränkt. Für die Eigentümerin der Liegenschaft, die Basler Pensionskasse Stiftung Abendrot, war es nicht einfach, einen Pächter zu finden. Vor Vörös sind einige Interessenten wieder abgesprungen (Ausgabe vom 16. September 2016).

Samuel Vörös’ Ziel ist, dass das «Rössli» zu einem Treffpunkt im Dorf wird. Wegen der Parkplätze hat er keine Bedenken: «Deren Zahl dürfte ausreichen. Wir hoffen, dass viele Leute aus dem Dorf zu Fuss zu uns kommen. Zudem befindet sich eine Bushaltestelle in der Nähe.» Für die Übernahme des Betriebs habe er sich entschieden, weil sich das Gasthaus in einer «spannenden Region» befinde. «Im Rontal wird viel gebaut, beispielsweise die Mall of Switzerland. Das ‹Rössli› soll in dieser Zeit des Wandels auch ein Stück Tradition bieten», sagt Vörös. Zudem habe man die Möglichkeit, beim Umbau mitzuwirken und so das Lokal mitzugestalten. Welche Speisen künftig im «Rössli» angeboten werden und wie das Lokal genau aussehen soll, stehe noch nicht fest. Sicher ist, dass sich ein Teil des Restaurants im alten «Rössli»-Gasthaus befinden wird. Ein zweiter Teil und die Küche entstehen im Anbau.

In den oberen Geschossen des «Rösslis» sowie des Anbaus entstehen total acht Wohnungen im «mittleren Preissegment», sagt Christian Geser, Leiter Immobilien der Stiftung Abendrot. «Die Wohnungen im ‹Rössli› werden ganz unterschiedlich aussehen.» Dies, weil das 1751 erbaute Gebäude denkmalgeschützt ist und man deswegen auf tragende Wände Rücksicht nehmen muss. Noch offen ist, ob neben dem Restaurant auch ein kleines Ladenlokal gebaut wird. «Dies hängt vom Raumbedarf des Restaurants ab», sagt Geser.

Siedlung soll «öffentlichen Charakter» erhalten

Bereits im Bau sind zwei weitere Gebäude im Besitz der Stiftung Abendrot auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Die Baukosten betragen rund 12 Millionen Franken, die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Sommer 2018. Es entstehen 22 Pflegeplätze und 16 Alterswohnungen. «Die Pflegeplätze sowie die Dienstleistungen in den Alterswohnungen werden von der Stiftung Alterssiedlung Root übernommen», so Geser.

Weitere 13 «normale» Wohnungen wird die Stiftung Abendrot selbst vermieten, auch hier werde sich der Mietzins im «mittleren Segment» befinden. Weiter entsteht in der Überbauung eine 120 Quadratmeter grosse Ladenfläche. «Die Siedlung soll einen öffentlichen Charakter erhalten», sagt Geser. Wer das Lokal beziehen wird, ist noch offen.

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch